Vendée Globe: Jean-Pierre Dicks Reparatur erfolgreich – Stamm bereitet Stopp vor

Licht am Horizont

Jean-Pierre Dick hat bei der Vendée Globe erfolgreich repariert und wieder Fahrt aufgenommen Richtung Les Sables d’Olonne. Bernard Stamm soll am Kap Horn Sprit aufnehmen und wäre damit raus aus der Wertung.

Dominique Wavre hat noch 300 Meilen zum Kap Horn.

Der Sonne entgegen. Dominique Wavre hat noch 300 Meilen zum Kap Horn. Danach wird es wärmer. © Dominique Wavre / Mirabaud

Bis auf 225 Meilen hatte sich Jean-Pierre Dick an das Führungsduo herangekämpft und schien tatsächlich in der Lage, noch in den Kampf um den Gesamtsieg eingreifen zu können. Dann brach der Stropp, der das Stagsegel-Vorstag mit dem Deck verbindet und die Hoffnung ist dahin. Dick reparierte gut einen Tag und ist jetzt wieder auf Kurs mit einem Rückstand von 406 Meilen.

Es muss eine frustrierende Situation sein. Denn für den französischen Barcelona World Race Sieger hatte sich etwas Licht am Horizont abgezeichnet. Er hätte noch um den Vendée Globe Sieg mitkämpfen können. Und das, obwohl er gerade erst eine haarsträubende Situation erfolgreich überstanden hatte.

Seit dem 22. Dezember hatte sich der 290 Quradratmeter große Gennaker am Mast-Topp so verklemmt, dass er nicht mehr geborgen werden konnte. Das Rollsegel drohte im Sturm auszurollen und verhinderte auch die Möglichkeit, andere Raumschots-Segel am Bugspriet zu setzen.

Gefährliche Mast-Kletterei

Er gab jetzt preis, dass er viermal erfolglos versucht habe, den Mast zu besteigen um das Segel zu bergen. Ein Stopp am Kap Horn stand zur Debatte. Aber er entschied sich dagegen und bekam in Lee der Falkland-Inseln, die letzte Chance um die Operation zu starten. Danach hätten starke Gegenwinde die See zu rauh gemacht, um in das Rigg zu klettern.

Vendée Globe am 8.1.2013. Jean-Pierre Dick (helblau) ist wieder auf Kurs.

Vendée Globe am 8.1.2013. Jean-Pierre Dick (helblau) ist wieder auf Kurs. Für die Reparatur ist er vor dem Wind abgelaufen und hat 200 Meilen verloren.

Die Aktion dauerte insgesamt fast drei Stunden. Allein 40 Minuten brauchte er jeweils für den Auf- und Abstieg. “In 30 Metern Höhe wackelt es ganz schön”, sagt Dick. Er habe den beschädigten Haken ausgewechselt und mit einem neuen System samt Fall ersetzt.

“Es ist ziemlich gefährlich.” Insbesondere als sich noch das Abseil-System verklemmte, als er vier Meter über dem Deck hing. Danach äußerte sich Dick euphorisch. “Ich bin stolz, es geschafft zu haben. Nun beginnt ein neues Rennen”.

Prompt holte er dramatisch auf. Aber nun warf ihn der Vorstagbruch erneut zurück. Und es sieht nicht so aus, als wenn er eine neue Chance bekommen sollte, in den Kampf um Platz eins eingreifen zu können. Vielmehr muss er sich Alex Thomson erwehren, der nur noch 70 Meilen zurück liegt.

Le Cléac’h hat Schwierigkeiten Gabart zu folgen

Thomson hat mit einem westlichen Kurs noch Rückenwind, während die Spitzenboote schon seit Tagen gegenan kreuzen müssen. “Hugo Boss” scheint aber bisher nicht von dem beschädigten Hydrogenerator gebremst werden zu können. Thomson wird aber dem Moment entgegen fiebern, da er wenden  und mit dem Backbord-Generator die Batterien aufladen kann.

An der Spitze hat Armel Le Cléac’h immer mehr Schwierigkeiten seinem jüngeren Gegner Francois Gabart zu folgen. Er ist minimal schneller und seine östliche Positioierung zahlt sich aus. BDer Vorsprung beträgt 65 Meilen. Beide Skipper segeln auf die erwarteten Ostwinde zu. Die Rechtsdrehung bedeutet einen weiteren Vorteil für Gabart.

Derweil nähert sich die Verfolgergruppe dem Kap Horn und Jean Le Cam hat die notorische Südspitze von Amerika bereits gerundet. Von Bernard Stamm ist zu hören, dass sein Team eine Diesel-Übergabe am Kap Horn vorbereitet. Die Hydrogeneratoren können offenbar nicht mehr repariert werden. Damit wäre “Cheminées Poujoulat” endgültig aus dem Rennen noch bevor die Jury endgültig über den Protest entschieden hat.


Day 59 highlights von VendeeGlobeTV

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Vendée Globe: Jean-Pierre Dicks Reparatur erfolgreich – Stamm bereitet Stopp vor“

  1. avatar mika sagt:

    schade um stamm. zumindesten hat er sicherlich eine menge anhänger (mich inklusive) dazugewonnen. das wird ihm auch hoffentlich hilfreich sein den nächsten nächsten versuch in vier jahren zu starten…

    ansonsten daumen hoch für alex thomson, ein klasse rennen obwohl es nicht an schwierigkeiten für ihn mangelte. und gabart hat was von vettel. kam mir grad so in den kopf. egal wie gut die die boote der anderen waren, egal wie hut sie gesegelt sind… gabart war immer nen bisschen besser. aber noch ist ja lange noch nich schluss…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

  2. avatar Stefan Z sagt:

    Der Abstecher nach Westen von Alex Thomson sieht momentan sehr vielversprechend aus. Bei 1200sm Vorsprung auf Platz 5 lässt es sich ziemlich locker angreifen. Ich bin gespannt wie es in zwei Tagen aussieht.

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