Vendée Globe: Thomson schiebt sich auf Rang drei vor – Gabart zieht weiter weg

Auf dem Vormarsch

Bei der Vendée Globe hat sich Alex Thomson auf den dritten Platz vorgeschoben. Francois Gabart führt nach der Wende mit 146 Meilen Vorsprung.

Alex Thomson mit "Hugo Boss"

Alex Thomson hat sich mit “Hugo Boss” auf den dritten Platz gekämpft. © Launay

Der Gewinner des Tages bei der Vendée Globe ist der Brite Alex Thomson mit seiner “Hugo Boss”. In zwei Tagen verkürzte er den Abstand zum Führenden Francois Gabart von 680 auf 320 Meilen. Dabei zog er am bisher drittplazierten Jean-Pierre Dick vorbei und legte virtuelle 120 Meilen zwischen sich und den Verfolger.

Allerdings sind die Meilenabstände zurzeit mit Vorsicht zu genießen, da der Tracker den direkten Kurs zum Ziel berechnet und die Windrichtung nicht einbezieht. Bei einem Querabstand zu Jean-Pierre Dick von gut 800 Meilen und dem aktuellen Kreuzkurs ergibt sich ein schiefes Bild.

Alex Thomson hat links unter Rio de Janeiro Gas gegeben und versucht jetzt Weg nach Osten zu machen. Jean-Pierre Dick wird immer noch von Gegenwind gebremst. Gabart wendete im neuen Wind und passierte klar vor Armel Le Cléac’h.

Alex Thomson hat links unter Rio de Janeiro Gas gegeben und versucht jetzt Weg nach Osten zu machen. Jean-Pierre Dick wird immer noch von Gegenwind gebremst. Gabart wendete im neuen Wind und passierte klar vor Armel Le Cléac’h.

Und so erklärt auch Alex Thomson offen die Situation: “Es ist gut möglich, dass ich nahe der Front eine Flautenzone passieren muss. Die ersten drei haben sich weit nach Osten gekämpft werden mit einem besseren Windwinkel zu den Doldrums kommen. Was ich jetzt aufgeholt habe, werde ich möglicherweise langsam und schmerzhaft wieder verlieren.”

Aber der Hugo Boss Skipper sah die strategisch gute Chance, den Extremschlag nach Westen zu wagen. “Hinter mir ist eine große Lücke zu Platz fünf. Ich habe nichts zu verlieren.” Bei dieser äußerst unüblichen Route, die nur durch eine spezielle Wettersituation möglich wurde, kann Thomson tatsächlich mehr Glück haben, als er es selbst für möglich hielt. Offenbar kommt er besser durch die Flautenpassage, als er es für möglich hielt.

Für Jean-Pierre Dick gab es die Möglichkeit für den Weg im Westen nicht, nachdem er durch seine Reparatur zu weit nach Osten abgelaufen war.  Und nun kommt er immer noch sehr schlecht voran mit permanentem Gegenwind aus nördlicher Richtung. Solange er nicht auf den direkten Kurs wenden kann, mag Thomson seinen Vorteil behalten können.

Die ersten beiden sind allerdings jetzt schon im nach rechts gedrehten Süd-Ost Wind angekommen und werden den Vorsprung auf Thomson wieder vergrößern. Dabei war Francois Gabart zuerst im Wind und konnte wenden. Sein Gegner Armel Le Cléac’h wendete sieben Stunden später auf die Anliegelinie zur Ost-Ecke von Brasilien und musste zusehen, wie sich der Rückstand auf 146 Meilen einpendelte.

Vendée Globe Tracker

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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2 Kommentare zu „Vendée Globe: Thomson schiebt sich auf Rang drei vor – Gabart zieht weiter weg“

  1. avatar NAMBAWAN sagt:

    Ich würde Alex Thomson den dritten Platz vergönnen, nach all den Komplikationen, die er in den letzten Wochen hatte…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 13 Daumen runter 0

    • avatar Andreas Borrink sagt:

      Thomson würde ich noch nicht abschreiben. 350mls sind schnell vergeigt am Äquator, mit Pech in 24h.

      Er wird auch weiterhin wo es irgendwie geht divergierende Kurse wählen, weil er einfach langsamer (ältere Kiste, viel Bruch) ist und durch Boatspeed nicht gewinnen kann. Und wer langsam ist, muss extrem fahren und auf sein Glück hoffen. Oder sich eben seinem Speedpotential entsprechend einordnen. Was in diesem Fall wohl etwa Platz 3-5 entspricht.

      Es bleibt spannend!

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