Volvo Ocean Race: Dee Caffari mit klarer Führung – Die Letzten sind die Ersten

"Verfolgung aufgenommen"

Zwei Tage nach dem Start der achten Volvo Ocean Race-Etappe ergibt sich an der Spitze eine überraschende Konstellation. Der Favorit ist unter großen Druck geraten.

Die gewohnte Hackordnung der aktuellen Volvo Ocean Race Flotte schien sich schon kurz nach dem Start zur achten Etappe in Itajai zu etablieren. Mapfre gelang der beste Start, und die Spanier führten das Feld hoch am Wind raus in den Atlantik. Direkt am Heck konnte sich scheinbar mühelos Dongfeng halten und auf die erste große Bewegung der Gruppe warten.

Blair Tuke gönnt sich einen Snack auf Mapfre. © Ugo Fonollá/Volvo Ocean Race

Die kam wieder einmal von Scallywag. Witt konnte den Speed nicht halten und versuchte einen Ausbruch nach Norden. Schnell lag er am Ende des Feldes, das so schnell wie möglich gen Osten zum stärkeren Wind segeln wollte.

Die Situation nach dem ersten Tag. Dongfeng (rot) liegt vorne. Scallywag (grau) ist nach Norden abgedreht

Dongfeng hat einen Split zum Hauptkonkurrenten Mapfre (weiß) zugelassen und gewinnt den Cross. Turn The Tide (hellblau) und Vestas (orange) sind weiter nach rechts gesegelt.

Dongfeng hat eine Kontrollposition zu Mapfre eingenommen. Vestas und Turn The Tide liegen nun recht aber klar vorne.

Ein Bild, dass sich Dee Caffari an der Spitze einrahmen könnte

Dann gab Dongfeng Gas und zog auf direktem Kurs an Mapfre vorbei. Ein psychologisch wichtiger Moment, nachdem am Wochenende doch eher die Spanier den Eindruck vermittelt hatten, der Konkurrenz voraus zu sein. Caudrelier dagegen kontrollierte nun das Feld auf der Kreuz und nahm besonders Mapfre in die Deckung. Stark segelte auch wieder Brunel, als es darum ging kurze Dreher auszunutzen und Wolken zu umfahren.

Volvo Ocean Race

Arbeit bei Nacht auf AkzoNobel© Brian Carlin/Volvo Ocean Race

Mapfre-Skipper Xabi Fernández erklärt die Situation: “Ich weiß nicht, wie oft ich schon geschrieben habe, dass sich die Geschichte für uns bei jeder Etappe zu wiederholen scheint. Nach einem sehr schönen Start in Itajai fanden wir uns auf einer endlosen Amwind-Strecke wieder. Wir versuchten jeden Tropfen Speed aus dem Boot zu quetschen und nutzten AIS, Ferngläser und den Handpeilkompass, um im Vergleich dauerhaft schneller zu sein.

“Es wird hart”

Aber ich kann jetzt schon sehen, dass es sehr hart wird. Es werden viele Momente großer Spannung kommen und wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Es wird eine sehr komplizierte Etappe und hoffentlich gut für uns.

Die Kreuz um die Sperrgebiete vor Rio de Janeiro herum.

Nach diesen ersten 48 Stunden gab es schon zahlreiche Verschiebungen. Nach starken Wolken-Aktivitäten sieht es im Moment so aus, als wenn Vestas und Turn The Tide am besten da raus gekommen wären. Wir haben jetzt schon die Verfolgung aufgenommen.”

Tatsächlich ist es Dee Caffari überraschend gelungen, über rechts ganz an die Spitze zu segeln. Ihr Turn The Tide konnte sich schon vorher überraschend gut im Wettbewerb mit den Besten halten. Schließlich liegt das hellblaue Boot auch ohne Ausfälle in der Gesamtwertung noch deutlich auf dem letzten Platz. Aber nun beträgt der Vorsprung schon solide 15 Meilen zu Rang drei.

Im Schlepptau haben sie nur Vestas mitgenommen. Das schwer gebeutelte Team schien das neue Rigg zuerst überhaupt in den Griff zu bekommen und es fehlte Speed. Aber der Schlenker über die rechte Seite hat nun erst einmal Rang zwei beschert. Brunel dagegen ist bis zum Ende des Feldes durchgereicht worden.

So schnelle Veränderungen in der Rangfolge waren zuletzt selten zu sehen. Der Speed der Boote scheint sich weiter angenähert zu haben. Das gilt jetzt aber erst einmal für den unüblichen Kreuzkurs. Sobald der erwartete starke Ostwind den Rennverlauf bestimmt und die Teams wieder ins Rutschen kommen, werden die Karten neu gemischt.

 

Tracker Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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