Vendée Globe: Gabart 140 Meilen vorne, Azoren-Hoch bringt Optionen

Das Ziel ist fast in Sicht


Day 72 highlights von VendeeGlobeTV

Bei der Vendée Globe ist der Abstand des Führungsduos stabil um 140 Meilen. Mike Golding ist im Begriff an Jean Le Cam vorbeizuziehen. Di Benedettos Spi zefetzt. De La Motte mit Ruder-Kollision.

Alessandro di Benedetto

Alessandro di Benedetto schneidet seinen Spi vom Mast. © Di Benedetto

Noch knapp eine Woche, dann wird das führende Boot der Vendée Globe im Ziel-Hafen Les Sables d’Olonne erwartet. Es spricht viel dafür, dass es Francois Gabart (29) sein wird. Der Macif-Skipper hat seinen Vorsprung nach den Doldrums, als Armel Le Cléac’h bis auf 60 Meilen heran gerauscht war, im günstigeren Wind kontinuierlich bis auf 150 Meilen ausgebaut.

Er kann sich allerdings kaum entspannen. Denn das Azoren Hoch liegt noch im Weg und stellt  für die übermüdeten Einhand-Piloten noch eine große Herausforderung dar. Für Verfolger Le Cléac’h könnten sich in der verbleibenden Woche vor der am Sonntag erwarteten Ankunft in Frankreich noch Überholmöglichkeiten ergeben. Gabart meldete zuletzt eine deutlich geringeren Speed als sein Widersacher.

Vendée Globe am 21.1. Francois Gabart liegt sicher vor dem Feld.

Vendée Globe am 21.1. Francois Gabart liegt sicher vor dem Feld.

Gut 500 Meilen dahinter scheint die Sache auch für Jean-Pierre Dick und Alex Thomson entschieden. Der Franzose liegt fast 270 Meilen voraus und ist auf dem spitzen Kurs gen Norden kontinuierlich schneller als der Brite.

Spannend ist wieder im Kampf um Platz fünf geworden. Jean Le Cam ist im Begriff, den Platz an Mike Golding zu verlieren, der auf dem Kreuzkurs an Brasilien vorbei wie Jean Pierre Dick und Francois Gabart zuvor auf den rechtsgedrehten Ostwind zusegelte und die Früchte erntet.

Kampf um Platz fünf. Mike Golding (gelb) kommt mit Wind von Steuerbord auf Jean Le Cam zu

Kampf um Platz fünf. Mike Golding (gelb) kommt mit Wind von Steuerbord auf Jean Le Cam zu und dürfte knapp voraus liegen.

Der Brite macht sich allerdings Sorgen über seinen Energie-Verbrauch. Die lange unerwartete Kreuz entlang der brasilianischen Küste habe das Rennen länger gemacht als erwartet. “Es kann sein, dass wir fünf Tage länger benötigen, als geplant. Sprit und Verpflegung werden knapp.”

Er habe auf dem Amwindkus seit dem Southern Ocean den Hydrogenerator nicht mehr eingesetzt und mache sich bei den ermüdenden Schlägen gegenan auch Sorgen um das Boot. Auch Kollege Jean Le Cam spricht von den “schlimmsten Bedingungen im Süd-Atlantik”, die er je erlebt habe.

Bernhard Stamm (gelb) kommt auch von links, und liegt außer Konkurrenz auf Rang sieben.

Bernhard Stamm (gelb) kommt auch von links, und liegt außer Konkurrenz auf Rang sieben.

Auch am Ende der Flotte wird noch hart gekämpft. Alessandro die Benedetto hat nach seiner Kap Horn Passage jetzt auch die Falkland Inseln passiert, klagt aber über große Probleme mit dem Spinnaker. Er sei in mehrere Stücke gerissen. Die Socke hänge noch im Masttopp, der andere Teil sei um das Steuerbord-Ruder gewickelt. Der Italiener kletterte in den Mast und schnitt die Fetzen ab.

Tanguy de La Motte macht sich Sorgen um sein Ruderblatt

Tanguy de La Motte macht sich Sorgen um sein Ruderblatt nach einer Kollision. © De La Motte

Tanguy de La Motte kollidierte mit einem Objekt und hatte Angst um sein Ruderblatt. Die Situation scheint aber stabil. Das Ruder halte.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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