Vendée Globe: Thomson plant Reparatur – Psychische Probleme weiter hinten im Feld?

Hoffnung für Alex

Alex Thomson ist als Letzter aus der Front gefallen und hält den Vorsprung von gut 100 Meilen auf Armel Le Cleac’h stabil. Möglicherweise hat er noch ein As im Ärmel.

Die Spitzenboote sind im Begriff, das Kap der Guten Hoffnung zu passieren. Bald könnten südliche Winde Thomson zur ersehnten Halse verhelfen.

Die Spitzenboote sind im Begriff, das Kap der Guten Hoffnung zu passieren. Bald könnten südliche Winde Thomson zur ersehnten Halse verhelfen.

 

Wie angeschlagen ist “Hugo Boss” wirklich? Im Moment wird über die Situation des britischen Bootes an der Spitze viel spekuliert und Alex Thomson tut wenig dafür, das zu ändern. Nach wie vor gibt es keine Bilder von seinem abgebrochenen Foil und seit drei Tagen ist er der Schnellste im Feld. Sollte die Story von dem Schaden nur ein Psycho-Spielchen sein?

Das ist schwer zu glauben. Der Brite erklärt schlüssig, dass er seit Tagen mit Wind von Backbord segelt und sich der Stumpf dabei unter Wasser befindet. Und der hohe Speed liegt an der für ihn sehr hilfreichen Passage der Front, die es ihm in südlicher Position erlaubte, sie am längsten zu reiten.

Das war die Front, von der die Spitzenboote beschleunigt wurden. Nun kommt von hinten die nächste.

Das war die Front, von der die Spitzenboote beschleunigt wurden. Nun kommt von hinten die nächste.

So schaffte er es seit Tagen, etwas tiefer als die härtesten Konkurrenten Le Cleac’h und Josse zu steuern, um den leichten Split gen Süden zu erreichen. Dabei halfen ihm die extremen Wellenbedingungen, weil sie es den Gegnern unmöglich machen, ihre Flügel gewinnbringend einzusetzen.

Warten auf die Halse

Nun wird es schwieriger und das Wetter instabiler. Der Wind dreht nach links Richtung Südwesten, und das ist der Moment, auf den Thomson wohl wartet, um eine Halse und danach die notwendige Reparatur vorzunehmen.

Die hellblaue Speed-Linie zeigt, wie sehr Seb Josse das Ruder-Drama geschmerzt hat. Die kurze Reparatur hat ihn aus der Front rutschen lassen. Die beiden Spitzenboote sind immer noch schneller als der Rest.

Die hellblaue Speed-Linie zeigt, wie sehr Seb Josse das Ruder-Drama geschmerzt hat. Die kurze Reparatur hat ihn aus der Front rutschen lassen. Die beiden Spitzenboote sind immer noch schneller als der Rest.

Dabei will er endlich den gebrochenen Stumpf loswerden, der noch im Rumpf steckt. Fraglich ist es, ob der Brite ein Ersatz-Foil mit sich führt, wie einige Beobachter vermuten. Es wird schwierig sein, es zu platzieren, aber es heißt, er habe solch ein Manöver geübt.

Seb Josse

Seb Josse hat durch sein Ruder Drama viel verloren. © Liot/DPPI/Vendée Globe

 

Thomson wäre es zuzutrauen. Vor vier Jahren hat er die Fan-Gemeinde Tage lang in Atem gehalten, als er Hydrogenerator und die gebrochene Ruderstange reparierte. Aber sein Gegner Le Cleac’h dürfte sich weiter heran pirschen. Die Linksdrehung könnte ihm nach der Halse einen besseren Winkel zum Wind bescheren. Aber die Situation ist in den nächsten Tagen unübersichtlich.

Josse muss schwer leiden

Großer Verlierer ist gerade der Drittplazierte Sébastien Josse. Er hat seinen Ruderschaden genau zum falschen Zeitpunkt erlitten. Die Reparatur-Pause ließ ihn von der Front rutschen und in eineinhalb Tagen wuchs der 94 Meilen-Rückstand auf 227 Meilen. Die reine Reparatur hatte nur 40 Meilen gekostet.

 

Aber auch anderen Verfolgern geht es nicht gut. Der hoch gehandelte Jérémie Beyou der mit seinem nachgerüsteten Foiler “Maître CoQ” gezeigt hat, dass er mit den Schnellsten mithalten kann, segelt auf Rang sechs nun schon drei Tage hinter Thomson. Der Schaden an einer Antenne sorgt dafür, dass er zurzeit  blind segelt und keine Wetterdaten empfangen kann.

Er hofft allerdings auf das frühe Eintreffen des nächsten Wettersystems von Westen, das ihn und auch “SMA” zuerst erreichen und wieder näher an die Spitze heranführen sollte.

Große Verzweiflung oder psychische Probleme machen sich derweil im hinteren Feld breit. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass sich der Franzose Fabrice Amedeo mit Musik von Modern Talking antreiben lässt:

Vendée Globe Tracker

Zusammenfassung des 18. Tages:

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://segelreporter.com/pressemitteilungen/freiwilliges-soziales-jahr-2017-2018-beim-hamburger-segel-club/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *