Vendée Globe: Jean-Pierre Dick ankert – Golding mit Wassereinbruch

Kampf zum Ziel


Day 82 Highlights von VendeeGlobeTV

Jean-Pierre Dick  hat vor der spanischen Küste geankert, um den Durchzug eines Sturms abzuwarten. Mike Golding hat Probleme mit seinem Kielkopf und muss einen Wassereinbruch stoppen.

Jean Pierre Dick

Jean Pierre Dick kämpft, um diese Vendée Globe auch ohne Kiel beenden zu können. © Liot/DPPI

Nach der triumphalen Rückkehr von Hugo Boss Skipper Alex Thomson, der die Vendée Globe auf einem starken dritten Platz beendet hat, ist der Fokus wieder zu den im Rennen verbliebenen neun Skippern gewechselt.

Sorgenkind ist besonders Jean-Pierre Dick, der ohne Kiel zwar aufrecht segelnd das Kap Finisterre passierte und die Festland-Küste erreicht hat, sich nun aber nicht einem drohenden Sturm aussetzen will.

“In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird ein heftiges Starkwindgebiet auf dem Weg nach Les Sables d’Olonne durchziehen”, berichtet der Franzose. “Deshalb werde ich stoppen, aber nicht aufgeben. Ich will ankern oder eine Boje an der spanischen Küste finden. Aber ich will jetzt wirklich langsam zu meiner Familie. Dennoch muss ich wohl drei Tage warten. Reparieren, lesen und essen. Das ist der Preis, um diese Vendée Globe zu beenden.”

Jean Pierre Dick ankert vor der spanischen Küste

Jean Pierre Dick ankert vor der spanischen Küste

Dicks Vorsprung könnte immer noch knapp ausreichen, um das Rennen auf Rang vier zu beenden. Jean Le Cam liegt rund 1200 Meilen zurück und schafft zurzeit 350 Meilen in 24 Stunden.

Auch Mike Golding liegt dann noch in Schlagweite knapp 90 Meilen achteraus. Der Brite hat allerdings ein Problem mit seinem Kiel. Am Kopf tritt Wasser in den Rumpf ein. Er berichtet aber: “Die Reparatur hält.” Eine Tampen-Verbindung helfe das Lager in Position zu halten und den Wasserdruck im Griff zu behalten. “Ich will nicht stoppen. Ich bin immer noch im Rennen um Platz fünf.”

Die Konkurrenz lauert.

Die Konkurrenz lauert. Können sie den schwächelnden Dick doch noch einholen?

Vendée Globe Tracker

 

 

 

Bernard Stamm (gelb) ist noch dran an Le Cam und Golding holt aber kaum auf.

Bernard Stamm (gelb) ist noch dran an Le Cam und Golding holt aber kaum auf.

Wasser sprudelt in Mike Goldings Boot.

Wasser sprudelt in Mike Goldings Boot. Nach einer Repartur ist er aber wieder zuversichtlich. © Golding

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Vendée Globe: Jean-Pierre Dick ankert – Golding mit Wassereinbruch“

  1. avatar Markus sagt:

    JP Dick hat nun mit Hilfe seines Motors im Hafen von San Cibrao geankert. Kann ein Vendee globe Teilnehmer einen Hafen anfahren. ( Meiner Meinung nach ist das ein kuenstliches Hilftsmittel)
    Muesste er nicht disqualifiziert werden?

    Als Landratte wuerde mich mal die Meinung kompetenter Segler interessieren.

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    • avatar Uwe sagt:

      “A competitor can put into port, mooring or anchoring by his/her own means but cannot receive any outside assistance, except for medical assistance strictly limited to the terms of the article 3.3 below.”
      (Notice of race)

      ” On today’s Vendée Globe LIVE JP confirmed that he had used his engine momentarily to help get Virbac-Paprec 3 on to the buoy. The rules do not allow the engine to be used whilst racing except in the case of danger. If the engine is used, the seals are broken, the skipper must report to the Jury who then make a decision based on the circumstances, mainly taking into account whether any gain has been made.

      “The was some wind while I was manoeuvring but I could enter the port under sail. I used the engine for a quick moment to get close to the buoy and moor.”

      http://www.vendeeglobe.org/en/news/article/11871/downtime-for-jean-pierre.html

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. “The was some wind while I was manoeuvring but I could enter the port under sail. I used the engine for a quick moment to get close to the buoy and moor.”

    Tja, zweifelhaft, ob die Jury das als Gefahrenmoment sieht (ich eigentlich nicht), er hätte z.B. auch seinen Anker benutzen können statt der Muring. Aber man war ja auch nicht dabei.
    Wäre natürlich schade, wenn er deshalb rausfliegt, nach seinem Husarenstück mit/ohne Kiel soweit gekommen zu sein, und immer noch in Reichweite von Platz 4.

    Bzgl. Hafen: Das sieht mir mehr wie ein ‘Naturhafen’ aus, eine enge, geschützte Bucht. Das sollte also weniger das Problem sein.

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    • avatar Backe sagt:

      Ich habe ja schon von vielen merkwürdigen Juryentscheidungen gehört, aber …
      Könnte eine Jury wirklich so blöd sein, den eigentlichen Helden dieser Vendee auf einer derartigen Grundlage zu disqualifizieren?
      Spätestens dann sollten sich die Veranstalter am Kopf kratzen und sich fragen, welchen Schädling sie sich mit dieser Truppe in den Pelz gesetzt haben – verkörpert doch JPD wie kaum ein anderer den Nimbus dieser Regatta, der überlebensgroße Seehelden hervorbringt, die durchzuhalten und nie aufgeben.

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    • avatar Schärenkreuzer sagt:

      …mainly taking into account whether any gain has been made.

      Von ‘gain’ / rennrelevantem Vorteil kann bei seinem -wie auch immer gearteten- Motoreinsatz ja keine Rede sein, denn er parkt ja sicherheitshalber, wenn, dann hätten die Verfolger also ‘gain’. Insofern lässt es das Reglement scheinbar durchaus zu, JPD regulär das Rennen nach Hause fahren zu lassen.

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