Vendéè Globe: Erster Teilnehmer aus Italien – Andrea Mura präsentierte sein neues Boot

Made in Italy

Der Italiener Andrea Mura will der erste Italiener bei der Vendéè Globe sein und baut dafür einen neuen IMOCA 60. Er ist etwa halb so schwer wie die Volvo Ocean 65 Yachten.

Andrea Mura Vende Globe

Andrea Mura auf seinem Bugspriet. © Martini Orsini

Der italienische Segler Andrea Mura hat seine neue IMOCA 60 enthüllt. Der Rumpf des Bootes für den ersten italienischen Vendée Globe Herausforderer wurde aus seiner Form angehoben. Andrea Mura macht damit einen weiteren konkreten Schritt in Richtung der Non-Stop-Regatta für Einhandsegler, bei der die Teilnehmer nonstop über 24.000 Seemeilen um die Welt segeln müssen. Start und Ziel ist in der französischen Hafenstadt am Atlantik, Les Sables-D’Olonne im Département Vendée. Das Rennen wird am 6. November 2016 beginnen und im Februar 2017 enden.

Andrea Mura Vende Globe

Das Deck-Design des neuen italienischen IMOCA 60. © Martini Orsini

Andrea Mura, geboren 1964 in Cagliari/Sardinien, ist ein weltweit bekannter Segler, der seine sportliche Karriere im Optimist begann und später dann in den olympischen Klassen fortsetzte, besonders dem 470er. Danach wechselte er auf die Maxi-Yachten und war als Großschot-TrimmerTeil des Teams “il Moro di Venezia” im America’s Cup 1992.

Er krönte seine bisherige Laufbahn mit einigen Siege im Solo-Ocean-Racing und wurde zweimal in Italien mit dem Titel “Sailor of the Year” ausgezeichnet. Zuletzt wurde er im November 2014, Zweiter bei der Route du Rhum in der ”Rhum Class”.

Erster Italiener bei der Vendée

“Die Teilnahme an der Vendée Globe ist der Traum eines jeden Ozeanseglers”, erklärt Mura im Gespräch. “Ich habe hart für die Chance gearbeitet, mich dieser legendären Regatta stellen zu können, und ich bin stolz darauf, der erste italienische Skipper auf einer neuen IMOCA in diesem Wettbewerb zu sein. Aber ich möchte nicht nur einfach dabei, sondern werde, wie immer, mein Bestes geben.”

Andrea Mura Vende Globe

Der dreimalige Olymiateilnehmer Andrea Mura (50) hat sich jetzt die Vendée Globe vorgenommen. © Martini Orsini

Die neue IMOCA 60 wurde von den Designern Guillaume Verdier und seinem Team, in Zusammenarbeit mit Marc Van Peteghem und Vincent Lauriot Prevost vom Büro VPLP entworfen und von der italienischen Werft Cantieri Persico Marine im norditalienischen Nembro, in der Provinz von Bergamo, gebaut.

Diese Bootswerft zählt zu den Berühmtesten in der Welt. Dort wurde zuletzt die Volvo Ocean 65 vom Team Vestas Wind wieder aufgebaut, die vor fünf Monaten im Volvo Ocean Race vor Mauritius auf einem Riff strandete.

Das Projekt von Andrea Mura kann sich auf eine Vielzahl von etablierten und führenden technischen Partnern – in erster Linie aus Italien – stützen, was auch dem Sinn dieses Projekts “Made in Italy” entspricht.

Einsatz von Foils

Die größte Innovation bei diesen Monohulls wird der Einsatz von Foils sein. Sie werden erstmals bei den neuen IMOCA 60 auf den Ozean-Regatten zu sehen sein. Sie versprechen durch den generierten Auftrieb eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der vorherigen Generation dieser Boote.

Andrea Mura Vende Globe

Der Kohlefaser-Rumpf wurde in der italienischen Persico Werft neben dem VO65 Vestas gebaut. © Martini Orsini

Aus struktureller Sicht ist der Rumpf entworfen und gebaut worden, um die perfekte Balance zwischen geringem Gewicht, Zuverlässigkeit und Solidität zu erreichen. Im Vergleich zu den Volvo Ocean 65 wiegt dieses Boot gerade einmal etwa die Hälfte. Titan und Carbon sind die Hauptkomponenten in einer Bootsstruktur, die auch im Sicherheitsstandard beeindruckt.

