Vendée Gobe: Bernhard Stamm nach Neuseeland abgedreht

Weihnachten auf hoher See


Day 46 highlights – Tuesday, December 25, 2012

Day 45 highlights – Monday, December 24, 2012 

Bernhard Stamm hätte sich sicher schönere Weihnachten gewünscht. Die Operation Hydrogenerator-Reparatur des Geheim-Favoriten ist aber  vorerst gescheitert und damit auch die Chance auf die erhoffte starke Platzierung bei dieser Vendée Globe.

Armel Le Cléac’h mit Weihnachtsmütze in Führung

Armel Le Cléac’h ist wieder in Führung, auch mit Weihnachtsmütze. © Armel Le Cléac’h

Der Schweizer hatte vor den Auckland Islands Schutz gesucht, um die gefährdete Energieversorgung per Schleppgenerator wieder herzustellen. Aber die Aktion wurde durch starken Wind und Regen enorm behindert. Der Anker hielt nicht und die Nässe behinderte Laminierarbeiten.

Dabei traf er in der Bucht der Inseln 200 Meilen von Neuseeland entfernt das russische Forschungsschiff “Professor Khromov”. Als das Grundeisen slippte, machte Stamm bei seinem Nachbar fest, und rettete sein Schiff. In einer ähnlichen Situation hatte er 2008 seinen Open 60 bei einem Notstopp auf den Kerguelen Inseln verloren.

Jean-Pierre Dick als Weihnachtsmann.

Jean-Pierre Dick noch ein bisschen cooler als Weihnachtsmann. © Dick

Kurz bevor der Sturm diesmal mit seiner gesamten Kraft einsetzte, entschied der Skipper diesmal die kleine Insel zu verlassen und den Schutz der Neuseeländischen Hauptinsel anzusteuern. Denn die Wetterbedingungen am Heiligabend versprachen keine Besserung. Stamm hätte sogar plötzlich vor einer Legerwallküste gelegen.

Die Versuchung muss nahe gelegen haben, Sprit von den Russen zu bunkern, und die Reise einfach fortzusetzen. Aber diese Hilfe von außen hätte das Ende seines offiziellen Rennens bedeutet. Immer noch sieht Stamm wohl die Chance, die Reparatur aus eigener Kraft auszuführen. Er ist aber inzwischen auf den sechsten Platz  zurückgefallen und könnte auch den Rest des Feldes noch ziehen lassen müssen.

Duell an der Spitze fortgesetzt

Die Vendée Globe Situation am 25.12. Bernhard Stamm (gelb) steuert Neuseeland an.

Die Vendée Globe Situation am 25.12. Bernhard Stamm (gelb) steuert Neuseeland an.

An der Spitze ist derweil der Zweikampf an der Spitze weiter in vollem Gange. Auch über Weihnachten nahmen Francois Gabart und Armel Le Cléac’h kein Quäntchen Speed aus ihren Racern. In vier Tagen wechselten die beiden Franzosen sich gleich viermal an der Spitze ab. Zurzeit liegt einmal wieder Le Cléac’h mit einem etwas südlichern Kurs 3.9 Meilen in Führung.

Dahinter hofft aber auch Jean-Pierre Dick noch einmal auf eine Chance. Ein sich näherndes Tiefdrucksystem aus dem Norden könnte den Speed der ersten beiden etwas verlangsamen.

Das russische Forschungsschiff "Professor Khromov", das Bernhard Stamm half.

Das russische Forschungsschiff “Professor Khromov”, das Bernhard Stamm aus der Patsche half. © Aleksey Ostrovskiy

“Ich glaube nicht, dass ich gleichzeitig mit François und Armel am Kap Horn sein kann”, sagt Dick. “Aber mein Ziel ist es, den Rückstand auf 200 bis 300 Meilen zu verkürzen. Das ist zwar noch ziemlich viel, aber, hey, da kann dann noch viel passieren. Zum Beispiel damals bei Michel Desjoyeaux und Ellen MacArthur. Ich denke, es könnte noch ein paar Möglichkeiten geben aufzuschließen.”

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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