Vendée Globe: Wassereinbruch bei Tanguy de Lamotte – Dick legt ab – Golding greift an

Ruder abgerissen, Leck am Schwert

Tanguy de Lamotte ist bei der Vendée Globe mit einem unidentifizierten Objekt kollidiert. Der Schwertkasten so sehr beschädigt, dass Wasser eindringt. Das Steuerbord-Ruder ist abgerissen.

Drama in der Nacht für Tanguy de Lamotte.

Drama in der Nacht für Tanguy de Lamotte. Ruder abgerissen, Leck am Schwertkasten. © Tanguy de Lamotte

Während die ersten drei Teilnehmer der Vendée Globe schon im Hafen sind, könnte man glatt vergessen, dass das Gros noch weiter seinen einsamen Kampf auf dem gefährlichen Kurs um die Welt kämpft. Daran erinnert besonders die Schock-Nachricht von Tanguy de Lamotte, am frühen Morgen um kurz nach vier.

Nach der Kollision mit einem unbekannten Objekt sei ein Ruder abgerissen und der Kasten des Backbord-Schwertes vor dem Mast aus dem Rumpf gebrochen. Wasser dringt ein. Der Franzose, der auf dem zurzeit vorletzten 11. Platz liegt, hat noch rund 2600 Meilen bis Les Sables d’Olonne zu segeln und befindet sich knapp 500 Meilen südwestlich von den Kapverden Inseln. Es ist noch nicht bekannt, wie ernst die Lage ist und ob de Lamotte das Leck stopfen kann.

Wassereinbruch am Schwertkasten von "Initiatives-cœur"

Wassereinbruch am Schwertkasten von “Initiatives-cœur”. © Tanguy de Lamotte

Derweil hat sich das andere Sorgenkind Jean-Pierre Dick ohne Kiel am Sonntag Morgen um 7:20 Uhr von seiner Muring gelöst und die letzten 280 Meilen zum Ziel in Angriff genommen. Bei moderaten Windbedingungen um zehn Knoten macht er 4,7 Knoten Fahrt.

Die Konkurrenz liegt noch 600 Meilen zurück und ist in einem beinharten Zweikampf verstrickt. Mike Golding hat virtuell Jean Le Cam um gut 70 Meilen überholt indem er das Azoren-Hoch auf östlichem Weg umfährt und einen direkteren Weg zum Ziel eingeschlagen hat.

Vendée Globe am 3.2.

Vendée Globe am 3.2. Tanguy de Lamotte (rot) hat mitten im Atlantik gestoppt und versucht sein Leck zu stopfen.

Aber es wird spannend ob der wohl letzte Angriff des Briten erfolgreich verlaufen wird. In den nächsten Stunden hat er mit Gegenwind zu kämpfen. Le Cam dagegen kann mit achterlichem Wind auf das Ziel zusegeln. Golding bekundet allerdings, dass seine Routing Berechnungen einen leichten Vorteil für ihn auswerfen. “Es könnte schlimmer aussehen.”

Aber auch Bernard Stamm hat die westliche Route von Le Cam gewählt und viele Meilen auf den Franzosen gutgemacht. Er dürfte noch einmal alles geben für einen psychologischen Sieg und die Genugtuung, vor den beiden Konkurrenten in Les Sables d’Olonne einzulaufen.

Bernard Stamm (gelb) ist auf Jean Le Cam aufgefahren

Bernard Stamm (gelb) ist auf Jean Le Cam aufgefahren, Golding hat seinen Angriff mit einem östlichen Kurs gestartet.

Vendée Globe Tracker

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://northsails.com/sailing/de/

2 Kommentare zu „Vendée Globe: Wassereinbruch bei Tanguy de Lamotte – Dick legt ab – Golding greift an“

  1. avatar Experte sagt:

    Der arme Junge ist ja schon ganz grün im Gesicht….

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 4

    • avatar Matthias sagt:

      Tanguys Lage im Moment ist wohl nicht gerade so, daß man darüber Scherze machen muß…

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *