Volvo Ocean Race: Gefährliche Konstellation – Abu Dhabi schwer unter Druck

Supergau für Abu Dhabi bahnt sich an

Volvo Ocean Race

Dave Swete blickt noch ein letztes Mal auf die Sonne bevor sie ins Wasser plumpst. © Amory Ross / Team Alvimedica / Volvo Ocean Race

Diese siebte Etappe beim Volvo Ocean Race könnte zum Supergau für das in der Gesamtwertung souverän führende Abu Dhabi Team werden. Es ist auf den letzten Platz zurückgefallen.

Die aktuelle Auflage des Volvo Ocean Races wird einfach nicht langweilig. Seit dem Mastbruch von Dongfeng schien die Luft raus im Kampf um den Gesamtsieg, da Abu Dhabi sechs Punkte in Führung liegt und mit seinem gutem Speed die Flotte zu kontrollieren schien.

Auch auf dieser siebten Etappe von Newport nach Lissabon parierte Ian Walker die Ausbruchversuche von Dongfeng. Er klemmt sich an die Fersen, als die gefährlichsten Gegner in Führung gingen, zog vorbei als sie mit einem Nordkurs einen schweren Fehler begingen und ging bei harten Amwind-Bedingungen sogar in Führung.

Aber dann fanden sich die Gesamtführenden plötzlich in einer südlichen Position zur Flotte wieder und Dongfeng zog im Abstand von kaum mehr als sechs Meilen im Norden vorbei. Es war nur ein kleiner Positionierungsfehler und plötzlich hing Abu Dhabi am Tampen der Fünfer Spitzengruppe während Dongfeng vorne lag.

Walker machte es noch schlimmer, als er mit zwei Halsen in eine nördlichere Position  investierte wo die Frauen beim Umfahren des Azoren Hochs stark aufholten. Danach tauchte er wieder gen Süden ab, wo Dongfeng perfekt die Rechtsdrehung erwischte und Abu Dhabi weiter zurückfiel

23 Meilen beträgt der Rückstand des gelben Bootes jetzt schon auf das Spitzenboot. Die einzige gute Nachricht für Walker ist, dass Dongfeng auf Platz drei zurückgefallen ist. Außerdem könnte der zunehmende Wind weitere Vorteile für Abu Dhabi bringen.

Aber die Gefahr ist auch groß, dass diese Etappe zum Supergau für die Gesamtführenden werden kann. Mit kontrollierter Defensive ist Ian Walker weit ins Hintertreffen geraten. Beim Segeln kann zu viel Denken auch manchmal zum Nachteil führen.

Es ist aber noch nichts gelaufen. Vor dem Ziel in Lissabon warten noch einige Windlöcher, die zu durchfahren sind. Da kann sich allerdings auch noch Dongfeng die Führung zurückholen.

Dieses Volvo Ocean Race ist immer wieder für Überraschungen gut. Insbesondere auf den letzten beiden Sprint-Etappen kann es noch sehr spannend werden. Denn dann kommt auch Vestas wieder zurück. Und durch das zusätzliche Schiff kann ein weiterer Punkt gewonnen und verloren werden. Die Dänen dürften das Zünglein an der Waage spielen.

Volvo Ocean Race Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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