Vendée Globe: Jérémie Beyous nächster IMOCA-Foiler – Kann Herrmann dagegen bestehen?

"Zwei Tage schneller"

Während Boris Herrmann die ersten Trainingsmeilen auf seinem neuen Foiler bestreitet, zeigt Jérémie Beyou die nächste Generation der Vendée Globe-Yachten.

Boris Herrmann hat einen der schnellsten aktuellen IMOCA 60 Foiler für die Vendée Globe erworben. Und er unternimmt gerade die ersten Testfahrten vor Mallorca. Aber wenn es 2020 wirklich losgeht bei der Einhand-um-die-Welt-Regatta, könnte die Yacht des Gitana-Rennstalls deutlich sichtbar zu alten Eisen gehören.

Boris Herrmann

Boris Herrmann bei den ersten Trainingsmeilen mit seinem neuen 60 Fuß Foiler. © Boris Herrmann

Das lässt jedenfalls die Prognose vermuten, die Jérémy Beyou in Aussicht stellt. Der Dritte der vergangenen Vendée Globe und dreimalige Figaro-Sieger, der so nebenbei mal eben das Volvo Ocean Race mit Dongfeng gewinnen will , hat einen Neubau angekündigt. Der werde das Maß aller Dinge sein.

Sein Schiff, dessen Stapellauf für den Sommer 2018 geplant ist, werde nicht wie seine Vorgänger ein normaler IMOCA-Racer sein, der zur Not auch ohne Foils einigermaßen schnell segelt. Die neue Konstruktion solle vom Design-Büro VPLP und der Werft CDK Technologies radikal auf den Einsatz der Flügel zugeschnitten werden.

Boote um Foils herum konstruieren

Beyou, der seine “Maitre Coq” (ex “Banque Populaire”) nachträglich mit Flügeln ausgerüstet hatte, weist darauf hin, wie viel er inzwischen über diese neue Art des Segelns gelernt habe. “Wir haben so viele Daten gesammelt. Nun wissen wir besser, wie das Zusammenspiel zwischen Rumpfform, Struktur und Flügeln funktioniert.”

Jérémy Beyou

Rendering von der nächsten Vendée Globe Design-Generation. © Charal Voile

Star-Designer Vincent Lauriot-Prevot weist darauf hin, dass die Foils für die vergangene Generation wegen der Kürze der Entwicklungszeit ein wenig aus der Not geboren waren. Man habe die Risiken noch nicht richtig einschätzen können. Nun sei die erfolgreiche Funktion der Flügel bewiesen und man könne Boote um sie herum konstruieren. Zuletzt sei es genau andersherum gewesen. 

Diese Herangehensweise werden die Rumpfform, das Gewicht und den Segelplan stark beeinflussen. “Die nächsten IMOCA werden sich deutlich von der vergangenen Generation unterscheiden.”

Neue Regeln für IMOCA

Viel hängt allerdings von den neuen Regeln ab, die bei einem Treffen der Klassenvertreter am 26. April diskutiert werden sollen. Prevot glaubt, dass die neuen Foiler mindestens zwei Tage schneller um die Welt segeln werden als die alten. Viel hänge davon ab, wie der Anstellwinkel der Tragflächen verändert werden dürfe. Bisher sei das nur begrenzt erlaubt. 

Da wird Boris Herrmann interessiert zuhören. Es kann nicht gewollt sein, dass die alte Generation der IMOCA nicht mehr konkurrenzfähig ist und ihren Wert verliert. Vielleicht gibt es aber wieder eine Lösung, die auch den älteren Designs eine Chance erhält.

Bisher haben die Regelhüter den Übergang immer relativ geschickt gestalten können. Aber der rasante Fortschritt bei der Tragflächen-Entwicklung ist schwer mit den Änderungen in der Vergangenheit zu vergleichen.

Neuer Geldgeber für Beyou

Jérémy Beyou wird auf jeden Fall ganz vorne mit dabei sein. Er gilt jetzt schon als großer Favorit, da er mit dem Fleisch-Produzenten Charal einen Sponsor-Vertrag bis 2020 abschließen konnte. Es könnte so kommen, dass Beyou der große Gegenspieler zu Alex Thomson wird, der ebenfalls eine neue Kampagne vorbereitet. Armel Le Cleac’h und Sebastien Josse konzentrieren sich erst einmal auf ihre Maxi Trimarane.

Beyou wird die Farben seines neuen Geldgebers erstmals bei der Solitaire URGO Le Figaro vertreten, die er zum vierten Mal gewinnen möchte. Auch in den Jahren danach steht das Einhand-Rennen auf den Onedesign-Yachten jeweils auf dem Programm.

 

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Carsten Kemmling

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