Vendée Globe: Louis Burton auf Platz 7 im Ziel – Bald großer Konkurrent für Herrmann

Sieger von morgen?

Der Franzose Louis Burton (31) hat die Vendée Globe mit seinem elf Jahre alten Boot nach 87 Tagen und 19 Stunden auf Rang sieben beendet. Nun steigt er auf ein Siegerboot um.

Louis Burton war bisher nicht besonders glücklich bei seinen Auftrittenauf hoher See. 2010 kollidierte er mit einem Frachter und bei der Vendée Globe 2012 passierte ihm das gleiche Missgeschick. Er musste schon nach vier Tagen aufgeben.

Nun ist er für seine Hartnäckigkeit belohnt worden, gut zwölf Jahre lang das Racer-Handwerk zu erlernt zu haben. Das Wetter war ihm hold. Der Southern Ocean verzichtete bei Burtons erstem Besuch auf extrem hartes und auch leichtes Wetter und erlaubte einen konstanten Speed.

“Buerau Vallée” im Ziel. © Blanchet/DPPI

Zwischen dem Skipper von “Buerau Vallée” und Sieger Armel Le Cleac’h liegen jedoch Welten. Gleich 2,4 Knoten Durchschnitt-Speed fehlen Burton zum Sieger (15,4 Knoten). Daraus wurde am Ende ein Rückstand von 13 Tagen und 18 Stunden.

Vertraut mit dem Schiff

Aber das sagt wenig über die seglerische Leistung von Burton aus. Denn er hat mit der ehemaligen “Delta Dore” nur ein zehn Jahre altes Schiff zur Verfügung, mit dem Jérémie Beyou 2008 bei die Vendée Globe nach einem Mastbruch aufgeben musste. Burton segelt das Schiff aus der Feder von Bruce Farr nun schon seit 2011 und kennt es entsprechend gut. Kein aktueller Vendée-Starter ist länger mit seinem Schiff vertraut.

Burtons 24h-Speed-Vergleich (grün) zum Sieger Le Cleac’h.

Allerdings muss er sich mit den beiden vor ihm plazierten Yann Eliès und Jean Le Cam vergleichen lassen, die mit Booten der gleichen Generation gesegelt sind aber gut eine Woche schneller waren. Im Vergleich kam Burton nicht besonders gut mit, segelte im Atlantik auf Rang 20 bis 17 und pirschte sich erst auf der Höhe von Kapstadt auf Platz elf vor. Dann profitierte er von den Ausfällen von vier Gegnern.

Louis Burton. © Maillard/Bureau Vallée

Aber der Franzose hatte schwer mit seinen Autopiloten zu kämpfen. In der dritten Woche musste er bremsen, um Reparaturen an einem Ruderkopf vorzunehmen. Nach einer Kollision hatte ein Ruder beunruhigende Geräusche gemacht. Weitere Arbeiten am Schwertkasten bereiteten Kopfzerbrechen wie auch Verletzungen an Knie und Ellenbogen. Aber schließlich bewältigte er die Um-die-Welt-Regatta solide.

Die nächste Vendée Globe soll anders verlaufen. Der Mann aus Saint Malo, der erst ab dem alter von 18 Jahren die ersten Regatten bestritt, segelt 2020 das aktuelle Siegerschiff von Armel Le Cleac’h. Sein Sponsor Bureau Vallée, ein großes Möbelhaus mit gut 300 Filialen, hat “Banque Populaire” für seinen Schützling erworben. Er wird eine große Konkurrenz für Boris Herrmann werden.

 

 

 

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Vendée Globe: Louis Burton auf Platz 7 im Ziel – Bald großer Konkurrent für Herrmann“

  1. avatar Thibault sagt:

    Werden hier nicht Außenseiter zu Favoriten hochgelobt. Bestimmt sind Boris und Louis ganz dufte Typen – reicht das aber das Vendee Globe 2020 zu gewinnen? Ich glaube nicht. Louis hat nie Figaro gesegelt und Boris hat seit 2008 nicht mehr Einhand gesegelt und sein Mini Transat war nicht sehr glücklich 11. von 22. Serienbooten… das war eher ne Nullnummer.
    Die Favoriten für 2020 sind Alex Thompson und Jeremie Beyou und danach kommt meiner Meinung lange nichts.
    Boris und Louis sollen sich erst mal beweisen bevor sie vom Gewinn des Vendee Globes reden….

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  2. avatar Manfred sagt:

    @Thibault: Ich bin nicht sicher ob Boris und Louis selbst vom Gewinn des VG Rennens “gesprochen” haben. So wie ich Boris einschätze, wohl eher nicht. Das ist das typische hoch hypen der Journaille. Dabei wäre eine sachliche Berichterstattung den Personen und der Sache dienlicher und würde die “Favoriten” später nicht so tief fallen lassen.

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  3. avatar Lyr sagt:

    dort steht doch nur, dass die beiden ungefähr auf gleichem Niveau sein könnten.
    Ihr deutet da ganz selbstständig mehr rein als ist… 😉

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  4. avatar Thibault sagt:

    @ Manfred Louis wurde da glaube ich reingedrängt – Boris oder wohl eher sein PR Manager hat in vielen Interviews gesagt das er gewinnen will/wird – ich halte das für einen sehr schmaler Grad – der nur funktioniert, wenn man das Format und Talent eines Armel LeCleach oder Alex Thompson hat. Armel war zwei Mal zweiter, da konnte nur ein Sieg für ihm von Bedeutung sein. Ich finde Boris sollte bescheidener auftreten – das kommt sympathischer rüber und jeder liebt die Outsider die gewinnen – das war schon damals bei Australia2 so. Die haben nicht davon geredet den Americas Cup zu gewinnen, die haben es einfach getan!!!

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  5. avatar Fabian sagt:

    Naja, Louis Burton mit Yann Ellies und Jean Le Cam zu vergleichen hinkt ein wenig. YE boot is die alte Safran, der erste VPLP Imoca. Deutlich leichter als BV (ich glaub 1.5 t!) und schon auf dem Papier schneller. JLC boot ist die alte Foncia, auch ein Farr design, wohl etwa gleich schwer aber extrem modifiziert. Das halte Schiff ist neu, deutlich mehr Volumen im Vorschiff, deutlich leistungsfähiger. Sollte man wissen, war schliesslich Jörg Riechers, der das Schiff umbauen lassen hat…

    Fabrice Amadeo hat ein etwa gleichwertiges Boot (kennt es aber längst nicht so gut) ebenso Arnaud Boissieres und Eric Bellion.
    Der beste Vergleich wäre Spirit of Yukoh gewesen, hat ja aber leider eine Masthavarie erlitten.
    Louis Burton ist also schon ein sehr gutes Rennen gefahren.

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  6. avatar Andreas Borrink sagt:

    Irgndwie ist das alles noch heisse (Presse)Luft. Das aktuelle Siegerboot von ALC wird doch ohnehin beim nächsten VG bestenfalls noch für eine Position irgendwo am Ende des ersten Drittels gut sein. Gewinnen wird ein Neubau mit allen Optionen, die bis dahin entwickelt sein werden. Wer auch immer sich den Sieg auf die Fahnen schreibt, muss noch mindestens 1x neu bauen, sonst wird das nix.

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