Volvo Ocean Race: Puma-Groupama-Duell in Sichtweite,Telefonica Comeback

Den Gegner im Nacken

Die fünfte Etappe beim Volvo Ocean Race ist in ihre entscheidende Phase getreten. Und der Kieler Michi Müller hat die besten Chancen, zu seinem ersten Etappensieg bei diesem Rennen zu kommen.

Groupama mit seinem ständigen Begleiter Puma im Nacken und häufig auch voraus. © Yann Riou/Groupama Sailing Team/Volvo Ocean Race

 

 

 

Er befindet sich in einem beinharten Duell mit der französischen Groupama. Gut 900 Meilen vor dem Ziel im brasilianischen Itajai liegen die beiden Volvo70 nur 0,2 Meilen in Sichtweite auseinander. Bei jedem neuen Positionsreport ändert sich die Reihenfolge. Im Moment hat Groupama wieder die Bugspitze vorne.

“Das Ergebnis dieser Intensität der letzten Tage ist Erschöpfung”, schreibt Puma Medienmann Amory Ross. “Und es liegen noch vier bis fünf solcher Tage vor uns.” Jede Besegung des Gegners werde antizipiert, alle Szenarien permanent diskutiert. “Gehen wir mit, wenn sie halsen? Was sind die Optionen?”

Das Ziel in Brasilien liegt knapp 900 Meilen vor dem Führungsduo. Es segelt in leichtem Wind.

So langsam gehe neben der Energie auch das Essen aus. “Aber dafür bringt dieses Duell großen Enthusiasmus. Die Spannung gleicht die Müdigkeit aus.”

Noch unglaublicher als die Tatsache, dass zwei Schiffe nach gut 6000 Meilen durch das härteste Seegebiet der Welt noch so eng beieinander liegen, ist die Erkenntnis, dass die gesamtführende Telefonica plötzlich in Reichweite gerät.

Die Spanier hatten vor zehn Tagen im Southern Ocean ihren Speed wegen eines Delaminationsproblems drosseln müssen, waren 380 Meilen hinter die Spitzenreiter zurückgefallen, hatten einen Stopp hinter den Kap Horn Inseln eingelegt, 17 Stunden repariert und schon mit Platz drei abgeschlossen.

Der Zweikampf zwischen Groupama und Puma ist beinhart. Das Segeln in Sichtweite erlaubt kaum Erholungspausen. Und selbst Telefonica holt noch einmal auf.

Als Iker Martinez wieder ablegte, lagen Puma und Groupama 412 Meilen voraus. Dann legten die 49er Olympiasieger den Hebel auf den Tisch und holten in zweieinhalb Tagen bis auf jetzt 112 Meilen auf. Geht da noch was? Es wäre wohl eines der erstaunlichsten Segel-Comebacks aller Zeiten.

Derweil ist Camper an der chilenischen Küste angekommen und wird am Abend in den Hafen Port Montt humpeln. Die Reparaturen am sich auflösenden Rumpf sollen drei Tage dauern.

Camper Medienmann sagt: “In den zehn Tagen ist ein sehr angespannter aber auch sehr langweiliger Lebensabschnitt vergangen. Wir sind froh, wenn wir endlich das Land erreichen.”

Im Kielwasser schleppt sich Abu Dhabi in die gleiche Richtung. Ängstlich hört die Crew weiterhin auf die Geräusche im Schiff und prüft, ob die Reparaturstelle mit den durchgebolzten Schrauben hält.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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4 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Puma-Groupama-Duell in Sichtweite,Telefonica Comeback“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Ist das kein Schreibfehler: “Das Essen geht ihnen aus”???? Sparen sie sogar an der Versorgung? Das wird ja immer lächerlicher.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 8

    • avatar Kurt sagt:

      Die können ja fische fangen wenn sie kein essen mehr haben

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    • avatar Heini sagt:

      das ist ja nun nicht wirklich neu, dass Essen nur nach geschätzter Etappendauer mitgenommen und bei Verzögerungen knapp wird

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  2. avatar Michael sagt:

    Und wie auf ein mal alles schlecht geredet wird. Natürlich berechnen die vor einer Etappe, wie bei jeder anderen Offshore Regatta ihren Nahrungsmittelvorrat. Auf der Etappe nach Kapstadt mussten Sie bei der letzten Auflage des Volvo Ocean Races auch stark rationieren. Das ist also weder neu, noch besonders überraschend und keineswegs nur “noch lächerlicher”.
    Schonmal für 11 Leute Verpflegung eingepackt? Das Ist schnell richtig Gewicht, dass da zusammen kommt. Und dabei ist es vollkommen egal ob gefriergetrocknet oder nicht. Also, was sich Grouparma und Puma für ein Match Race liefern finde ich super spannend und ich denke, die Jungs auf Abu Dhabi, Telefonica, Camper und vor allem Sanya haben sich die ganze Geschichte auch anders gewünscht. Deren Gesamtes Team im Hintergrund übrigens auch…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

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