Verladung für die SAP 505 World Championship Barbados 22.04.- 3.05.2013

Altmeister Hunger / Jess - in einem Boot!

15 deutsche Spitzenteams fahren nach Barbados zur SAP 505er WM und haben gerade die Container gepackt, mit von der Partie die Altmeister Hunger / Jess – in einem Boot! Dazu Holger Jess im Interview.

505er Klasse, Jollen segeln

Packen der Container für die 505er WM 2013 in Barbados bei Segelsport Jess © I.Feldmann

Auch wenn der Schnee Norddeutschland fest im Griff hat, die 505er Saison startet jetzt definitiv! Einige Teams starten bereits Ende März bei dem wichtigen EuroCup in Toulon, Südfrankreich. Die Weltmeisterschaft findet dann vom 22. April bis zum 3. Mai auf Barbados statt. 15 deutsche Spitzenteams werden dort gegen die internationale Konkurrenz antreten.

Richtig interessant wird es sicher für die Altmeister Hunger / Jess, die nach vielen Jahren mal wieder zusammen als Team antreten. Können es die beiden alten Hasen der Konkurrenz noch zeigen?

Holger Jess, mehrmaliger Weltmeister und Europameister, im Interview mit Iris Feldmann, verantwortlich für die PR der deutschen 505er Klasse:

Iris Feldmann:Was treibt Euch beiden Altmeister dazu, wieder zusammen in einem Boot bei der WM auf Barbados zu starten?

Holger Jess: “Na ja, die Idee wurde, ehrlich gesagt, eher spontan und kurzfristig entschieden. Ursprünglich wollten wir ja gar nicht bei dieser WM starten, da das Timing so extrem schlecht war und man quasi ja seit 6 Monaten nicht mehr auf dem Wasser war. Ich bin das letzte Mal Ende August bei der IDM, Woller seit der KiWO 2012 nicht mehr gesegelt. Na ja, und gemeinsam? Seit Ende 2007 nicht mehr! Aber da noch Platz im Container war und wir günstige Flüge gefunden haben, haben wir uns dann doch entschlossen. Wir haben ja die beiden Boote und die Vorstellung, bei schönem, warmem Wettter und immer Wind aus 70-90 Grad mit immer gleichmäßigen 15-17 Knoten zu segeln, hat uns dann überzeugt.

Die Kombination ist zwar eingerostet aber bewährt. Julien konnte sich ja leider nicht vom Job frei machen und Meike muss ihre Dissertation fertig stellen.“

Iris Feldmann:Was macht Ihr als Training, um es der jungen Konkurrenz zu zeigen?“

Holger Jess: „Ich segel Ostern mit Meike in Toulon, das sind schon mal 1,5 Tage Training und 3 Tage Regatta. Dann nach Ostern werden Woller und ich hoffentlich 3 Tage hier mit meinem Boot auf der Kieler Förde trainieren können. Glücklicherweise sind ja die beiden Boote 100% identisch. Ansonsten setzen wir auf gemeinsame 102 Jahre Weisheit und Erfahrung!!“

505er Klasse, Jollen segeln,

Gehängt, auf die Scheuerleiste gestellt und vor allem sauber verschnürt. Die Tür zu und auf geht es in Richtung Barbados © I.Feldmann

Iris Feldmann:Wie schätzt Ihr Eure Chancen ein?“

Holger Jess: „Ganz schwer zu sagen, ist halt sehr ungleich, denn die Amerikaner sind schon jetzt mit 7 Booten dort und segeln bereits mehrere Trainingseinheiten. Wenn bei uns alles gut läuft, würden wir mal Top5 als Ziel sagen.“

Iris Feldmann:Und gibt es Änderungen bei Eurem Boot oder Eurer Ausstattung?

Holger Jess: „Alles wie immer und wie bewährt und seit Jahren ziemlich dominant in der Klasse: Jess Boot und BM Sails 9071 und 9102 sind 100% identisch. So können wir hier noch trainieren.“

Iris Feldmann:Was haltet Ihr vom Revier?

Holger Jess: „Schaun wir mal, ich persönlich segel halt nicht gern mit dem Boot ab dem Strand. Wer stellt schon gern ein Hightechboot in den Sand?“

Iris Feldmann:Wer sind Eurer Meinung nach die Top Mannschaften?“

Holger Jess: „Dort, sicher die Amerikaner! Die sind eher schwergewichtig und mögen nicht bei weniger Wind segeln – wie man an deren schlechten Ergebnissen bei der WM 2012 in La Rochelle gesehen hat. Damals waren Ted und Brian ja das beste US Team. Die fahren als Boot ein europäisches Layout und nicht das typische US Layout, das bei leicht / medium nicht so gut anspringt.“

Iris Feldmann: „Und von den anderen internationalen und von den deutschen Teams?

Holger Jess: „Klar, natürlich die beiden dänischen Boote und die anderen guten deutschen Boote: Bogacki & Dehne, die zusammen mit uns trainieren, sowie Schadewaldt & Tellen, bei genug Wind auch Böhm & Roos und vielleicht auch der Australier Quirky, der sehr sehr souverän neulich die australischen Nationals gewonnen hat. Dann natürlich Sandy Higgins, aber der ist eher bei sehr viel Wind mit von der Partie, hat aber leider kein Top Boot.

Mein Tipp ist, dass der Titel nach USA, Dänemark oder Deutschland geht.“

505er Klasse, Jollen segeln,

Auch die SWE und DEN haben in Eckernförde ihren Container beladen © I.Feldmann

Iris Feldmann:Danke für das Interview!“

Jetzt sind die Boote erst einmal gepackt und in Richtung Barbados unterwegs.

Schon bei den vorherigen WMs hat die Medienpartnerschaft mit SAP neue Maßstäbe in der Segelberichterstattung gesetzt und alle Fans konnten live miterleben, wie die WM entschieden wurde. Auch dieses Jahr konnte SAP als Sponsor gewonnen werden. Wir können uns also wieder auf eine exzellente Berichterstattung mit Live-Kommentaren, Live-Streaming sowie exzellenten Videos und professionellen Fotos freuen.

Die WM findet vom 23. April bis zum 3. Mai 2013 auf Barbados statt. Interessierte können alle Informationen auf der offiziellen SAP Worlds Webseite verfolgen.

Aber auch in Europa lohnt sich der Blick:  im August wird die EM, ausgerichtet vom Düsseldorfer Yachtclub, vor der eigenen Haustür in Medemblik am Ijsselmeer statt finden.

Und das absolute Großereignis 2014 kündigt sich bereits an: im August nächsten Jahres hat die deutsche 505er Klassenvereinigung es geschafft, die Weltmeisterschaft der 505er nach Kiel zu holen.

Pressekontakt: Iris Feldmann
505er Klassenvereinigung

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