Crash Video mit Gilmour. Junger Däne analysiert das WM Finale

Und noch ein grobes Foul...

Von Carsten Kemmling

Die Weltmeisterschaft-Serie der besten Match Racer ist beendet. Die Veranstaltung steht an einem Scheideweg seit der America´s Cup seine Vorbildfunktion verloren hat. Werden die besten Segler der Welt noch an den Start gehen? Welche Faszination haben die Segelduelle für den Nachwuchs.

Für SegelReporter hat der Däne Joachim Aschenbrenner die Rennen in Malaysia beobachtet. Er ist mit 16 Jahren der jüngste Match Racer auf der Tour und nahm mit 13 Jahren an seiner ersten Duell-Veranstaltung teil. Der dänische Jugendmeister siegte in diesem Jahr bei drei internationalen Grad 3 Events und schob sich auf Platz 38 der Weltrangliste vor.

Joachim Aschenbrenner aus Dänemark. Mit 16 Jahren der jüngste Match Racer auf der Tour. © ART

Über das WM Finale sagt er: “Ich bin sehr beeindruckt vom Monsoon Cup. Es ist einer der großartigsten Segelveranstaltungen der Welt. Die Live-Übertragungen im Internet waren fantastisch. Das ist eine tolle Werbung für den Segelsport. Hoffentlich wird der Standard zum Vorbild für andere Events.

Dabei seien besonders die wechselnden Wind und Strombedingungen interessant gewesen. Niemand habe sich seiner Führung sicher sein können und es gab viele Wechsel an der Spitze. “Minoprio verlor im Rennen gegen Richard den First Cross, lag aber danach zwei Längen in Führung. So etwas passierte ständig. Das ist spannend für die Zuschauer.”

Junge aufsteigende Match Race Crew aus Dänemark. Die Stars der Welt-Tour sind ihre "Helden". © ART

Aschenbrenner sieht den “Helden”  der Tour mit Bewunderung zu. “Für ein junges Team mit Ambitionen sehen wir natürlich zu diesen Seglern auf. Wir hoffen, einmal dazuzugehören.”

Für den jungen Dänen, der üblicherweise mit 37 Fuß Yachten und einer Fünf-Mann-Crew segelt, war sportlich besonders das Manöver interessant, be dem die Crews im Luvmanöver die Genua fallen lassen. “Ich bin erstaunt, wie oft das inzwischen praktiziert wird. Dieser Trick wurde erstmals bei der Danish Open 2007 gesehen, als ihn Peter Wibroe einsetzte. “

Aschenbrenner auf einer Danish Matcher 37, das Ausbildungsboot der Dänen. © Mikkel Thommessen/ Seilas

Ziel ist es, beim Amwind Luvmanöver, etwas weniger durch das schlagende Vorsegel gebremst zu werden. Dadurch schiebt sich das Boot im Vergleich zum Gegner einige Zentimeter voraus in eine bessere Position. Kurz vor dem Kontrollverlust wird das Segel wieder gesetzt.

Für Aschenbrenner sind Mathieu Richard, Ben Ainslie und besonders sein Landsmann Jesper Radich die beeindruckendsten Segler der Tour. Radich nahm nur an vier World Tour Events teil und kam mit den Plätzen 2/2/2/3 mit zwei auf Gesamtplatz sechs ohne die geforderte Anzahl von sechs Events zu erreichen.

Aber Ainslie hält er für den Größten, nachdem er im Halbfinale seinen Widersacher Torvar Mirsky mit einer Scheinhalse abgeschüttelt hatte.

Für junge Segler wie den Dänen ist die Match Race Tour ein lohnendes Ziel. Die Frage ist, ob sie ihren Stellenwert halten kann. Seit der America´s Cup nicht mehr als Leit-Event dient, müssen die Match Racer um ihre Position fürchten.

Die Organisatoren sehen das Vakuum allerdings als Chance. Sie wollen die Tour mit neuen Veranstaltungen aufwerten. Und es ist sogar im Gespräch Duell-Events mit großen Yachten à la America´s Cupper zu organisieren.

Aber im nächsten Jahr wird Ben Ainslie sich wieder mit dem Finnsegeln beschäftigen und Adam Minoprio das Volvo Ocean Race vorbereiten. Damit verschwinden wichtige Zugpferde der Tour. Denn auch Altmeister Peter Gilmour hat seinen Glanz verloren.

Es ist fraglich, ob er im nächsten Jahr noch einmal angreift. Er wird wenig Lust haben, sich weiterhin von den jungen Wilden demütigen zu lassen. Im Viertelfinale verlor er 0:3 gegen seinen Schüler Torvar Mirsky und im Rennen gegen Ian Williams handelte sich sogar eine schwarze Flagge wegen einer schweren Kollision ein (siehe Video).

Das Aschenbrenner Racing Team praktiziert eine Rollhalse beim Grade 2 Match Race in Spanien © ART

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Carsten Kemmling

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