Volvo Ocean Race: Stanjek und Kramer für Deutschland

Spannende Initiative

Starboot-Weltmeister Robert Stanjek und der Mental-Coach Weert Kramer wollen 15 Jahre nach dem Volvo Ocean Race Sieg von Illbruck wieder ein deutsches Projekt ins Leben rufen.

Stanjek, Brunel

Robert Stanjek am Steuer des Volvo 65 Brunel. © Brunel

Robert Stanjek und Weert Kramer arbeiten schon seit einiger Zeit im Hintergrund, um den Traum von einer Deutschen Volvo Ocean Race Teilnahme 2017 wahr zu machen. Nun machten sie ihre Pläne über einen Umweg öffentlich. Im Norddeutschen Regatta Verein  und beim Blankeneser Segelclub wollen sie über den Stand der Idee berichten.

Robert Stanjek Frithjof Kleen

Robert Stanjek Frithjof Kleen dürfen ab sofort den goldenen Star im Segel führen. © Marc Rouiller/SSL

Für Stanjek ist das Volvo Ocean Race der nächste logische Schritt in seiner Karriere. Nach dem Olympia-Aus des Starboots fehlt ihm das Spielfeld auf höchstem Niveau, und so bildete er sich in den vergangenen Jahren auch als Hochsee-Segler weiter.

Seine Einsätze beim Nord Stream Race als Skipper einer Swan 60 und auf dem 30 Meter Maxi “Esimit” an der Seite von Jochen Schümann führten sogar zur einer längeren Testphase mit dem Volvo Ocean Race Team Brunel von Bouwe Bekking.

Stanjek schaffte es zwar nicht in die Mannschaft, aber die Begeisterung des ehemaligen Lasersegler war für das körperlich extrem harte Volvo Ocean Race geweckt.

Kramer mit Schweizer Segellegende

Auch Weert Kramer hat schon Profi Erfahrung auf Hochsee-Ebene gemacht. Er segelte mit der Schweizer Segellegende Pierre Fehlmann, der fünfmal am Whitbread Round The World Race teilnahm und zweimal gewann. 1996 bereitete Fehlmann ein neues Langstrecken-Rennen um die Welt mit einheitlichen Grand Mistral Yachten vor, auf denen Kramer segelte.

Weert Kramer

Mental Coach Weert Kramer auch im Einsatz für das Sailing Team Germany. © STG

Das Projekt scheiterte aber Fehlmann war Mitbegründer der ersten Schweizer America’s Cup Kampagne FAST 2000, mit der Jochen Schümann  seinen Einstieg in das Cup-Geschehen schaffte. Kramer segelte auf dem Cupper und war danach auch in das von Schümann aufgebaute deutsche Aerosail Projekt eingebunden.

Danach baute er ein erfolgreiches Institut für Mentalcoaching auf und ist auch für das Sailing Team Germany im Einsatz. 2008 unterstützte er Jan-Peter und Hannes Peckolt bei dem Gewinn ihrer Bronzemedaille im 49er bei den Olympischen Spielen. 

Starke Initiative

Es wäre eine großartige Nachricht, wenn es den beiden gelingen könnte, die Finanzierung für ein deutsches Team zu sichern. In Deutschland käme zurzeit auch niemand anders in Frage als Stanjek. Mit 34 Jahren ist er im besten Alter und vollkommen hat sein Leben darauf eingerichtet, im Profi Zirkus Fuß zu fassen.

Besonders die strategische Veränderung des Volvo Ocean Races von einer Regatta der Konstrukteure zum Einheitsklassensegeln kommt den besten Olympiaseglern zugute. Heutzutage liegt das Volvo Ocean Race ihnen näher als dem lang gedienten Salzbuckel. Das aktuelle Rennen zeigt, dass die Kleinraum-Strategie und das Risiko Management im Feld eine besonders große Rolle spielt. Und das war immer eine Domäne des umfangreich ausgebildeten Robert Stanjek.

Jetzt kommt es darauf an, ob das Duo Geldgeber für die Idee begeistern kann. Es wäre ihm zu wünschen und würde mal wieder einen wichtigen Impuls für den deutschen Segelsport bedeuten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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6 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Stanjek und Kramer für Deutschland“

  1. avatar vansmieten sagt:

    ich freu mich so, das hier robert stanjek un weert kramer es angehen.illbruck hat damals einen riesenerfolg gehabt. die UITG-initiative kam über einen 11.platz leider nicht hinaus-die voraussetzungen waren einfach zu
    schlecht.das geld zu knapp, dommermuths 35mio waren viel zu wenig und die startbedingungen für das team nicht toll. wenn jetzt innerhalb von zweieinhalb jahren finanzierung, bootsdesign, teamaufbau und leadership stimmen und es genug unterstützung von diversen erfahrenen leuten in deutschland geben würde, wäre das ein dolles ding!!! waaaooooouuuh, ich drück euch alle daumen!

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    • avatar Oliver sagt:

      @vansmieten: mit dem enormen Vorteil, dass der Faktor “Bootsdesign” wegfällt. Das VOR hat aktuell eine Einheitsklasse

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  2. avatar vansmieten sagt:

    und bei dem einen geht was kaputt, bei dem anderen nicht. dongfeng hatte das holepunkt-problem, in vergangenen rennen fielen kielbomben ab und bei vestas sitzen schnarchnasen am navi-pc…. wer steht denn alles als sponsor bereit? audi, porsche, daimler, deutsche bank, gerhard richter, nikolaus jelpke? und als boatkäptn, steuerleute, wachführer – mal wieder lauter aussies, amies und sonstige utländer?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 0 Daumen runter 13

  3. avatar Fastnetwinner sagt:

    Einladung zum Blankeneser Hochsee-Segler-Abend am 31.März, wie immer um 19:30 Uhr auf dem BSC-Ponton in Blankenese, wie immer frei für Segler aller Vereine:

    Zum oben angerissenen Thema kommen Starboot-Weltmeister Robert Stanjek und Mental-Coach Wert Kramer. Wir freuen uns auf Beide zusammen, auf ihre Projekt-Vorstellung und wie immer auch auf einen guten Vortrag mit vielen Interessierten. Seid herzlich eingeladen.

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  4. avatar jürgen Schmidt sagt:

    Verkauft doch Golfbälle!!! 😀

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