Volvo Ocean Race: Protest im Atlantik – der Stunk bei Mapfre

Dicke Luft

Vestas und Mapfre kreuzen beim Volvo Ocean Race die Klingen kurz vor den Kapverden und kollidieren fast. Das dänische Team protestiert. An Bord von Mapfre gab es offenbar mächtig Streit.

Wer noch nicht ganz verstanden hat, wie sich da Volvo Ocean Race in den vergangenen Jahren und aktuell durch die Einführung der Einheitsklasse verändert hat, dürfte es durch dieses Video erkennen.

Protestsituation zwischen Vestas und Mapfre. Links wird die rote Flagge gezeigt.

Protestsituation zwischen Vestas und Mapfre. Links wird die rote Flagge gezeigt.

Wenn sich früher beim Um-die-Welt-Race zwei Yachten in der Mitte des Atlantiks getroffen haben, mag man Freundlichkeiten, Informationen und vielleicht Geschenke ausgetauscht haben. In diesem Fall beschränkt sich der Kontakt auf das Zeigen der Protestflagge.

Spanier haben gepennt

Vestas segelt mit seinem Code Zero einen spitzeren Winkel zum Wind als Mapfre mit dem Gennaker und hat als Leeboot Vorfahrt. Die Spanier haben gepennt. Sie hätten vor dem Kollisionskurs tiefer halten können, um hinter dem Heck zu passieren. Oder sie hatten die Hoffnung, vor dem blauen Schiff durchzukommen.

So müssen sie bremsen, indem sie anluven und sich in den Wind stellen. Sie warten, bis Vestas vorbei ist und fallen dann wieder ab. Die Crew des dänischen Bootes reklamiert Protest und wedelt mit der roten Flagge. Der wäre gerechtfertigt, wenn Vestas den Kurs hätte ändern müssen, um Mapfre auszuweichen. Aber das sieht nicht so aus.

So bleibt diese Begegnung auf hoher See ein sehr skurriler Vorgang. Chris Nicholson zeigt noch, das Mapfre Strafkreise drehen solle, aber die Spanier finden das offensichtlich doch ziemlich lächerlich.

Vielleicht haben sie diesem Zeitpunkt kurz vor der Kapverden-Passage schon ganz andere Probleme. Die spanische ABC de la Náutica hat Informationen veröffentlicht, die Vermutungen bestätigen, dass an Bord von Mapfre über einen Großteil der Etappe ganz dicke Luft herrschte.

Nach dem Rauswurf der beiden Franzosen Desjoyeaux und Navigator Lunven sei durchgesickert, dass es große Diskussionen zwischen Skipper Iker Martinez und Lunven über die Strategie gegeben habe. Die Stimmung an Bord soll immer schlimmer geworden sein. Täglich wurde gestritten.

Die Situation verschärfte sich mit den verlorenen Meilen in den Doldrums und schließlich mit der Niederlage gegen die Frauen auf einem landnahen Kurs wenige Meilen vor dem Ziel. Die Entscheidung für diese Strategie soll der Skipper getroffen haben.

Laut ABC hat Desjoyeaux dem französischen Einhand-Spezialisten Lunven den Rücken gestärkt. Als dieser nun von Bord gebeten wurde nahm auch der Vendée Sieger seinen Hut.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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9 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Protest im Atlantik – der Stunk bei Mapfre“

  1. avatar Hurghamann sagt:

    Wo sind denn die “Kapferden”? Südlich der Salmonellen??

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    • avatar Luke sagt:

      Nein. Die nennen sich so, seit bei einer Hungersnot alle Tiere geschlachtet wurden und “ka Pferd” mehr da war…

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  2. Aus der Sicht von Mapfre (ab 2:45):

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  3. avatar Hannes sagt:

    Dieses klatschen bei 3:08 sagt irgendwie alles!

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  4. avatar Alex sagt:

    Ebenso dämlich wie in die Landabdeckung zur Parkposition abzufallen, aber sicher kein Protestgrund, weil Dämlichkeit im Regelwerk nicht bestraft wird.

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  5. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Im ersten Video sieht man um 0:33, dass Vestas angeluvt hat. Das Abfallen und die S-Kurve im Kielwasser sind bei ca 0:55 zu sehen.

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  6. avatar RA Robert Meyen sagt:

    Offen gesagt habe ich den Eindruck, dass rote Flagge und die Anzeige “Strafkreisel” nicht ganz ernst gemeint waren…

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  7. avatar isasks sagt:

    Auch beim VOR sollte man darüber nachdenken, die umpires immer vor Ort zu haben, damit sie direkt entscheiden können. Auch eine Überwachung durch Drohnen ist denkbar. Im Straffall werden die Schoten automatisch gelöst und die Winchen für 5 Minuten blockiert. Mit der heutigen Technik sollte es doch kein Problem mehr sein, der Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen, bei dem Gedränge auf der Bahn, .

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