Vendée Globe: Guillemot gibt mit Kielbruch auf, Gabart in Führung

Das Unvorstellbare

Marc Guillemot ist das Unvorstellbare passiert. Kaum 50 Meilen nach dem Start zur Vendée Globe bricht sein Kiel ab. Die Untersuchungen nach der Rückkehr des Safran-Piloten ergaben, dass ihm nur 30 Zentimeter seiner Kielfinne geblieben sind.

Marc Guillemot rockt nach einem Kielbruch nicht mehr dem Sieg bei der Vendée Globe mit Safran entgegen. © Jean-Marie Liot

Marc Guillemot rockt nach einem Kielbruch nicht mehr dem Sieg bei der Vendée Globe mit Safran entgegen. © Jean-Marie Liot

Der Franzose, der als dritter der vergangenen Vendée Globe zum erweiterten Favoritenkreis gehörte, berichtet von zwei lauten Geräuschen, sofortigem Fahrtverlust und plötzlicher Krängung. Er lag im 20 Boote Feld auf Rang drei und war in einem engen Zweikampf mit Alex Thomson auf Hugo Boss verstrickt, als das Unglück passierte.

“Ich weiß nicht, ob wir kollidiert sind oder nicht”, sagt der Skipper an Land. “Wir versuchen herauszufinden, was passiert ist und werden nichts verbergen.” Der Kiel, der im Unterschied zu den Stahl-Finnen der Konkurrenz aus Titan gefertigt ist, sei etwa 25000 Meilen bei heftigsten Bedingungen gesegelt worden. “Klar hatte ich großes Vertrauen. Kein Segler würde diese Regatta ohne Vertrauen in den Kiel starten.”

Der letztmalige Vendée Dritte Marc Guillemot ist raus. © Francois Van Malleghem/DPPI/Safran

Der letztmalige Vendée Dritte Marc Guillemot ist raus. © Francois Van Malleghem/DPPI/Safran

Wenn es keine Kollision gegeben habe könne es sich auch um Metall-Ermüdung handeln oder eine fehlerhafte Berechnung. Niemand wisse das im Moment. Immerhin sei es besser, dass es so passiert ist als etwa bei 35 Knoten vor den Kerguelen Inseln. Das Schiff wäre wohl gekentert. “Aber ich bin sehr enttäuscht für unseren Sponsor und das gesamte Team.”

Guillemot hatte schon bei der vergangenen Vendée Globe 1000 Meilen vor dem Ziel den Kiel verloren, das Finish aber noch ohne Kenterung auf Platz drei geschafft.

Bertrand De Broc, der zweite frühe Vendée Havarist, hat inzwischen wieder abgelegt und hetzt 340 Meilen achteraus dem Feld hinterher. Er hatte ein kleines Loch im Rumpf reparieren lassen, das bei einer Kollision mit dem Team-Tender enstanden war.

Der jüngste Skipper im Feld, Francois Gabart (29) liegt vorne. © Vendée Globe

Der jüngste Skipper im Feld, Francois Gabart (29) liegt vorne. © Vendée Globe

An der Spitze des Feldes hat sich eine Dreiergruppe etwas abgesetzt. Am besten ist François Gabart mit “Macif”, der mit 29 Jahren jüngste Skipper der Flotte aus den Startblöcken gekommen, nachdem er noch auf der Startlinie mit einem Frühstart hatte umdrehen müssen. Am Kap Finisterre betrug sein Vorsprung auf die Verfolger noch fast 13 Meilen. Aber inzwischen ist Vincent Riou (PRB) bis auf knapp 5 Meilen wieder herangesegelt und auch Armel Le Cléac’h (Banque Populaire) holte bis auf neun Meilen auf.

Auch der Schweizer Bernhard Stamm macht einen guten Eindruck auf den erstem Meilen und liegt auf Rang vier. Ebenso scheint Alex Thomson mit seiner “Hugo Boss” diesmal konkurrenzfähig zu sein. Er hielt als fünfter am Kap gut an der Spitze mit, verlor aber zuletzt deutlich mit einem etwas extremen Schlag unter die spanische Küste. Mit knapp 60 Meilen Rückstand ist der Brite sechster.

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Carsten Kemmling

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9 Kommentare zu „Vendée Globe: Guillemot gibt mit Kielbruch auf, Gabart in Führung“

  1. avatar Uwe sagt:

    Tolle Berichterstattung vom Vendee Globe.

    Würde mich jedoch genauso über einen Bericht von den Letzten Helden auf dem Mühlo freuen.

    Laser GER-119462 war ja dabei 🙂

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    • avatar Christian sagt:

      was, mit so einer alten Möhre war Carsten unterwegs? Die ist ja aus den 80ern!

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      • avatar sports78 sagt:

        mit der alten möhre war carsten gar nicht man schlecht…
        ein farbberater allerdings wäre dringend nötig. was war das
        altrosa??? *schüttel*

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  2. avatar SB sagt:

    Groupe Bel mit Kito de Pavant ist auch raus – Kollision mit Trawler…

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  3. avatar SR-Fan sagt:

    Gut, es war irgendwie klar, dass einige rausfallen und es ein harter Kampf ist. Aber ich würde mich als Sponsor schon bedanken, wenn ich Millionen sponsore, Jahre investiere und mein Schützling dann noch nicht mal aufs offene Meer kommt. Würde mich ja interessieren, wie man sowas bei der Sponsorensuche “vermarktet”.

    Vielleicht sollte man langsam bei der Bootsentwicklung auf UFOS Rücksicht nehmen und die Boote entsprechend verstärken?! Wie war das “Um als erster anzukommen musst Du erstmal ankommen?”

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  4. avatar NK sagt:

    Öhm.. Kollision mit Tender und Loch im Schiff? Ich dachte, die Dinger sind aus Gummi…

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  5. avatar armchairadmiral sagt:

    Safrans Kiel ist ab.
    Wenn da die Waffenkunden mal nicht mistrauisch werden…

    Schade um alle, die es jetzt schon raushaut!

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  6. avatar Uwe sagt:

    Schwierige Windverhältnisse derzeit für die Regattateilnehmer. Der Tracker zeigt in der 36 h Vorhersage Gegenwind, den man per Westkurs zu entgehen versucht. Man darf gespannt sein, wer am besten durchkommt.
    .

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