Route du Rhum: Strauss überfährt Spi, Riechers verliert an Boden

"Unforced Error" = Spi-Verlust

Jörg Riechers hat im Norden Federn gelassen. Die Südgruppe holt deutlich auf. Der Zusammenschluss steht bevor.

Während Frank Cammas heute als ungefährdeter Sieger mit seinem Mega Tri „Groupama 3“ in Gouadeloupe einlaufen wird, befindet sich das Rennen bei den Class 40s in einer spannenden Vorentscheidungsphase.

Während sich bei den schnellen Multihulls der Südkurs um die Azoren ausgezahlt hat und bei den Open60 die Nordoption überlegen war – Michel Desjoyeaux hat im Süden fast 500 Meilen Rückstand – scheint sich die Class40 Flotte wieder auf gleicher Höhe zusammenzuschließen.

Thomas Ruyant, der Führende im Norden lässt schon seit einigen Tagen Federn gegenüber der Süd-Gruppe wo der Top Favorit Nicolas Troussel erstmals unter den Top sechs geführt wird.

Er hat auf dem Papier nur noch fünf Meilen Rückstand auf den Hamburger Jörg Riechers, der die Nord-Option nicht optimal genutzt hat. Nach einer zu späten Halse wurde er mehr vom negativen Effekt des Hochs im Norden beeinflusst als die direkte Konkurrenz. Er verlor dramatisch auf die Spitze, dürfte sich jetzt aber wieder gefangen haben.

Dennoch sieht es so aus, als könnte sich noch ein größerer Teil der Süd-Gruppe vor ihn platzieren. Axel Strauss hat schon Plätze verloren und liegt jetzt auf Platz zehn. Das hat aber auch mit einem verlorenen Spinnaker zu tun.

So beschreibt er das Ereignis: „So habe ich jetzt keinen großen Spinnaker mehr. Üble Sache und eine große Enttäuschung! Beim Korrigieren eines Fehlers in der Schotposition kam die Bergeleine frei und der Spi öffnete sich, Bergeleine und Schlauch waren ruckzuck im Masttop.

Da der Spi kurzfristig nur an einer Relingsstütze gesichert war (normalerweise keine Last drauf …) hatte ich nun eine echtes Problem: Druck im Segel, die Gefahr, dass es mir die Relingsstütze rausreißt, und keine Möglichkeit, das Teil geordnet an Deck zu bringen.

Runter musste es, und schnell. Aber 180 Quadratmeter alleine einzusammeln … schwierig, schwierig. Naja, auf jeden Fall landete der Spi im Wasser, wurde sofort unters Boot gezogen, kurz das Ruderblatt berührt … ratsch. Eine Kurze Zeit sah es so aus als ob ein Tauchgang unumgänglich ist (Horror!), aber es hat sich vom Kiel und Ruder befreit und ich konnte die Fetzen an Bord ziehen.

Also ein “unforced error” in einer Standardsituation. Das zu vermeiden, war in meinen Training einer der Schwerpunkte. Und es ist auch lange nicht mehr passiert. Anyway-heute schon! Jetzt muss ich mit dem kleinen Spi und dem Gennaker arbeiten und sehen, wie ich klar komme. So schnell kann’s gehen 🙁 “

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Route du Rhum: Strauss überfährt Spi, Riechers verliert an Boden“

  1. avatar Marc Bäuml sagt:

    Nähmaschine in die Backskiste packen und aus dem kleinen Spi und den resten einen großen basteln 😉

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