Ein Energieversorgungssystem ermöglicht es theoretisch, autark um die ganze Welt zu segeln, ohne einen einzigen Tropfen Treibstoff verbrauchen zu müssen. Die Elektronik spielt eine Schlüsselrolle in einem Boot, das zunehmend einer Art Raumschiff ähnelt. Denn spezielle Sensoren registrieren eventuelle Verformungen oder Überbelastungen während des Segelns im Rennen, um somit die Performance auf ein Maximum steigern zu können.

Ein weiteres Merkmal des Projekts werden die Segel sein, die vom eigenen Familienunternehmen Mura Sail Design, konzipiert und hergestellt werden. Der sportliche Erfolg von Andrea Mura wurde in den letzten Jahren von diesem Unternehmen begleitet, das in Italien auch als “Segelmacher des Jahres” ausgezeichnet wurde.

Stapellauf im August

Der Stapellauf seines IMOCA 60 Fußer ist für den August in Lorient / Bretagne geplant. Die erste Herausforderung von Andrea Mura und sein neues Boot wird die Transat Jacques Vabre sein, deren Start am 25. Oktober 2015 in Le Havre in der Normandie erfolgt.

Das Ziel dieser Transatlantik-Überquerung ist Itajai in Brasilien. Danach geht es sofort weiter nach St. Barth, um in der Einhand-Regatta Back to Brittany zu starten, die als Qualifikation für die Teilnahme an der Vendèe Globe 2016/2017 gilt. In dieser Regatta ist es nicht wichtig, zu gewinnen, aber man muss unversehrt im Ziel ankommen.

Andrea de Mura hat für den Bau seiner IMOCA 60, die finanzielle Unterstützung von privaten Sponsoren erhalten sucht derzeit aber noch Förderer und Partner. Das Projekt konzentriert sich auf ein sportliches Programm von vier Jahren, um bei den großen Rennen der internationalen Events, wie Fastnet, Route du Rhum, dem Barcelona World anzutreten und vor allem der Vendée Globe.

Hochkarätiges Feld

Für die Teilnahme 2016/2017 haben sich bereits hochkarätige Skipper verpflichtet, wie Jérémie Beyou (Maître Coq), Armel Le Cléac’h (Banque Populaire), Morgan Lagravière (Safran), Sébastien Josse (Gitana), Vincent Riou (PRB), Alex Thomson (Hugo Boss).

Andrea Mura Vende Globe

Voluminöser Bugbereich. © Martini Orsini

Aber auch Louis Burton, Alessandro Di Benedetto und Tanguy de Lamotte haben die feste Absicht erklärt, noch einmal beim Start der achten Auflage dieses Rennen dabei sein zu wollen. Andere, wie Roland Jourdain, Jean Le Cam, Kito de Pavant und Yann Elies möchte auch wieder zurückkehren, während einige, wie die Dongfeng Protagonisten Pascal Bidégorry und Charles Caudrelier durchaus zum ersten Mal in diesem Wettbewerb antreten könnten.

Es wird eine der hochkarätigsten Startaufstellungen erwartet, auch dank der Teilnahme von Skippern, wie Andrea de Mura, die nicht nur aus Frankreich kommen.

Andreas Ryll (www.bordreporter.com)

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4 Kommentare zu „Vendéè Globe: Erster Teilnehmer aus Italien – Andrea Mura präsentierte sein neues Boot“

  1. avatar stefan sagt:

    “Erster Italiener bei der Vendée”?

    sorry Leute, das entspricht nicht den Tatsachen, es gab schon eine ganze Reihe von Teilnehmern aus Italien:

    1992–93 Vittorio Malingri

    2000–01 Simone Bianchetti
    2000–01 Pasquale de Gregorio

    2012–13 Alessandro Di Benedetto

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  2. avatar Bernd sagt:

    Ich glaube gemeint war, dass er der erste Italiener auf einer neuen IMOCA ist und nicht mit Gebrauchtmaterial antritt. Oder?

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  3. Als Autor des Artikels melde ich mich zu Wort: Andrea Mura ist der erste italienische Herausforderer in der kommenden Vendée auf einem IMOCA 60, der dafür speziell gebaut wurde. Steht auch im Text, ist aber in der Headline versehentlich anders ausgedrückt. Selbstverständlich ist er nicht der erste Italiener, der an einer Vendée teilnimmt.

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  4. avatar wet rabbit sagt:

    der oder die IMOCA ?

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