Udo Schütz greift mit neuer “Container” beim Audi MedCup an

Aufstieg in die höchste Liga

Die STP65 "Container" steht zum Verkauf. © Container Team

Beim Audi MedCup wird in dieser Saison auf zwei TP52 Yachten die deutsche Flagge gezeigt. Neben Schümanns All4One Team segelt auch Udo Schütz (74) in der TP52 Klasse. Er lässt eine neue „Container“ bauen.

Dirk Neumann, Crewmitglied und langjähriger Weggefährte von Schütz bestätigte die Gerüchte gegenüber SR. „Es stimmt, wir bauen bei Green Marine in Lymington eine TP52, um damit in den MedCup einzugreifen. Wenn alles klappt, können wir schon zum Start der Saison Mitte Mai in Cascais dabei sein.“

Das Team soll prinzipiell so zusammen bleiben wie in den vergangenen beiden Saisons, als es mit dem 65 Fuß langen Mini-Maxi nach Vergütung segelte. Es ist eine Mischung aus Profis und Amateuren. Markus Wieser soll am Steuer stehen und Matti Paschen ist für den Trimm verantwortlich. Ein Taktiker wird noch gesucht.

Auf dem Mini-Maxi segelten 19 Menschen. Die Crew muss für die TP 52 auf 13 verringert werden. © Container Team

Zuletzt standen renommierte Profi Namen auf der Crewliste wie die von BMW Oracle Vorschiffsmann Kazuhiko Sofuku aus Japan oder Mascalzones America´s Cup Steuermann Jes Gram-Hansen aus Dänemark.

„Allerdings muss die Crew für den kleineren 52 Fußer von 19 auf 13 verringert werden. Dennoch werden wir mit fünf bis sechs deutschen Seglern antreten“, sagt Neumann, der 1993 mit dem Zweitonner „Container“ und Udo Schütz den Admiral´s Cup für Deutschland gewonnen hat.

Der Einstieg in die hochkarätige TP 52 Szene ist die logische Folge aus dem vergangenen „Container“-Projekt. Schütz engagierte sich für die neue STP65-Box Rule, die eine neue Klasse hervorbringen sollte. „Aber das war eine Enttäuschung“, sagt Neumann. Nur vier Yachten wurden gebaut.

„Container“ segelte schließlich auf hohem Niveau im Zweikampf gegen die „Luna Rossa“ von Modezar Patrizio Bertelli mit Robert Scheidt am Steuer. Aber der Traum von einer neuen Flotte platzte.

Schließlich wurde „Container“ für das IRC Handicap Segeln optimiert und sogar um einen Fuß verlängert. „Aber gegen die reinen IRC Racer wie `Ran´ hatten wir keine Chance.“ Außerdem gefiel Schütz die Tendenz zum Owner Driver Segeln nicht. Der ehemalige Auto-Rennfahrer hat keine Ambitionen, am Steuer zu stehen, obwohl er bei 80 Prozent der bisherigen Rennen mit an Bord war. Die STP65 steht jetzt zum Verkauf.

Dagegen ist die TP52 Klasse und der Audi MedCup nach wie vor im Aufwind, was nach dem Ausstieg des Team New Zealand und den Briten von Origin nicht unbedingt erwartet werden konnte. Für die nächste Saison sollen sechs Neubauten geplant sein.

Die neue „Container“ wird in der Form der neuen Judel/Vrolijk TP52 „Ran“ von Niklas Zennstrom gebaut. Der schwedische Skype-Mitgründer wagt ebenfalls den Schritt von den Mini-Maxis zu den TP52. Er will seine Yacht selber steuern.

Durch die Doppel-Benutzung der Form ist es für Schütz möglich, den engen Zeitplan bis zum Start der Rennserie Mitte Mai einzuhalten. Außerdem kann er viele Arbeitsabläufe durch den Input seiner Firma beschleunigen. Schütz produziert unter anderem Leichtbauwerkstoffe für die Luft- und Raumfahrt und ist mit seinem Waben-Produkt Cormaster sehr erfolgreich. Der Kiel des neuen Schiffes wird im eigenen Betrieb gefräst.

Die Erwartungshaltung ist erst einmal niedrig. „Wir wollen gegen die besten gewinnen“, sagt Neumann. „Aber wir wissen auch, dass wir erst einmal kleine Brötchen backen müssen.“

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Carsten Kemmling

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