Volvo Ocean Race: Knut Frostad tritt zurück

"Der Familie widmen"

Volvo Ocean Race Chef Knut Frostad beendet seinen Job nach acht Jahren in der Verantwortung. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Knut Frostad

Knut Frostad © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

An der Spitze der Volvo Ocean Race Organisation hat es eine überraschende Entwicklung gegeben. Der Chef Knut Frostad legt sein Amt als CEO nach acht Jahren nieder. Er will sich mehr seiner Familie widmen, heißt es in der offiziellen Mitteilung.

Der 48-jährige Norweger hatte den Job an der Spitze der zweitwichtigsten professionellen Segelsport Veranstaltung im März 2008 von dem Australier Glenn Bourke übernommen, der ebenso überraschend die Führung abgegeben hatte.

Knut Frostad

Als Crewmitglied für Brasil 1. © Oskar Kihlborg/Volvo Ocean Race

Der Rücktritt kommt überraschend, weil er den Umbau der Hochsee-Regatta noch nicht vollkommen vollzogen hat. Der wichtige und mutige Schritt zur Einheitsklasse rettete wohl das Überleben des Klassikers, aber die Teilnahme der ganz großen Teams mit den absolut besten Offshore Seglern der Welt konnte er noch nicht erreichen.

Die mögen abgewartet habe, wie sich das neue Konzept entwickelt. Und nach dem sehr erfolgreichen Verlauf der Regatta würden sie nun bei der nächsten Auflage erwartet. Dann stände das Volvo Ocean Race endgültig auf sicheren Füßen.

Knut Frostad

Am Steuer von “Innovation Kvaerner”. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

In dieser kritischen Phase ist der Rücktritt des charismatischen Nordländers, der selbst viermal auf höchstem Niveau teilgenommen hat, kein gutes Zeichen. Der Umbau der Regatta ist längst nicht abgeschlossen.

Aber Frostad erklärt: “Ich habe fast die Hälfte meines Lebens und viel Herzblut in dieses Rennen investiert, und das war eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich jemals treffen musste. Aber ich bin ein alles-oder-nichts-Mensch. Und jetzt möchte ich meiner jungen Familie mehr Zeit widmen.”

Das Volvo Ocean Race sei für die Zukunft gut aufgestellt mit dem neuen Einheitsklassen-Format, einem tollen Team in Alicante und der fortlaufenden Unterstützung durch Volvo. Frostad bleibt bis zum Ende des Jahres CEO, bis ein Ersatz für ihn gefunden ist.

Knut Frostad

Im Race Control Center. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Knut Frostad tritt zurück“

  1. avatar alikatze sagt:

    Wenn ein “Guter” seinen Posten räumt, ist das immer ein Einschnitt in das Projekt/Team/Firma, was auch immer. Auch weil Gewohnheiten wegbrechen und zu dem Neuen das Vertrauen und die Beziehung neu aufgebaut werden muss.
    Der Grund von Knud Frostads Rücktritt erscheint mir nur zu verständlich und der Zeitpunkt ist – zwischen den VOR gesehen – eigentlich ideal. Nun ist ein halbes Jahr Zeit, den Neuen mit aufzubauen und ihn ggf. danach noch bratend zu unterstützen. Das VOR ist mit dem Umbruch zur Einheitsklasse in einer guten Ausgangsposition und ich hoffe sehr, dass es von dort aus gut weitergeht.
    Und ich bin gespannt, wer kommt…

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  2. avatar Sibylle sagt:

    “die Teilnahme der ganz großen Teams mit den absolut besten Offshore Seglern der Welt konnte er noch nicht erreichen” Wirklich? Welche sind mir denn da verborgen geblieben?

    Stuart Bannatyne, Franck Cammas, Ken Read, Bouwe Bekking, Mike Sanderson, Michel Desjoyeaux [ ja, ich habe die Schreibweise nachgeschaut 🙂 ], Tony Rae, Charles Caudrelier …

    Ansonsten sähe ich da eigentlich nur noch den Rest der nordfranzösischen Elitisten, die noch nicht dabei waren, anscheinend aber auf ihren dünn besiedelten IMOCAs genug Spaß haben.

    Nebenbei: “bratend zu unterstützen” (alikatze ) ist ja mal ein wunderschöner freud’scher Tippfehler.

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