Volvo Ocean Race: Caudrelier ärgert sich über Fehler – Navigator gibt Verletzung preis

"Ich dachte, ich müsste sterben"

Brunel zeigt die harten Bedingungen der vergangenen Tage:

Während sich schon immer mehr abzeichnet, dass beim Volvo Ocean Race die Nordroute für Brunel und SCA der große Bringer sein könnte, kann sich diese Etappe zum Desaster für Dongfeng auswirken. Navigator Bidegorry blieb an Land und berichtet.

Brunel gibt auf dem Nordkurs richtig Gas. © Stefan Copper / Team Brunel / Volvo Ocean Race

Brunel gibt auf dem Nordkurs richtig Gas. © Stefan Copper / Team Brunel / Volvo Ocean Race

Der Dongfeng Navigator Ersatz Erwan Israel hat schon zugegeben, dass es ein Fehler war, nicht mit Brunel und SCA nach Norden zu segeln. Aber Skipper Caudrelier nimmt die Schuld auf seine Schultern.

Die Situation. Brunel konnte sich von SCA lösen, aber auch die Süd-Gruppe hat wieder Fahrt aufgenommen.

Die Situation. Brunel konnte sich von SCA lösen, aber auch die Süd-Gruppe hat wieder Fahrt aufgenommen.

“Man muss Risiken eingehen, wenn man gewinnen möchte. Aber ich war zu konservativ. Unser Navigator Erwan war überzeugt, dass die Nordroute funktionieren würde. Aber seit es auf den drei Etappen gut war, nahe der direkten Route zu segeln habe ich es bevorzugt bei der Flotte zu bleiben. Wir haben geführt und waren in einer starken Position. Da ist es nicht leicht, 90 Grad abzubiegen. Und niemand in unserer Nähe wollte das offenbar auch.”

Ausbruch nicht mitbekommen

Erst in einer Woche soll sich zeigen, ob der Nordkurs erfolgreich war.

Erst in einer Woche soll sich zeigen, ob der Nordkurs erfolgreich war.

Abu Dhabi Skipper Ian Walker sagt, dass er nicht nach Norden gewendet ist, weil er den Absprung der von SCA und Brunel nicht mitbekommen hat. Beide Crews waren außerhalb der Reichweite des Automatischen Identifikations Systems (AIS), das etwa über zehn Meilen reicht. Und ihre Wende erfolgte unmittelbar nach dem offiziellen alle sechs Stunden herausgegebenen Positionsreport.

Es ist klar, dass sich die Top Boote belauert haben. Dongfeng schielte auf Abu Dhabi und umgekehrt. Brunel hat diese Situation ausgenutzt. Allerdings ist längst nicht klar, ob es wirklich funktioniert. Erst nach einer Woche wird erwartet, dass das Ergebnis absehbar ist. Schon sagte Alvimedica Navigator Oxley, dass der Verlauf der Nordroute noch nicht so effektiv sei, wie er zuerst gedacht hatte.

Mapfre hat Abu Dhabi im Nacken. © Francisco Vignale/MAPFRE/Volvo Ocean Race

Mapfre hat Abu Dhabi im Nacken. © Francisco Vignale/MAPFRE/Volvo Ocean Race

Hätte sich Caudrelier von seinem Stamm-Navigator Bidegorry überzeugen lassen? Es war die große Überraschung, dass der Navigator der zum jeweils besten der ersten drei Etappen gewählt worden ist, an Land blieb. In einem Interview mit der französischen Zeitung L’Equipe erklärt er die Gründe.

Wirbel gebrochen

“Ich habe Charles immer gesagt, dass ich mal eine Auszeit brauche. Das waren jetzt 75 Tage auf See, fast die Dauer einer Vendée Globe.” In den anderen Crews sehe man das offenbar nicht so aber für ihn sei es ein wichtiger Break.

Dongfeng

Der bisher erfolgreiche Dongfeng Navigator Pascal Bidegorry sieht sich die Etappe von Land an. © Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race

Dabei hätte er schon längst im Krankenhaus liegen können. Bidegorry erzählt vom vierten Tag auf See. “Ich war in der Kajüte und schleppte eine Tasche als das Boot stark krängte. Ich fiel nach hinten über und schlug hart mit dem Kopf auf. Ich dachte, ich würde sterben. Mir war klar, dass ich auf den Kanaren von Bord geholt werden würde. Am nächsten Tag fühlte sich der Kopf 300 Tonnen schwer an, aber es war Okay.

Nach der Ankunft in Kapstadt bin ich sofort ins Krankenhaus gegangen für eine MRT Untersuchung. Dabei stellte sich heraus, dass vier Wirbel gebrochen sind. Aber nach jeweils drei Stunden Physio am Tag war alles wieder Okay.”

Volvo Ocean Race

Abu Dhabi und Mapfre segeln in Lee von Alvimedica in eine Regenwolke. © Amory Ross / Team Alvimedica / Volvo Ocean Race

Volvo Ocean Race

Bouwe Bekking im Kampfmodus. Er will es jetzt wissen. © Stefan Copper / Team Brunel / Volvo Ocean Race

Volvo Ocean Race

Sam Greenfield von Dongfeng macht Außenaufnahmen mit seiner Drohne. © Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race

 

Dongfeng lässt seine Drohne fliegen:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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