TWOSTAR: Uwe Röttgering und Asia Pajkowska siegen auf „Rote 66“ in der Zweihand-Klasse

Dem Gröbsten ausgewichen

Uwe Röttgering, Joanna Pajkowska

Joanna Pajkowska und Uwe Röttgering vor dem Start zur Twostar-Regatta über den Atlantik. © RWYC

Das dürfte selbst in Röttgerings bewegter Segler-Karriere ein Highlight sein: Unversehrtes Finish und Sieg bei einer Regatta, die von einem Sturm wie selten zuvor „gerupft“ wurde!

Man muss sich das mal vorstellen: Von 21 gestarteten Booten mussten 14 die Einhand- und Zweihand-Transatlantikregatta aufgeben, nachdem vor zehn Tagen ein Sturm über das Feld gefegt war, der es wirklich in sich hatte (SR berichtete). Und erst vor zwei Tagen kam das letzte Boot, dessen Skipper sich aus dem Rennen zurückgezogen hatte, in einem sicheren Hafen auf den Azoren an. 

TWOSTAR

Nach der Ankunft an der US-Ostküste machen die beiden gleich wieder einen lockeren Eindruck. Oder sind sie etwa die ganze Zeit über entspannt geblieben? © RWYC

Entsprechend dürfte für Uwe Röttgering und seine Co-Seglerin, die Polin Asia Pajkowska, nicht unbedingt der Sieg in der Twostar-Klasse im Vordergrund stehen – tatsächlich ist nur noch ein weiteres Boot mit Zweihand-Crew im Rennen – sondern das glückliche, unversehrte Finish als solches. 

Röttgering und Pajkowska brauchten für ihre Atlantiküberquerung 20:22:43 Tage. Im Ziel unterstrich Röttgering, dass sie – sowieso schon in Front des Regattafeldes liegend – dem Sturmtief besser ausweichen konnten als die meisten anderen weiter hinten.

Die enorme Erfahrung der beiden Segler an Bord der „Rote 66“ dürfte hier eine maßgebliche Rolle gespielt haben: Röttgering hat auf seiner mittlerweile legendären Aluminium-Yacht „Fan-Fan“ bereits eine Einhand-Weltumseglung im Cruising-Modus hinter sich und nahm mit dem gleichen Boot auch an der OSTAR, also einhand, teil. Joanna „Asia“ Paykowska (Jahrgang 58) segelte mehrmals einhand und zweihand um die Wel und nahm an mehreren OSTAR-Rennen über den Atlantik teil (u.a. auf dem 40-Fuß-Katamaran „Cabrio 2“).

Im Ziel unterstrichen die beiden Segler ihren großen Respekt vor der seglerischen Leistung des Iren Conor Fogerty, der nur vier Stunden nach ihnen ins Ziel kam. Fogerty segelte einhand auf seiner Sun Fast 3600 „Bam“ über mehrere Tage hinweg in unmittelbarer Nähe der „Rote 66“, ohne dabei auffällig langsamer gewesen zu sein als die Deutsche Class 40.

Fogerty hat allen Grund zur Freude: Mit seiner Sun Fast 36 siegt er einhand in der Gipsy Moth Klasse © RWYC

Nach korrigierter Zeit ist der Ire 21:21:30 Tage unterwegs gewesen, was ihm den Sieg in der OSTAR-Klasse sicherstellte, die nach dem Boot, mit dem OSTAR-Pionier Sir Francis Chichester einst die Weltmeere unsicher machte, „Gipsy Moth“ benannt wurde. 

Somit verbleiben noch vier Regattateilnehmer im Rennen, die in eher moderatem Tempo der Ziellinie vor Newport „entgegeneilen“. Nächster Zieleinlauf wird am Samstag erwartet.

 

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Ein Kommentar „TWOSTAR: Uwe Röttgering und Asia Pajkowska siegen auf „Rote 66“ in der Zweihand-Klasse“

  1. avatar pjotr sagt:

    glückwunsch den beiden. einfach nur toll! und das ganze ohne allzuviel hype. also richtig cool.

    schöner gegensatz zu anderen veranstaltungen auf dem wasser bei denen werbemillionen verballert werden.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 13 Daumen runter 1

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