Vendée Globe: Le Cleac’h heute am Kap Hoorn – Erstaunliche Jury-Strafe für Beyou

in Rekordzeit am Kap

Armel Le Cléac’h hat als Führender der Vendée Globe erreicht gegen Mittag Kap Hoorn und bricht alle Rekorde. Seine Verfolger bremsen sich selber ein.

Armel Le Cleac'h

Armel Le Cleac’h kurz vor der Kap Hoorn Passage. © Le Cleac’h

734 Meilen hat Armel Le Cléac’h jetzt schon zwischen sich und Alex Thomson gebracht. Dessen Hoffnung, dass der Franzose eine schwierige Kap-Hoorn-Passage haben würde, hat sich nicht erfüllt. Die Dominanz von “Banque Populaire” ist unglaublich. Mit 47 Tagen bis zu der berühmten Landmarke ist er gleich fünf Tage schneller als Francois Gabart bei der vergangenen Vendée Globe.

Hände entzündet

Dabei hat Le Cleac’h bisher kaum größere Probleme zu bewältigen gehabt. “Mir geht es gut”, sagt er dem Magazin Voiles et Voiliers im Interview von Bord. “Meine Hände tun weh und sind etwas entzündet. Aber ich versuche sie regelmäßig einzucremen.” Er versuche etwas Kraft zu sammeln für die letzte Halse am Kap Hoorn bevor er nach links abbiegen kann.

Le Cleac'hs Speed (blau) im Vergleich zu Thomson

Le Cleac’hs Speed (blau) im Vergleich zu Thomson

Das Manöver selber dauere nur etwa zehn Minuten, aber das Stauen der Segel und des Materials auf die neue Luvseite sei immer sehr anstrengend. Der Weg sei noch sehr weit, aber der Vorsprung sei ein “kleiner Luxus” durch den er keine überhasteten Entscheidungen treffen müsse.

Auch er habe schon größere Probleme gehabt. “Mein Autopilot hat eine Zeitlang nicht funktioniert. Es passierte in einer kalten Nacht. Es regnete und wehte mit 20 Knoten, da habe ich die Heizung angemacht.” In der Folge habe die Selbststeueranlage Zicken gemacht. Zehn Minuten suchte er das Problem und verstand es nicht. Dann machte er die Heizung wieder aus, und alles funktionierte. Auch er berichtet über kleinere Kollisionen. Es habe aber keine größere Schäden gegeben.

Thomson muss kreuzen

Hinter dem Franzosen macht die Konkurrenz zurzeit wenig Druck. Alex Thomson hat es  dieser Tage besonders schwer. Der Zweitplazierte muss jetzt auch noch im starken Wind gegen an kreuzen und verliert Meile um Meile und liegt jetzt schon mehr als zwei Tage zurück.

Armel Le Clac'h hat die berühmte Landmarke am Kap Hoorn erreicht. Thomson muss kreuzen.

Armel Le Clac’h hat die berühmte Landmarke am Kap Hoorn erreicht. Thomson muss kreuzen.

Die Konkurrenz achteraus kann daraus aber kein Kapital schlagen. Eine skurrile Situation hat sich für den drittplatzierten Jérémy Beyou ergeben. Er ist von der Rennleitung für einen Vorfall im Indischen Ozean bestraft worden.

Dick ist im Vergleich zu Beyou (rot) noch langsamer

Dick ist im Vergleich zu Beyou (rot) noch langsamer

Strafe für Beyou

Dabei soll der Skipper bei einem Sturz in der Kajüte versehentlich den Motor gestartet und das Siegel gebrochen haben. Die Strafe dafür war ein Stopp von zwei Stunden, der irgendwann im Verlauf des Rennens ausgeführt werden muss. Beyou hat dafür die aktuelle Leichtwind-Phase genutzt, bei der er ohnehin kaum voran kommt.

Eine gute Entscheidung, denn der Rückstand von Jean-Pierre Dick achteraus hat sich trotzdem auf über 500 Meilen vergrößert. Der Viertplazierte segelt in einer hartnäckigen Flaute und die Kollegen Eliès und Le Cam liegen kommen immer näher. Eliès hat an einem Tag die Differenz von 250 Meilen auf 137 verringert.

“Immerhin habe ich jetzt wieder den Hydro-Generator zum Laufen bekommen”, sagt Dick. “Ich hatte Glück, so gerade noch die Front vor Yann und Jean zu erwischen und bin deshalb so gut vorwärts gekommen. Aber das habe ich jetzt wieder verloren.”

Die traurige Ankunft von Thomas Ruyant in Neuseeland:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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