Vendée Globe: Jean-Pierre Dick segelt weiter, Alex Thomson erklärt, Jean Le Cam gratuliert

"Jeder würde das für den anderen tun"

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Alex Thomson hat die Bewachung von Jean-Pierre Dick aufgegeben. In einer Video Botschaft erklärt er die Gründe. Dick setzt seinen Kurs nach Portugal fort. Jean Le Cam preist “Rookie” Gabart.

Alex Thomson

Alex Thomson hat wieder seinen direkten Weg zur Ziellinie aufgenommen © Alex Thomson/ Hugo Boss

Jean-Pierre Dick hat nach der überstandenen Starkwind-Phase entschieden, die Vendée Globe nicht bei den Azoren aufzugeben. Er segelt bei wenig Wind weiter in Richtung portugiesischer Küste, weiß aber immer noch nicht, ob er es bis ins Ziel schafft.

“Ich werde bis zum Kap Finisterre segeln und sehen, wie die Bedingungen dort sind.” Erst in den nächsten Tagen werde sich zeigen, wie sich das Wetter entwickelt. “Ich kann einfacht keine 40 Knoten überstehen.” Es sei wichtig, diese Vendée Globe für sich und sein Team zu beenden. Aber auch das Leben sei wichtig. Per Telefon bedankte er sich bei Alex Thomson für die Hilfe und sagte, dass er sich nun sicher fühle, um die portugiesische Küste zu erreichen.

Per Video-Botschaft erklärt Hugo Boss Skipper Alex Thomson noch einmal deutlich seine Hilfeleistung: “Er hat mich nicht gefragt, es war einfach etwas, das ich tun musste… Wenn ihm etwas passiert wäre, hätte ich es mir nie verzeihen können… Ich kann keine Wiedergutmachung von der Jury bekommen, aber das ist ohnehin irrelevant. Ich weiß, dass er das Gleiche für mich tun würde. Jeder Skipper würde das tun für jeden anderen.

Jean-Pierre Dick hält auf die portugisische Küste zu.

Jean-Pierre Dick hält auf die portugisische Küste zu. Alex Thomson segelt im stärkeren Wind weiter nördlich.

2006 hat Mike Golding mein Leben gerettet. Vincent Riou rettete Jean Le Cam beim letzten Mal. Es sind die Werte der IMOCA Klasse, dass wir aufeinander achten. Es ist ein wichtiger Teil. Wir sind harte Gegner aber auch Freunde und Kameraden. Wenn wir auf den Ozeanen mit den Elementen kämpfen, sind die anderen Skipper unser Sicherheitsnetz.”

Keine große Sieger ohne große Zweite

Auch Jean Le Cam äußert sich (Übersetzung Andreas Borrink):

“Mein kleiner François, Herzlichen Glückwunsch – was für eine Leistung! Du hast uns alle beeindruckt und wir sind voller Ehrfurcht. Was Du vollbracht hast, ist einfach unglaublich. Du bist der erste von den „Rookies“  und wenn ich mich nicht irre, ist der zweite Rookie Javier Sanso und der ist 15 Tage hinter dir!

Herzlichen Glückwunsch an Dich und Dein Team. Wir, von allen Menschen, wissen, was Teamarbeit ist. Du hast dich für die Experten um „Professor“ Michel Desjoyeaux und das Team Mer Agitée entschieden. Es war Deine Entscheidung, und es war die richtige Entscheidung.

Du hast der französischen Sailing Federation geholfen, viel Geld zu sparen, denn nun brauchen wir keine teuren Cocktail-Partys, um den Segler des Jahres zu wählen. Du hast den 24-Stunden Streckenrekord gebrochen, bist der erste und jüngste Rookie, der das Vendee gewonnen hat und Du hast es in unter 80 Tagen geschafft. Was sonst hättest Du noch tun können – es ist einfach schön, ich bin voller Bewunderung.

Ich sage immer: Es gibt keine großen Gewinner ohne großen Zweiten. Hätte Dir Armel nicht ununterbrochen im Nacken gesessen, Du hättest nicht erreicht, was Du erreicht hast! Auch an Armel gehen meine Glückwünsche, er ist ein Teil dieser Leistung, wenn auch nicht Teil des Sieges. Wir alle wissen, eine Leistung wie Deine kann nur erbringen, wer von einem anderen angetrieben wird.

François und Armel, Herzlichen Glückwunsch und … See you soon!”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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