Vendée Globe: Foil gebrochen nach Kollision – Alex Thomson spricht über sein Unglück

"Es ist noch nicht alles verloren..."

Alex Thomson war kurz davor, den Etmal-Rekord zu brechen. Dann wirbelt ihn eine Kollision herum. Das Steuerbord-Foil ist irreparabel. Der Vorsprung schmilzt.

Der Brite Alex Thomson macht seinem Ruf als Pechvogel bei großen Regatten weiterhin alle Ehre. Nun hat es ihn wieder erwischt. Bei einer Kollision mit einem nicht identifizierten Objekt im Südatlantik ist sein Tragflügel abgebrochen.

“Hugo Boss” raste im Durchschnitt mit 24 Knoten Richtung Kapstadt und nahm der Konkurrenz Meile um Meile ab. Er hatte die perfekten Bedingungen für seine schmalen längeren Foils gefunden, mit denen er einen extremeren Design-Weg eingeschlagen hat als die direkten Gegner.

Thomson schlief unter Deck, als er von einem lauten Geräusch geweckt wurde. Das Boot stoppte abrupt, das Ruder klappte hoch und der Bug drehte etwa 20 Grad nach Lee. Bei der Inspektion entdeckte er das gebrochene Foil und die Kratzer am Rumpf.

Alex Thomson bei Prestart-Aufnahmen. Er kämpft wieder mit Problemen. © Hugo Boss

Alex Thomson bei Prestart-Aufnahmen. Er kämpft wieder mit Problemen. © Hugo Boss

Aber er kam relativ schnell wieder auf Kurs. Nun berichtet er, der Stumpf steckt noch im Rumpf und bremse das Schiff. Er kann es nicht weiter einziehen. Wenn die Bedingungen es erlauben, werde er versuchen, den Flügel abzuschneiden.

Tiefschlag

Es ist eigentlich ein unglaublicher Tiefschlag für den Briten, der in den vergangenen Tagen eine solche Überlegenheit gezeigt hatte, dass der Sieg immer realistischer wurde. Offensichtlich funktioniert sein Design bestens, und möglicherweise hat ihn die Konkurrenz unterschätzt.

Die aktuelle Situation. Thomson verliert an der Spitze. Das Feld segelt auf wenig Wind zu.

Die aktuelle Situation. Thomson verliert an der Spitze. Das Feld segelt auf wenig Wind zu.

Aber in seinem Statement hört sich Thomson noch längst nicht an wie ein Geschlagener. “Neben dieser Sache ist eigentlich alles gut.” Die Stimmung sei etwas angeschlagen, aber das Boot segele noch ganz gut ohne Foil.

Dabei wird er den Kiel nicht mehr auf seine maximale Position nach Luv neigen können, weil er jetzt die Lateralfläche gegen die Abdrift benötigt, die bisher vom senkrechten Teil der Tragfläche geliefert wurde. Er wird die Segelfläche verkleinert haben und ist deshalb auch langsamer unterwegs.

Aber der Wind lässt zurzeit nach, und da dürfte das Manko nicht so sehr ins Gewicht fallen. Noch mehr Hoffnung zieht der Brite besonders aus der Tatsache, dass seine zweite Tragfläche ja noch unbeschädigt ist. Etwa auf der Höhe von Afrika weit im Süden an der Eisgrenze wird erwartet, dass die Vendée-Flotte halsen muss und viele Meilen unter Vollgas-Bedingungen mit Wind von Steuerbord segeln muss.

Es muss sich zeigen, ob er dann die Bedingungen erwischt, bei denen er die Konkurrenz weiter unter Druck setzen kann. Thomson gibt sich gefasst und kämpferisch im Video. “Man muss bei dieser Regatta das unerwartete erwarten…Es ist noch nicht alles verloren. Ich bin gut in Form und fühle mich gut. ”

Inzwischen ist Sebastien Josse mit “Edmond de Rothschild” auf Rang zwei vorgerückt und hat den Rückstand von 130 auf 80 Meilen verringern können. Aber Armel le Cleac’h segelt auf einem etwas südlicheren Kurs.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Vendée Globe: Foil gebrochen nach Kollision – Alex Thomson spricht über sein Unglück“

  1. avatar oh nass is sagt:

    Laut Daniel Ross ist das Boot so gebaut, dass es prinzipiell auch ohne Foils vernünftig fährt. Ich drücke ihm mal die Daumen, dass das funktioniert.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Andreas sagt:

    das ist sowas von tragisch…er hätte der erste nicht Franzose werden können der das Rennen gewinnt….schade

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

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