Untergang: Die letzten Momente – Racer im Atlantik versenkt

See-Bestattung

Beim TRANSAT Rennen vor drei Wochen musste Richard Tolkien (61) von seiner IMOCA60 verletzt gerettet. Nun hat sein Team das Schiff wiedergefunden, um es zu versenken.

Das traurige Ende eines 60 Fußers.

Das traurige Ende eines 60 Fußers.

Der Brite hatte sich 880 Meilen westlich von den Azoren mit einer schweren Kopfverletzung von einem Frachter abbergen lassen. Das Beschlag, der das Stagsegel in auf dem Deck in Position hält, war gebrochen. Als er der erfahrene Segler und erfolgreiche Unternehmer das Segel sichern wollte, knallte ihm die Trommel des Rollsegels mehrfach an den Kopf und in das Gesicht.

Mit einer heftig blutenden Wunde kroch er unter Deck. Zähneknirschend fällte er die Entscheidung, dass er Hilfe rufen musste. Per AIS machte er den nahen US-Frachter auf sich aufmerksam und ließ sich retten. Der Schiffsarzt nähte die Wunde mit vier Stichen. Tolkien wurde mitgenommen nach Philadelphia.

Richard Tolkien

Der britische Unternehmer Richard Tolkien (61) ist ein erfahrener Einhand-Spezialist. © Lloyd Images

Aber seine IMOCA Yacht blieb zurück. Das 18 Jahre alte Schiff, die ehemalige “Sodebo”, hatte schon den “Finnair”-Schriftzug auf dem Rumpf kleben, weil der Finne Ari Huusela eigentlich unter diesem Namen die Rückregatta nach Les Sables d’Olonne bestreiten wollte.

Drei Wochen trieb der 60 Fußer auf dem Atlantik bis die Bergungscrew das Schiff nun wiederfand. Der Tracker an Bord machte die Lokalisierung einfach. Inzwischen hat der Racer aber sein Rigg verloren und mächtig Wasser genommen. Die Yacht-Retter fällten die Entscheidung, das Schiff aufzugeben, um es als Hindernis aus dem Weg zu räumen. Eine traurige See-Bestattung.

Tolkien hat inzwischen angekündigt, dass er sein geplantes Vendée Globe-Projekt absagt. Die Welt-Regatta bleibt damit für ihn ein “unfinished business”. Den ersten Versuch musste er vor 16 Jahren auf dem Rennkurs aufgeben.

Die alte ex "Sodebo" beim Start zu ihrem letzten Rennen schon gebrandet als Finnair. © Lloyd Images

Die alte ex “Sodebo” beim Start zu ihrem letzten Rennen schon gebrandet als Finnair. © Lloyd Images

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5 Kommentare zu „Untergang: Die letzten Momente – Racer im Atlantik versenkt“

  1. avatar Fabian sagt:

    Extrem fragwürdige Entscheidung noch ein bissl mehr Plastikmüll im Meer zu versenken. Da hätte das Team die Mittel aufbringen müssen das Schiff zu bergen.

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  2. avatar Arwed sagt:

    Ein Segelboot in 4-6000m Tiefe in der Mitte des Atlantiks ist mE nicht der Plastikmüll, um den man sich wirklich Gedanken machen muss. Es ist dort in guter Gesellschaft.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 7

    • avatar Fabian sagt:

      Stimmt. Aller Mull der weit unten ist stört uns ja nicht. Machen wir es einfach alle so wie in dem schwedischen Film von 1964 vorgeschlagen und wir müssen uns keine Sorgen mehr machen….
      https://www.youtube.com/watch?v=XrcrX9Qaw2o

      Das Boot bleibt sicher nicht heile da unten… NAch meiner Meinung müssten alle Teams vor einer Regatta vorweisen, dass sie ihren Müll auch beseitigen können.

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  3. avatar dubblebubble sagt:

    Ein tolles Beispiel für alle die nicht wissen wohin mit ihrer Schrottmöhre.

    Das der Typ es auch noch öffentlich macht. Gehts noch?

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  4. avatar M. sagt:

    Müll ist Müll, egal in welcher kleiner Menge. Auf die Grundeinstellung kommt es dabei definitiv an und diese fehlt hier gänzlich – bei der Bergungscrew, dem Eigner, dem Team.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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