Vendée Globe: Bernhard Stamm segelt wieder, Kap Horn Eiswarnung für Führungsduo

Weiter geht's


Day 50 highlights – Saturday, December 29, 2012
 

Day 49 highlights – Friday, December 28, 2012 

Bernard Stamm hat bei der Vendée Globe am Allan’s Beach vor dem neuseeländischen Dunedin den Anker gelichtet und ist auf den Rennkurs zurückgekehrt. Er hatte die Reparatur-Pause auf Rang fünf beendet und liegt jetzt auf Platz 10. Der Stopp kostete ihn 2.000 zusätzliche Meilen Rückstand.

Bernhard Stamm an seinem Ankerplatz vor Neuseeland

Bernhard Stamm an seinem Ankerplatz vor Neuseeland. © TV NZ

Aber die  beiden Hydrogeneratoren sollen jetzt wieder funktionieren. Von Euphorie ist der spröde Schweizer aber weit entfernt. “Ich bin wieder auf dem Weg”, verkündete Stamm trocken. “Ich versuche, die Batterien des Schiffes zu laden und den Autopiloten einzusetzen. Ich bin seh zufrieden mit meiner Arbeit, auch wenn der Grinder nicht repariert ist. Jetzt bin ich aber müde, habe pausenlos gearbeitet. Ich muss meine eigenen Batterien aufladen.”

Aber Stamm muss  sich auch mit der Jury auseinandersetzen. Als hätte er nicht genug Ärger am Hals, wurde er aufgefordert, genauer sein Manöver mit dem russischen Forschungsschiff bei den Auckland Islands zu beschreiben. Der Schweizer war längsseits gegangen, als sein Anker slippte. Hilfe von außen ist allerdings verboten bei der Vendée Globe. Sobald er wieder genug Energie habe, soll er Stellung nehmen.

Francois Gabart schläft

Francois Gabart beim Power Napping auf seiner “Macif”. © Gabart

Unglaubliches Duell

An der Spitze der Flotte setzte sich das unglaubliche Duell zwischen Francois Gabart und Armel Le Cléac’h weiter fort. Immer wenn man denkt, einer könnte der beiden könnte ein Break schaffen, kämpft sich der andere wieder heran und sogar vorbei.

Zuletzt lagen die Vorteile bei Armel Le Cléac’h, der vor zwei Tagen seinen jungen Kollegen um fast 30 Meilen in sein Kielwasser zwingen konnte. Aber die Passage einer Flautenzone bewältigte wiederum Gabart besser. Er zog in Lee vorbei und lag beim letzten Eistor dieser Vendée Globe um den Wimpernschlag von einer Seemeile vorne, um dann aber wieder zwei Meilen abzugeben. Letzte Berechnungen ergaben, dass die beiden Franzosen im Abstand von nur zehn Minuten am Kap Horn vorbeischrammen könnten.

Die Situation bei der Vendée Globe am 29.12.

Die Situation bei der Vendée Globe am 29.12. Die beiden Führenden duellieren sich. Jean Pierre Dick kommt von hinten.

Dabei sollte sich das Duo nicht allzusehr alleine mit sich selbst beschäftigen. Denn von hinten kommt Jean-Pierre Dick immer näher. Er verkürzte in drei Tagen den Abstand von 680  auf 370 Meilen, muss aber noch auf weiteres Wetterglück hoffen, um tatsächlich in Schlagdistanz zu kommen.

Eiswarnung am Kap Horn

Allerdings kommt ein weiteres Problem dazu. Die Rennleitung hat bekannt gegeben, dass am Kap Horn Eisberge gesichtet worden sind. Sie kann nicht darauf reagieren, indem sie ein Eistor verschiebt, da alle Gates passiert sind. Beim Runden des Kaps sollen 15 kleinere Eisberge in der Nähe sein.

