Volvo Ocean Race: Drama für Brunel – Seltsame Dinge spielen sich in den Doldrums ab

Zum Haare ausraufen

Brunel ist bei der vierten Etappe des Volvo Ocean Races vom ersten auf den vierten Platz zurückgefallen. Dongfeng segelte vom letzten Rang bis ganz nach vorne.

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Letzer Sonnenaufgang für Dongfeng in der nördlichen Hemisphäre. © Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race

Das kann doch nicht wahr sein. Man kann so richtig mitfühlen mit Bouwe Bekking und seinen Jungs auf Brunel. Eben noch lagen sie fast 30 Meilen vorne und sechs Stunden später sind die Holländer vierte mit einem Rückstand von 12 Meilen. Wie ungerecht kann Segeln sein.

Brunel (links gelb) ist auf dem Weg nach Südosten von den ärgsten Widersachern überlaufen worden.

Brunel (links gelb) ist auf dem Weg nach Südosten von den ärgsten Widersachern überlaufen worden.

Die letzte Meldung von Bord lautete schon nicht so gut: “Zuletzt haben wir zwei Segel zerrissen, einen Furler verbogen, ein Fallenschloss ist gebrochen und wir haben ein Windloch gefunden, wodurch die Flotte aufschließen konnte. Dazu haben vier von uns die Spanische Grippe und Johnny läuft immer noch mit seinem verletzten Arm herum.”

Auf falschem Fuß erwischt

Aber Bekking gab sich kämpferisch: “Wir sind immer noch in Führung. Und wir bleiben dran! Die Tage sind navigatorisch interessant, denn wir segeln hier in einer See-Wüste. Es gibt nichts. Keine Schiffahrt, keine Zivilisation. Deshalb hat auch niemand für dieses Gebiet in Wetter-Modelle investiert. Hier liegen die Vorhersagedaten niemals richtig. Wir müssen auf die alte Art navigieren. Und wir haben Gott sei Dank einen Navigator mit 300 Jahren Erfahrung.”

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Äquator Taufe für Willy Altadill (l) und den Finn Olympia Silber Gewinner Rafael Trujillo. © Francisco Vignale/MAPFRE/Volvo Ocean Race

Aber der 52-Jährige Australier Andrew Cape ist offenbar auf dem falschen Fuß erwischt worden. In kürzester Zeit ist fast das gesamte Feld in Luv vorbei gerauscht. Allen voran Dongfeng, der Skipper Charles Caudrelier vor einem Tag noch so sehr mit dem Schicksal haderte, dass bei ihnen immer alles kaputt geht.

Auf direktem Kurs überliefen die Chinesen erst Mapfre und scheinen sich nun auch vor ihre ärgsten Konkurrenten Abu Dhabi legen zu können. Es ist zum Haare ausraufen. Eben noch haben die Holländer den mutigen Sahne-Schlag abgeliefert und sich taktisch perfekt vor die Verfolger gelegt, und nun ist das alles nichts wert. Segeln kann manchmal so ungerecht sein. Man kann nur fest daran glauben, dass sich das Schicksal auch wieder wendet.

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Sonnenaufgang über dem Äquator für Brunel. © Stefan Coppers/Team Brunel/Volvo Ocean Race

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Große Sturmwolken in Lee für Alvimedica. © Amory Ross / Team Alvimedica / Volvo Ocean Race

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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