Volvo Ocean Race: Dongfeng bricht das Fall – Vorschiffsmann muss im Dunkeln in den Mast

"Eine schlimme Nacht"

Für das insgesamt führende Dongfeng Team läuft die vierte Etappe des Volvo Ocean Races alles andere als perfekt. Jetzt wirft sie auch noch ein gebrochenes Fall zurück.

Volvo Ocean Race, Caudrelier

Charles Caudrelier berichtet genervt, wie in der Nacht die Genua von oben kam. © Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race

Ein lauter Knall, dann liegt das J1 Vorsegel im Wasser. Auf Dongfeng ist das Fallenschloss gebrochen. Schreie in stockfinsterer Nacht. Die Crew muss schnell reagieren. Das Segel bergen und Ersatz setzen.

Bei 20 Knoten Wind ist das spritzt permanent Wasser über das Deck. Das Manöver erfolgt in voller Fahrt auf einem bockenden Schiff. Die kleinere J2 Genua ist schnell in Position, aber sie liefert nicht genug Power.

Der Kurs muss angepasst werden. Etwas höher segeln, aber dafür langsamer. Meile um Meile geht verloren. Vorschiffsmann Kevin Escoffier ist wieder gefragt. Er muss hoch in den Mast klettern, ein zweites Fall installieren. Sieben Stunden dauert es, bis die J1 wieder gesetzt ist. Der Rückstand zu Abu Dhabi wächst von 9 auf 20 Meilen. Caudrelier ist genervt.

Auf einigen anderen Booten sei dieser Beschlag schon gebrochen, wir wollten ihn austauschen, sagt er Skipper. “Aber uns wurde gesagt, dass das nicht nötig sei”. Die Einheitsyachten werden von Shore-Teams des Veranstalters in Stand gehalten. Und so haben die Crews nicht alles selbst in der Hand. Aber Caudrelier lässt das für sich nicht gelten. “Wir hätten es trotzdem tauschen sollen.”

So bleibt ein dramatisches Video von der plötzlichen Hektik in der Nacht. Kein Team versorgt die Fans so offen und ehrlich mit Informationen von Bord. Wer hätte das gedacht von einem Schiff, an dessen Heck die chinesische Flagge weht.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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