Vendée Globe: Kito de Pavant äußert sich zur Kollision mit dem Fischtrawler

„Ich war unter Deck, als ich Schreie hörte!“

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Das aufgeklappte Deck der "Groupe Bel". © de Pavant

Das aufgeklappte Deck der “Groupe Bel”. © de Pavant

„Eigentlich ist die Möglichkeit einer Kollision mit einem anderen Schiff extrem niedrig,“ erklärt Kito de Pavant via Immarsat-Telefon von Bord der havarierten Groupe Bel. „Ich habe die ganze Nacht über reichlich Schiffe in der Umgebung auf meinem Radarschirm gehabt – und jedes Mal, wenn eines im Umkreis von 10 Meilen auftauchte, klingelte mein AIS Alarm!“

Die „Falle“ sei eben, so Kito weiter, dass man sich darauf verlässt oder besser: verlassen muss, dass alle anderen auf dem Wasser ebenfalls AIS eingeschaltet haben. Die ganze Nacht über habe alles perfekt funktioniert, nur heute Morgen sei er eben im falschen Moment unter Deck gelegen, um eine Mütze voll Schlaf zu nehmen.

Über 2 m Länge das Deck seitlich eingedrückt bzw. angehoben und aufgerissen © Kito de Parvant

Über 2 m Länge das Deck seitlich eingedrückt bzw. angehoben und aufgerissen © Kito de Parvant

Die Position der “Groupe Bel” war 39°56 Nord/ 9° 56 West, auf Rang 10, ungefähr 10 sm hinter Jean le Cam auf der “Synerciel”, als der Unfall passierte.

„Ich nehme an, auf dem Fischtrawler waren sie bei der Arbeit, jedenfalls gab es auch keinen Anruf über Funk. Ich hörte plötzlich Schreie, schreckte hoch, da krachte es auch schon!“

Er sei keineswegs sauer auf die Fischer, sondern wütend auf sich selbst, stellt Kito weiter klar. „Sowas darf nicht passieren, ich hätte einfach daran denken müssen, dass vor Portugal, ähnlich wie vor der afrikanischen Küste viele „kleine“ Fischerboote unterwegs sind, für die AIS oder eine Hochseeregatta Fremdwörter sind! Bei 3 Metern Seegang und einer Geschwindigkeit von 15 Knoten ist man in fünf Minuten vor dem „Gegner“, den man vorher noch nicht einmal erahnen konnte!“

Kito de Pavant scheint im Video den Tränen nahe, zeigt aber schon wieder Galgenhumor. „Wenn ich mich beeile, kann ich meinen Rekord vom letzten Mal noch brechen – in 2008 ist mir in der Biskaya der Mast runter gekommen – nach 28 Stunden Regatta und 4 Jahren Vorbereitung!“ Doch diesmal sei es noch schlimmer, wegen des eigenen Fehlers: „Wir haben wirklich auf alles, alles geachtet! Und dann geh ich im falschen Moment schlafen!“ fügt er untröstlich hinzu.

In seinem kleinen selbst gedrehten Film zeigt der Skipper den Schaden an der Groupe Bel. Eine rasche Reparatur zur weiteren Regattateilnahme scheint der Landcrew unmöglich, eine endgültige Aufgabe will Kito aber erst nach eingehender Besichtigung bekannt geben.

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Michael Kunst

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9 Kommentare zu „Vendée Globe: Kito de Pavant äußert sich zur Kollision mit dem Fischtrawler“

  1. avatar N00by sagt:

    Sind eure Videos im Eimer?

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  2. avatar Breizh sagt:

    Wieso dürfte er das Boot denn reparieren lassen? Das ganze sollte doch ohne Stop einmal rund um die Welt sein. Das eine Rückkehr in den Ausgangshafen erlaubt ist, kann ich mir irgendwie noch erklären. aber einen “fremden” Hafen anlaufen, widerspricht dem Sinn der Veranstaltung irgendwie. Wir sind hier ja nicht beim Volvo Ocean Race.

    Vielleicht kann ja ein Experte hier einmal für Aufklärung sorgen.

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    • avatar BB sagt:

      Genau so ist es, Reparaturen sind nur im Ausgangshafen erlaubt. Wenn reparieren, dann also zurück nach Sables, reparieren und wieder los. Allerdings wird er inzwischen in der Wertung als “unvollendet” geführt.. Würde mich auch wundern, wenn sie das einigermaßen repariert bekommen, da die maßgeblich tragenden Bereiche schwer beschädigt sind..

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      • avatar Jan-X sagt:

        Nein, da gibt es meiner Meinung nichts mehr zu reparieren, jedenfalls nicht im erlaubten Zeitfenster für den Restart. Das ist nur noch Papier und Carbon. Schade, dem hätte ich es wirklich gegönnt, ein lustiger Vogel.

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

    • avatar Ready2fly sagt:

      Notice of Race

      Article 3.2

      “…A competitor can put into port, mooring or anchoring by his/her own means but cannot receive any outside assistance, except for medical assistance…”

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  3. avatar stino sagt:

    Eigentlich ist die Möglichkeit einer Kollision mit einem anderen Schiff extrem niedrig …
    und sich dann noch auf ais verlassen …
    da wird mir anst und bange.
    was fuer spacken fahren da zur see?

    bin nautiker auf containerschiffen und fahre im schnitt woechentlich ein ausweichmanoever auf hoher see,
    an der kueste wohl taeglich.

    ps den “segler” kenn ich – der hat mich neulich auf der autobahn im nebel mit tempo 200 ueberholt

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 14 Daumen runter 17

    • avatar Schnappi sagt:

      Wo der Mann Recht hat … Ich meine klar ist das eine riesen Herausforderung und ich finde diese Rennen auch extrem geil, aber eine leere Brücke, dazu noch in Küstengewässern – würden wir Segler auch bei keinem anderen tolerieren …

      ^^

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