Röttgering berichtet von der “FanFan” beim Amateur-Einhandrace AZAB zu den Azoren

"Mir wurde kurz schwarz vor Augen..."

Röttgering ist wieder mit seiner "FanFan!" unterwegs mit einem langen Regattaschlag zu den Azoren. © Seefieber.de

SegelReporter Uwe Röttgering ist wieder unterwegs. Der bekennende Fahrtensegler nimmt eine kontrollierte Auszeit vom geregelten Leben als Anwalt und Familienvater und segelt um die Wette. Am Samstag startete er beim AZAB, einem Amateur-Rennen für Einhandsegler und Zweihandcrews von Falmouth zu den Azoren und zurück.

Der Wahlberliner, der 2002 bis 2003 große Aufmerksamkeit mit seiner 52000 Meilen langen Einhand-Weltumsegelung auf abenteuerlicher Route erzeugte und danach das vielleicht unterhaltsamste Segelbuch in deutscher Sprache schrieb, hat offenbar das Schnellsegeln für sich entdeckt.

Start von 80 Yachten zum AZAB vor Falmouth. Die Xc 42 "Bagatelle" ist als zweite deutsche Yacht mit dabei. © AZAB

2009 wagte er beim OSTAR Renen über den Atlantik die erste Regatta seines Segler-Lebens. Nun steuerte er erneut seine 26 Jahre alte “FanFan” über eine Startlinie. Erst alleine zu den Azoren, dann mit Kumpel Wolfgang Maas wieder zurück.

58 Schiffe sind am Start, darunter auch eine zweite deutsche Yacht. Die Xc-42 “Bagatelle” mit Horst Bulck und Helmut Gardthausen liegt in der Gesamtwertung nach berechneter Zeit auf Rang 18 (9 in Klasse IRC 4). “FanFan” ist gesamt 13. und in Klasse IRC 3 auf Platz 5.

Röttgering berichtet regelmäßig auf SR und seinem Blog.

„Der Start lief gut. Irritiert hat mich nur, dass über Funk ständig jemand etwas schrie, das klang wie “Fanfan you are over the line”. Die Startlinie kann es nicht gewesen sein und auch sonst habe ich nicht die geringste Idee, welche Linie ich überschritten haben könnte. Wenn ich etwas verbockt haben sollte, dann werde ich es im Ziel wohl erfahren (….)

Am zweiten Tag des Rennens liegt "FanFan" im guten Mittelfeld.

FANFAN! ist nach acht Stunden irgendwo im Mittelfeld. Kurzzeitig lief es besser. Doch als ein paar Skipper kurz vor Einbruch der Dunkelheit die Gennaker hochgezogen haben, habe ich etwas Boden verloren.

Bei mir geht es unter Groß und Genua in die Nacht. Derzeit habe ich im Umkreis von 5 Meilen ca. 20 AIS Signale anderer AZAB-Yachten. Mein Naviprogramm hat einen AIS Kollisionsalarm, der prima funktioniert, aber bei der derzeitigen Dichte des Feldes ständig anspricht. Die Nacht wird also unruhig.“

Vorbereitungen für den großen Schlag. Nummern kleben im Trysegel direkt vor "Wolfies Toy", der ehemaligen Yacht von Wolfgang Quix. Sie startet jetzt für Belgien. © Seefieber.de

Aber der Weltumsegler übersteht die Dunkelheit gut. Seine aktuelle Meldung: In der Nacht hat mich die Swan 47, die ich beim Start hinter mir gelassen habe, überholt. So was geht natürlich gar nicht. Also Gennaker hoch und hinterher. Nach ein paar Stunden ist die “Outragueous” wieder hinter mir.

Gegen Nachmittag musste der Gennaker wegen des zunehmenden Windes wieder runter. Leider klemmte – mal wieder – der Bergeschlauch und so musste ich die 90qm Tuch mit der Hand einsammeln. Lustig geht anders und als ich dann schließlich in, oder besser auf, einem Berg von Segeltuch auf dem Vorschiff saß, ist mir erst mal kurz schwarz vor Augen geworden.“

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Carsten Kemmling

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