Volvo Ocean Race: Mastbruch bei Vestas – Auch Turn The Tide hat große Rigg-Probleme

Die Flotte zerlegt sich

Die Hiobsbotschaften beim Volvo Ocean Race brechen nicht ab. Erst das Unglück von John Fisher, dann der Notstopp nach gerissenem Großsegel bei Mapfre und nun hat es wieder das andere Unglücksteam erwischt.

Das Vestas Team hatte gerade nach einer Woche im Sturm das notorische Kap Hoorn auf Platz zwei erreicht und gezeigt, dass die aufwendige Reparatur des Rumpfschadens, nach dem tödlichen Unfall vor Hong Kong erfolgreich war – nun stehen Charly Enright und Co wieder vor einem Scherbenhaufen. Der Mast ist gebrochen.

Turn The Tide Kap Hoorn

Turn The Tide am Kap Hoorn. Kurz danach hat Dee Caffari auch große Probleme mit dem Rigg. © Sam Greenfield/Volvo Ocean Race

Vestas befand sich in einem beinharten Zweikampf mit Dongfeng um Rang zwei. Das französisch-chinesische Team hatte seit dem Kap Hoorn den zehn-Meilen-Rückstand aufgeholt und Vestas schwer unter Druck gesetzt. Bei Starkwind teilweise deutlich über 30 Knoten aus nördlicher Richtung und drei Meter hohen Wellen zog Dongfeng langsam aber sicher mit einem höheren Speed in Sichtweite vorbei.

Die Position von Vestas (orange)nach dem Mastbruch. Auch Turn The Tide (hellblau) hat Probleme.

Ob Vestas zu viel Druck dagegen setzen wollte? Jedenfall kam 90 Meilen südöstlich der Falkland-Inseln der Mast von oben. Er ist an der obersten Saling gebrochen. Das Team soll unverletzt und nicht in Gefahr sein. Auch deshalb hat Dongfeng wohl nicht gestoppt, um Hilfe zu leisten. Die Crew hat das Rigg abgeschnitten, um Schäden am Rumpf zu vermeiden.

Problem mit der Saling

Vestas kann nun per Motor die Falkland-Inseln mit eigener Kraft erreichen. Es hat dem Maritime Rescue Coordination Centre signalisiert, dass keine externe Unterstützung nötig ist, um einen sicheren Hafen auf den Falklands zu erreichen. Eine erste Untersuchung hat ergeben, dass offenbar ein Problem mit einer der obersten Saling zu dem Bruch geführt hat.

Das gerissene Großsegel bei Mapfre. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Kurz nach dem Vorfall bei Vestas hat auch Turn the Tide die Rennleitung über einen Schaden am Rigg informiert. Dee Caffari ließ die Segelfläche reduzieren, um ein nicht näher definiertes Problem zu überprüfen.  Offenbar gibt es ebenfalls ein Problem mit der obersten Saling.

Da war die Welt noch in Ordnung bei Turn The Tide mit einem magischen Moment. © Sam Greenfield/Volvo Ocean Race

So langsam scheint sich die Volvo Ocean Race Flotte in ihre Bestandteile zu zerlegen. Mapfre ist allerdings wieder zurück im Rennen. Nach einem 13stündigen Reparatur-Stopp in einer der Kap-Hoorn-Buchten, hat das Team mit der Hilfe von drei Shore die Mastspur wieder an das Rohr geklebt und das gerissene Großsegel repariert.

Das Video zeigt, wie es kurz vor dem Erreichen des Kap Hoorns in der Mitte durchreißt und die Crew flucht. Offenbar hängt der Riss mit dem Schaden an der Mastspur zusammen, der schon kurz nach dem Start in Auckland auftrat und nur notdürftig repariert werden konnte:

Derweil ist Scallywag auch längst noch nicht in einem sicheren chilenischen Hafen angekommen. Die Crew hat immer noch mehr als 500 Meilen zurückzulegen.

Mapfre neben seinem Versorgungsboot am Kap Hoorn. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Im sicheren Päckchen. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

© Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Eingesaut mit der Klebepistole. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Reparatur des Großsegels. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

In der Nacht wird weiter am Segel gearbeitet© Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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