Volvo Ocean Race: Abu Dhabis Risikospiel zahlt sich aus – Führung übernommen

Sie waren links

Der Ausbruchversuch von Abu Dhabi hat sich bezahlt gemacht. Ian Walker ist mit seinem Links-Schlenker beim Volvo Ocean Race in Führung gegangen.

Abu Dhabi kann mit einer Wende die Linksdrehung des Windes nutzen und erstmals die Führung übernehmen.

Abu Dhabi kann mit einer Wende die Linksdrehung des Windes nutzen und erstmals die Führung übernehmen.

Erst segelte das gelbe Schiff mit Heimathafen Abu Dhabi auf der ersten Etappe einfach nur gut, jetzt scheint auch das Quäntchen Glück dazu zu kommen, das aus einem guten Team eine Siegercrew macht.

Nach einem massiven Linksdreher nahe der Südspitze von Madagaskar konnten die Gewinner der ersten Etappe ihre gewohnte Position an der vordersten Front des Feldes wieder einnehmen.

Mit ihrer Wende haben sie die zuletzt virtuell gut gemachten Meilen auf dem einsamen Links-Kurs auch real konsolidieren können. Denn es scheint zu gelingen, dass sie sich zwischen den nächsten Wegepunkt und das Feld schieben können. Damit hat zum ersten Mal während dieser Etappe das offizielle Ranking einen Wert. Denn das gesamte Feld kreuzt gen Norden auf direktem Weg Richtung Ziel in Abu Dhabi.

Walker dürfte damit einige Lasten genommen sein. Denn in der Anfangsphase des Rennens konnte er noch keine Akzente setzen und drohte mehrfach den Anschluss zu verlieren. Der Beginn der Etappe mochte zeigen, dass er möglicherweise zu defensiv an diesen Abschnitt gegangen ist. Mit doppeltem Reff im Groß dümpelte er dem Feld hinterher und konnte auch in der Folge nicht punkten.

Abu Dhabi

Entspannte Morgen Toilette auf Abu Dhabi. © Matt Knighton/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Dieser defensive Zugang führte zu einer Situation, in der sein Navigator Syd Fisher plötzlich sehr große Risiken eingehen musste. Es sah zeitweise geradezu hektisch aus, wie er strategisch immer wieder einen anderen Kurs wählte, als die Konkurrenz. So etwas zehrt an den Nerven der Crew. Und Walker gab auch schon zu, etwas zu weit in die Außenkurve getragen worden zu sein.

Aber nun ist diese Taktik aufgegangen. Die Abu Dhabi Mannen dürfte jetzt erst einmal durchatmen und versuchen, Zugriff auf die Konkurrenz zu bekommen. Der Wechsel zu einer risikoärmeren Defensiv-Strategie ist angesagt.

Ausruhen dürfen sich die Favoriten allerdings nicht. Diese Etappe hält noch einige Überraschungen bereit. Denn unter anderem müssen am Äquator wieder einmal die Doldrums durchquert werden.

Volvo Ocean Race Tracker

Wie Entscheidungen an Bord getroffen werden. Alvimedica Navigator Will Oxley diskutiert über die Situation:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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6 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Abu Dhabis Risikospiel zahlt sich aus – Führung übernommen“

  1. avatar Tango sagt:

    Mapfre mit dem taktisch klug segelnden Skipper Iker Martinez (49er Goldmedaillengewinner) hat sich mit guten Wendewinkeln auf Platz 2 platziert. Abu Dhabi’s Wendewinkel sieht dagegen schlecht aus. Da Mapfre rechts mehr Wind hat, wird Martinez in Kürze die Führung übernehmen.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 7

    • avatar Tango sagt:

      Francisco Vignale OBR, MAPFRE:
      “With the first beam of sunlight, we tacked in a wind shift and as soon as it came back we tacked again.”

      Das zeigt ja auch der Tracker.

      Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 3

    • avatar Tango sagt:

      Volltreffer ! Nach 6d 6h liegt Mapfre laut Tracker vorn, d.h 0,4 nm vor Abu Dhabi !

      Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

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