Volvo Ocean Race: Die Teams haben ihre Drohnen losgeschickt – Mapfre mit Kielproblemen

Unter Vollzeug

Die Volvo Ocean Race Teams haben den Hebel auf den Tisch gelegt. AkzoNobel glitscht 520 Meilen in 24 Stunden. Caffari wird langsam zurück gereicht, und beim Favoriten gibt es ein Problem.

Bei perfekten Segelbedingungen im Ost-Passat haben die Onboard-Reporter wieder ihre Drohnen ausgepackt und präsentieren Videos von Minuten langen Gleitfahrten unter Vollzeug. Vier Segel werden auf den VO65 gesetzt. Sie alle müssen perfekt zueinander geschotet sein, um Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Der Twist im Achterliek muss jeweils zu den anderen Segeln passen, damit sie zusammen maximalen Vortrieb bringen.

Der Däne Nicolai Sehested trimmt für den Australie Chris Nicholson am Steuer von AkzNobel, dem schnellsten Boot des vergangenen Tages. © Brian Carlin/Volvo Ocean Race

Es kommt auf die Feinabstimmung an.”Wenn die Flotte so gleich ist und alle bei den gleichen Bedingungen segeln, geht es nur um Unterschiede bei den Kommastellen”, sagt Dee Caffari. “Die Veränderung eines Trimmdetails kann sofort ein Defizit im nächsten Positionsreport bedeuten. Und zwei Änderungen können dann wirklich etwas ausmachen. Erst waren wir 0,3 oder 0,4 Knoten Speed langsamer, dann haben wir das aufgeholt, und zwei Segelwechsel haben uns wieder sehr viel gekostet.”

Volvor Ocean Race

Der Chinese Horace auf dem Bug von Dongfeng. © Jeremie Lecaudey/Volvo Ocean Race

 

Aber die Tatsache, dass aktuell so viele Drohnen-Videos kursieren, zeigt auch, dass sich die Spitzenteams nicht mehr die Illusion machen, Trimm-Geheimnisse vor der Konkurrenz bewahren zu können. Das Speedpotenzial der Einheitsyachten auf direktem Kurs ist nahezu identisch.

Deshalb ist es verständlich, dass man sich auf Mapfre schon über ein vergleichsweise kleines Problem Sorgen macht. Die Elektrik streikt. Und durch die fehlende Energie kann offenbar der Kiel nicht in seine maximale Position nach Luv geneigt werden.

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Mapfre hat Probleme, den Speed zu halten. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Skipper Xabi Fernandez sagt: “Wir sind dadurch langsamer, und wir können nicht genau erkennen, an welcher Position sich der Kiel befindet. Das ist aber genauso wichtig für den Trimm wie etwa die Einstellung eines Segels.”

Außerdem müsse in jedem Manöver immer mindestens eine Person unten sein, um die Kiel-Neigung per Hand zu bedienen.”Es ist klar, dass es uns nicht helfen wird, wenn sich die Flotte am Ende zusammen schiebt. Aber wir können uns nicht beschweren, da wir das Schiff trotz des Problems immer noch zu 100 Prozent segeln können.”

1500 Meilen vor dem Ziel in Newport wird die Volvo Ocean Race-Flotte vom stabilen Passat um 20 Knoten beschleunigt.

Brunel behauptet die Führung. Vestas (orange) zieht an Turn The Tide (heellblau) vorbei

1500 Meilen vor dem Ziel setzt aber AkzoNobel gerade zum Überholen an mit dem schnellsten Run in 24 Stunden (520 Meilen). Auch Vestas hat auf einer leichten Innenkurve Meilen gut gemacht, und es muss sich zeigen, ob sich die östliche Position auch auf längere Sicht auszahlt. Denn bald dreht der Wind um 180 Grad Richtung Westen, und dann kommt wieder Bewegung in das Feld.

An der Spitze behauptet sich Brunel und hält Dongfeng bisher souverän in Schach. Ein Vorsprung von 12 Meilen bedeutet aber kein beruhigendes Polster. Chancenlos mehr als 200 Meilen hinter dem Feld segelt Scallywag. Die dramatische Kap Hoorn Etappe mit dem Verlust des Team-Kameraden scheint zu viel Energie gekostet zu haben, um noch einmal vorne mitspielen zu können.

Volvo Ocean Race Tracker

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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