Die seien aber nicht das Problem, weil sie gut zu orten sind. Per Satellit können minimal 100 Meter lange Eisstücke identifiziert werden. Aber gefährlich sind die unsichtbaren kleineren Schollen, die im Umfeld schwimmen. Die Wettfahrtleitung steht im ständigen Kontakt mit den Seglern und gibt seine Erkenntnisse über die Eis-Entwicklung weiter.


Week 7 Highlights of the 2012-2013 Vendée Globe
Vendée Globe Race Tracker
avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

4 Kommentare zu „Vendée Globe: Bernhard Stamm segelt wieder, Kap Horn Eiswarnung für Führungsduo“

  1. avatar felix sagt:

    Streng genommen heißt es ja, dass die Vendee Globe eine Weltumsegelung, einhand, ohne fremde Hilfe und ohne Zwischenstop ist. Allerdings würde ich das jetzt nicht Stamm ankreiden, sondern ich stelle das gesamte Konzept der Vendee in Frage. Es gab ja schon Rennen mit 3 Todesfällen unter den Skippern, Aktuell sind bereits ca. 20% der Teilnehmer ausgeschieden. Und man kann froh sein, dass die diesjährige Vendee noch keine Todesopfer gefordert hat.
    Sport soll ja ein menschliches Kräftemessen sein. Die Vendee ist aber eher eine technische Materialschlacht, wo zugunsten der Geschwindigkeit ausserdem erhebliche Risiken eingegangen werden. Daher bin ich für die Einführung einer Einheitsklasse. Jeder Segler soll ein identisch gebautes Boot bekommen. Und alle Boote müssen so gebaut sein, dass sie zuverlässig bleiben, auch wenn sie von den Seglern mit maximaler Härte durch die brüllenden 40ger geknüppelt werden. Einzig und alleine das seglerische Können sollte entscheiden, nicht aber das Material und das eingehen von lebensgefährlichen Risiken.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 12

    • avatar 123 sagt:

      Dann solltest du dir das nächste Volvo Ocean Race anschauen.
      Die fahren strenges One Design.
      Finde ich nicht gut, aber wurde so entschieden.
      Auch bei der Vendee Globe sollte es meiner Meinung nach so bleiben.
      Ich finde gerade auch die technische Entwicklung bei den Booten spannend.
      Außerdem hilft es auch uns Regatta seglern, denn in keiner anderen Klasse als einer Open Class
      können Konstruktöre so viel ausporbieren, was dann später auch auf “normalen” (Regatta) Schiffen angewendet werden kann.
      Ein Beispiel ist die Rotierende Naviecke die Jean Pierre Dick auf seiner Virbac Paprec 2 hatte. Das System ist jetzt auch auf der JP54 verbaut. Gut ist keine Großserie aber trozdem.
      Ein anderes Beispiel ist Fiberrigging, also PBO, das wurde auch zuerst in Open Class Schiffen verbaut und ist heute schon recht verbreitet.
      Beim Mini Transat wird ja auch nicht gefordert, das es OD Schiffe sein sollten, obwohl auch schon einige leider bei gestorben sind.

      Solange bei dem System genug Teilnehmer an Start kommen, sollte es so beleiben, und wenn die Regatta irgenwann mal mehr kaum Teilnehmer haben sollte, könnte man auf One Design wechseln, um die Kosten zu senken.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 2

  2. avatar Capitan Futuro sagt:

    Tja, jetzt haben wir’s. Er wird wirklich disqualifiziert! Weil er fremde Hilfe angenommen habe beim längsseits gehen und weil es dabei zu Kontakten zwischen den beiden Schiffen gekommen ist, wenn ich das richtig verstehe.
    Ich verstehe es nicht.

    Bernhard Stamm wird wohl heulen!

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

    • avatar Capitan Futuro sagt:

      Zusatz: in weiser Voraussicht wurde die Kommentarfunktion zu der Meldung bei Vendee globe abgeschalten.

      (Wieso kann man seinen eigenen Kommentar nicht bearbeiten?)

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *