Volvo Ocean Race: Dongfeng davongezogen, jetzt aber Reparatur – Vierkampf um Platz zwei

"Hungrige Wölfe lauern"

Beim Volvo Ocean Race hat Dongfeng den Rest des Feldes deutlich um 45 Meilen distanziert. Aber der Spi-Holepunkt droht aus dem Deck zu reißen.

Charles Caudrelier war sich wahrlich nicht sicher. “Die anderen Boote hinter uns sind schneller”, sagt er.  Man habe keine gute Position für den Windschatten hinter Indien. Vielleicht war es ein Fehler, vielleicht auch nicht. “Aber wir sind ein sehr großes Risiko eingegangen.”

Der Dongfeng Skipper bezieht sich auf die Passage des Windschattens in Lee von Indien und Sri Lanka. Er ist noch gut 150 Meilen entfernt auf dem Wasser zu spüren und war für die Volvo Ocean Race Flotte nicht zu umgehen. Es galt abzuwägen. Je weiter der Bogen, umso länger ist der Weg aber umso geringer fällt der Windschatten aus.

Kontrolle aufgegeben

Dongfeng hatte eine solide zehn Meilen Führung vor Brunel und dem Hauptfeld inne als Caudrelier anluven ließ. Es war bisher so gar nicht seine Art, die Kontrolle aufzugeben. Die Konkurrenz entschwand achteraus aus dem zehn Meilen AIS Radius, steuerte einen tieferen Kurs und plötzlich gab es einen Querabstand von 40 Meilen.

Dongfeng kürzt ab mit einem luvwärtigern Kurs und hat plötzlich 40 Meilen Querabstand. Caudrelier ärgert sich über das Risiko.

Dongfeng kürzt ab mit einem luvwärtigern Kurs und hat plötzlich 40 Meilen Querabstand. Caudrelier ärgert sich über das Risiko.

Caudrelier haderte und macht das im Video auch erstaunlich offen deutlich. Er äußert ehrlich seine Bedenken. Die Abkürzung hätte nicht sein müssen. Er hat das Vertrauen in die Route verloren. Aber dann geht es doch noch gut. Der Wind reicht aus, um tief zu segeln und von Luv gerade noch rechtzeitig vor dem extremsten Teil der Abdeckung  auf den Kurs der Konkurrenz zu rutschen.

Aber der auf 30 Meilen angewachsene Vorsprung ist nur eine Momentaufnahme. Als die Abdeckung erreicht ist, segelt Dongfeng nahezu gegen eine Wand. Der Speed sackt von 17 auf zwei Knoten ab. Gut sechs Stunden kämpft sich das Team durch die Flaute. Und die Konkurrenz kommt auf acht Meilen heran.

Frauen schaffen Anschluss nicht

Dongfeng rutscht doch noch vor die Flotte bleibt aber im Windschatten von Sri Lanka stehen. Die Konkurrenz rauscht bis auf acht Meilen heran.

Dongfeng rutscht doch noch vor die Flotte bleibt aber im Windschatten von Sri Lanka stehen. Die Konkurrenz rauscht bis auf acht Meilen heran.

Dann die Erlösung. Donfgeng erwischt den frischen Wind zuerst während die vier Boote achteraus bis auf fünf Meilen aneinander rücken. Nur die SCA Frauen schaffen den Anschluss nicht und lagen zuletzt 40 Meilen hinter Rang fünf zurück.

An der Spitze aber geben die Chinesen Gas. Der kleine Vorsprung aus dem Windschatten hat für eine 45 Meilen Führung ausgereicht. Das ist schon eine deutliche Ansage. Aber Bouwe Bekking von Brunel gibt sich noch längst nicht geschlagen.

“Die Chinesen haben den Druck. Mehr und mehr beginnt eine ganze Nation auf sie zu sehen, wenn sie dem Zuhause näher kommen. Es wäre toll für das chinesische Segeln aber, ich befürchte, dass da draußen noch einig hungrige Wölfe lauern, die versuchen die Party zu verderben.

Dongfeng hat den neuen Wind zuerst bekommen und zieht auf 45 Meien davon. Um Platz zwei wird hart gerungen.

Dongfeng hat den neuen Wind zuerst bekommen und zieht auf 45 Meien davon. Um Platz zwei wird hart gerungen.

Ich erinnere mich, dass beim vorletzten Rennen auf der Hälfte der Straße von Malakka Ericsson4 gut 50 Meilen vor uns lag und 150 Meilen später die Ecke von Singapur nur auf Platz vier rundete. Segeln kann manchmal hart sein. ”

Holepunkt löst sich im Deck

Das ist Dongfeng aber gerade wieder auf eine andere Weise bewusst geworden. Denn es droht schon wieder ein größerer Schaden, der die Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen könnte. Der Spinnaker-Holepunkt löst sich aus dem Deck. Der Beschlag hatte sich schon auf der ersten Etappe Probleme verabschiedet (Video) und war dann auf allen Booten ausgetauscht worden. Nun löst er sich aber aus dem Deck. Die nächsten Tage dürften aber bei leichtem Wind eine solide Reparatur ermöglichen.

Nun wartet die Straße von Malakka, wo Gefahren und Flauten lauern.

Nun wartet die Straße von Malakka, wo Gefahren und Flauten lauern.

Mit einem großen Handicap hat auch Mapfre zu kämpfen. Die Spanier, die sich auf Rang drei vorgeschoben haben müssen auf ihren U-30 Segler Anthony Marchand verzichten, der seit einigen Stunden mit 39 Grad Fieber unter Deck liegt. Das Team hofft aber, ihn in zwölf Stunden wieder an Deck zu sehen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Volvo Ocean Race: Dongfeng davongezogen, jetzt aber Reparatur – Vierkampf um Platz zwei“

  1. avatar Highlander sagt:

    Hallo nochmals,
    ich stelle hier nochmals meine Antwort auf Ihren letzten Kommentar zur neuen Bezahlfunktion rein.
    In diesem Punkt bin ich etwas anderer Meinung. Sollte sich Ihre Internet-Seite aus den bestehenden Werbeverträgen nicht mehr finanzieren, dann müssten Sie an den bestehenden Konditionen dieser Werbeverträge etwas ändern, denn es ist sicherlich auch in dem Interesse Ihrer kapitalkräftigen Werbepartner, das diese Seite von einer möglichst grossen Anzahl von Internet Nutzern besucht wird.
    Die Einführung Ihrer Bezahlfunktion ist unter diesem Gesichtspunkt genau die falsche Richtung…..
    Ich für meinen Teil werde nun leider auf andere Seiten ausweichen, da ich nicht einsehe für eine Leistung doppelt zu bezahlen; Für den Zugang in das Internet erhalte ich monatlich von meinem Provider eine Rechnung, und alle zusätzlich kostenpflichtigen Internetseiten, werden von mir nicht unterstützt…
    In der Hoffnung das Sie Ihre Politik nochmals überdenken, denn diese neue Bezahlfunktion ist schlimmer als Mast und Schotbruch…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 7

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