Volvo Ocean Race Auckland: Groupama vor Puma, Telefonica und Camper

Nörgelnder Teamchef besänftigt

Die vierte Etappe des Volvo Ocean Races ist in Auckland beendet. Überlegener Sieger ist Groupama. Franck Cammas kam zwölf Stunden vor der zweitplatzierten Puma in das Ziel.

Die Franzosen krönten damit eine überragende Leistung, die sie von Anfang an in der Spitzengruppe segeln ließ. Fünf Tage lang prägte ihr Zweikampf mit Camper an der Spitze das Rennen. Dann entschieden sie sich, ein Auge auf Puma zu werfen, die bei ihrem vermeintlichen Verzweiflungsschlag gen Norden immer mehr Meilen gut machten.

“Diese Entscheidung war die Schlüsselstelle bei diesem Rennen”, sagt Cammas. Beide Boote segelten mit stärkerem Wind außen am Feld vorbei.  Für Puma war es ein Vabanque-Spiel, sich so weit vom Feld zu entfernen. Aber das US-Team mit dem Deutschen Michi Müller an Bord stand von Anfang an unter Druck, weil es mit einem 39 Minuten Defizit hatte starten müssen. Zu Beginn hatte es die Inshore Teil-Etappe völlig verpatzt.

Eigentlich hätte dieser vierte Abschnitt das Rennen von Camper werden sollen. Die Kiwis starteten gut und drückten dem Wettkampf anfangs deutlich ihren Stempel auf. Selbst der ständig nörgelnde Teamchef Grant Dalton lobte seine Schützlinge trotz eines am Ende enttäuschenden vierten Platzes.

“Ich war bei einigen Dingen sehr kritisch”, hat er inzwischen gegenüber dem New Zealand Herald zugegeben. “Zum Beispiel bei ihrer Strategie. Aber diesmal denke ich, haben sie in dieser Hinsicht alles richtig gemacht. Sie haben eine wirklich gute Etappe gesegelt.”

Das Problem sei eben ein Fehler im Design. “Wir sind wahrscheinlich das schnellste Boot am Wind und auch vor dem Wind bei viel Druck. Aber es gab schon viele harten Raumgänge, und dabei ist das Schiff nur Durchschnitt.”

Normalerweise gebe es bei so einem Rennen ein Schiff, das besser ist als alle anderen. Aber diesmal seien es drei. Telefonica, Groupama und Puma stammen alle vom Star-Designer Juan Kouyoumdjian. Dennoch fehlte Camper schließlich nur 93 Sekunden auf Telefonica, die bei dieser Etappe erstmals Schwächen zeigte.

Auch Abu Dhabi kam nur 34 Minuten später ins Ziel. Aber ihr Skipper Ian Walker wird langsam zur tragischen Figur. Seine taktische Position sah bei dieser Etappe teilweise sehr gut aus. Er konnte mitspielen.

Und dennoch steht er als fünfter erneut mit leeren Händen da. Seine Interviews und Bilder zeigen immer mehr einen zutiefst frustrierten Mann. Es wird immer klarer, dass mit seinem Schiff kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Viel Zeit für Verbesserungen bleibt nicht. Das nächste Inport-Race startet schon in einer Woche in Auckland. Am Sonntag den 18.3. geht es weiter zur fünften von neun Etappen nach Itajal in Brasilien.

Die Camper-Crew steuert am letzten Tag der 4. Etappe in einen sagenhaften Sonnenaufgang. © Hamish Hooper/CAMPER ETNZ/Volvo Ocean Race

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Ergebnisse

1-Groupama sailing team: 19d 15h 35m 54s
2-PUMA Ocean Racing powered by BERG : 20d 3h 57m 50s
3-Team Telefónica : 20d 4h 45m 22s
4-CAMPER with Emirates Team New Zealand: 20d 4h 46m 55s
5-Abu Dhabi Ocean Racing: 20d 5h 20m 35s
6-Team Sanya: 20d 05h 55m 43s

Gesamtwertung in Auckland

1- Team Telefónica: 121 points
2- Groupama sailing team: 103 points
3- CAMPER with Emirates Team New Zealand: 98 points
4- PUMA Ocean Racing powered by BERG: 78 points
5- Abu Dhabi Ocean Racing: 53 points
6- Team Sanya: 22 points

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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