Volvo Ocean Race: Vestas mit neuer Konstellation zurück im Rennen – Bahnmarke vor Aarhus

Unfinished Business

Vestas ist nach dem tragischen Unfall vor Mauritius zurück im Volvo Ocean Race. Allerdings kommt es zu einem überraschenden Crewwechsel.

Das vierte von erwarteten acht Teams beim Volvo Ocean Race 2017/18 hat seine Identität preisgegeben. Hauptsponsor ist erneut Europas größter Windmaschinen-Hersteller Vestas aus Dänemark, der beim vergangenen Rennen so dramatische Stunden erlebte, als das Schiff unter seiner Flagge auf ein Riff auflief.

Vestas beim vergangenen Volvo Ocean Race. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

Die Dänen haben das Unglück offenbar gut verarbeitet und sind nach wie vor vom Werbewert der Regatta überzeugt. Für sie ist es Unfinished Business. Ihr Engagement ist aber diesmal in Partnerschaft mit 11th Hour Racing zustande gekommen.

Die Stiftung kämpft gegen die Globale Erwärmung und für den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien ein. Sie besteht seit 2005 und ist ein Programm der Schmidt Family Foundation. An der Spitze steht Wendy Schmidt, die Frau von Eric Schmidt, der seit 2001 maßgeblich die Geschicke von Google bestimmt.

Bild eines Desasters. Der Verlust von Vestas beim Volvo Ocean Race. © Brian Carlin

Das 11th Hour Project ist schon Partner von Ben Ainslies America’s Cup Team und nun auch Geldgeber des neuen Volvo Ocean Race Teams. Die Kooperation mit einer Windkraft-Firma ist naheliegend, aber auch das Vertrauen in die neuen Skipper.

Amerikaner als Skipper

Denn diesmal steht nicht mehr der glücklose Australier Chris Nicholson in der Verantwortung, sondern dessen damalige Konkurrenten Charlie Enright und Mark Towill, die 2015 mit Alvimedica auf Platz fünf gesegelt sind. Die beiden Amerikaner betätigen sich schon seit zwei Jahren als Botschafter von 11th Hour Racing.

Das Schiff ist in Lissabon einem Refit unterzogen worden und steht bereit für die ersten Crewtests. Näheres zu weiteren Teammitgliedern ist noch nicht bekannt. Beim vergangnen Rennen wurden zwei Dänen in die Mannschaft integriert.

Diesmal wird für den Sponsor aus Dänemark der Kurs leicht verändert. So muss die Flotte auf der letzten Etappe von Den Haag nach Göteborg eine Bahnmarke vor Aarhus runden.

Mit der Meldung des neuen Vestas-Teams hat nach Dongfeng und Mapfre erstmals in der Geschichte der Regatta ein dritter Hauptsponsor seine Rückkehr zu dem Rennen bestätigt. Mit dem holländischen Team AkzoNobel ist bisher ein neuer Rennstall gemeldet. Sieben Monate vor dem Start am 22. Oktober wird es aber langsam knapp für weitere Meldungen. Die Veranstalter geben sich allerdings entspannt. Die neue One Design Regel verkürze die Vorbereitungszeit signifikant. Lange und teure Trainings- und Entwicklungsphasen seien nun nicht mehr nötig.

Frauen an Bord

So ist es bei dieser Auflage der Regatta besonders spannend, welche Strategie die Teams in Bezug auf die neue Mixed-Regel verfolgen. Carolijn Brouwer, die für Dongfeng benannt wurde, hat in einem aktuellen Interviews (unten) erklärt, dass es eigentlich unmöglich sei, die VO65 bei harten Bedingungen ohne Frauen zu segeln. Dann müsste eine Crew aus nur sieben Männern bestehen, und sie hätte deutliche Nachteile zu befürchten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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