Americas Cup: Larry Ellisons Vision von der Zukunft des Cups

„Unsere Kids müssen den Cup spannend finden“

Ellison stemmt den Cup in den Himmel. Er hat ihn beschädigt. Nun will er ihm zu neuer Bedeutung verhelfe © C. Kemmling

Eineinhalb Monate nach dem Ende des 33. America´s Cups wartet die Segelgemeinde auf konkrete Zeichen, wie die Zukunft des Cups aussehen könnte. Immerhin scheint mit San Francisco der Austragungsort schon ziemlich sicher. Nun hat Larry Ellison in einem Interview mit dem US-Magazin Fortune etwas mehr über seine Vision preisgegeben, die er mit den potenziellen Herausforderern diskutiert.

Die interessantesten Aussagen:

Wie Ellison Geld mit dem America´s Cup verdienen will: Das ist das Wichtigste für alle Teams, nicht nur für den Verteidiger und Herausforderer. Wir müssen den Cup attraktiver fürs Fernsehen machen und TV-Verträge verkaufen. Dann kann auch ein Team kommen und mit einem drei bis fünf Millionen Dollar Budget teilnehmen. Nicht das meiste Geld soll gewinnen, sondern die besten Segler.

Ellison mit dem Objekt seiner Begierde. Was er will, wollte Alinghi auch. Wichtig ist, dass er auf die Gegner hört © C.Kemmling

Wie das funktionieren soll: Ich will aus dem America´s Cup keine Einheitsklassen-Veranstaltung machen. Das würde zu sehr mit der Tradition brechen. Es sollte Ingenieurs-Aspekte geben. Aber die sollten nicht dominant sein. Es muss nicht unbedingt das schnellste Boot gewinnen. Es sollte eine Kombination sein. Ein etwas schnelleres Boot sollte nur einen kleinen Vorteil bringen. Am Ende sollte wichtig sein, wer den Wind am besten liest, wer die bessere Taktik macht, wer besser trimmt oder steuert. Es sollte nicht ums Geld gehen sondern ein wenig um Technologie und viel ums Segeln.

Welche Boote eingesetzt werden sollten: Es sollte spektakulär anzusehen sein. Die Kids sollten es sehen wollen. Bei Olympia habe ich die Abfahrt angesehen, meine Kinder die Snowboarder. Das ist Okay. Wie müssen das beachten. Ich mag Einrümpfer mehr, aber wenn die Kids Multihulls spannender finden, müssen wir diesen Weg gehen. Die 15-jährigen, die gerade zu dem Sport kommen müssen begeistert sein und die TV-Zuschauer.

Larry Ellison hat große Pläne. Bis jetzt hören sie sich sehr gut an!© C.Kemmling

Wie der Zeitraum bis zum Cup überbrückt werden kann: Wir haben mit Louis Vuitton über den bestehenden Circuit mit alten Cup-Booten gesprochen. Wir segeln in Hong Kong, Neuseeland, Italien, Frankreich, Newport und San Francisco. Es ist wie die britische Premier League im Fußball und der wiederkehrenden Weltmeisterschaft. Alle vier Jahre gibt es einen America’s Cup. Aber alle diese Teams sollen auch dazwischen Fußball gegeneinander spielen. Dann stoppt alles für drei Monate und es wird um den Cup gesegelt.

Wie die Amerikaner interessiert werden können: Es geht um die TV-Präsenz. Das war immer das Problem in Amerika. Das können wir leicht ändern. Mit ein wenig Computer-Technologie kann unser Sport so unglaublich aufregend werden, dass die Kids ihn sehen wollen. Die Segler werden sowieso zusehen. Aber wir müssen weiter gehen. Damit auch noch die nächste Generation interessiert ist.

Warum Russell Coutts nicht gesteuert hat: Das war eine großes Unternehmen. 150 Menschen. 50 Design-Ingenieure. Das Team hat Russell zusammen gestellt. Diese Ehre gebührt ihm. Ich habe zuerst Jimmy Spithill engagiert, der auch von Alinghi umworben wurde. Russell überzeugte ihn, zu uns zu kommen, obwohl er vermutlich keine Chance zum Steuern bekäme. Aber er war zufrieden mit der Nummer zwei hinter Russell. Am Ende ließ ihn Russell dann doch ans Steuer und Jimmy machte einen super Job.

Ob er Coutts und Spithill auch für die Cup-Verteidigung gewinnen kann: Es ist nichts unterschrieben. Aber bin guter Dinge. Wir kommen gut klar. Wir haben die gleiche Vision für den 34. Cup und ich wäre sehr überrascht, wenn dieses Team auseinander bräche.

Carsten Kemmling
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