Volvo Ocean Race: Vestas-Schaden größer als vermutet – Comeback kaum noch möglich

Nächster Tiefschlag für Vestas

Vestas 11th Hour wird am 7. Februar wohl nicht bei der Volvo-Ocean-Race-Etappe nach Neuseeland starten. Die Schäden am Rumpf erfordern einen erheblichen Kraftakt, der unschöne Erinnerungen wach werden lässt.

Das Loch im Vestas-Rumpf nach der Kollision. Das Bugsegment muss wohl ausgetauscht werden. © SCMP

Was für ein Absturz. Was für ein emotionaler Niederschlag. Eben noch schienen das Vestas Team der großen Gewinner der fünften Etappe zu sein. Trotz der Abwesenheit von Skipper Charly Enright wegen eines Krankheitsfalles in der Familie, gelang Kumpel und Co-Skipper Mark Towill im Flautenpoker nach Hong Kong eine ganz starke Leistung. Immer in der Spitzengruppe positioniert agierte Vestas wie ein Topp-Team, ohne auf einen extremen Glücksschlag wie Scallywag angewiesen zu sein.

Der sichere zweite Platz hätte diesen auch in der Gesamtwertung bedeutet nur drei Punkte hinter Mapfre. Der Traum vom Sieg wäre für Enright und Towill, die 2006 durch “Morning Light”, das Reality Film-Projekt von Disney Studios, zum Hochseesegeln gekommen sind, plötzlich greifbar gewesen nach Rang fünf beim vergangenen Volvo Ocean Race mit Alvimedica.

Volvo Ocean Race

Die Situation, als Vestas (orange) mit dem Fischerboot kollidiert. 20 Meilen Vorsprung zu Rang drei.

Nach einem unachtsamen Moment ist alles vorbei. Bei der Kollision mit dem Fischerboot knapp 30 Meilen vor dem Ziel in Hong Kong tritt ohnehin durch den Todesfall des einheimischen Kapitäns die Rennwertung ganz schnell in den Hintergrund. Aber nun wird es für Vestas offenbar knapp, überhaupt die Weltumseglung zu beenden.

Es sieht so aus, als wenn die Absage zur Teilnahme bei der nächsten Etappe nach Auckland, die am 7.2. startet, intern schon erfolgt ist. Das berichtet die South China Morning Post. Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht. Aber der Schaden scheint so groß zu sein, dass die Reparatur nicht im erforderlichen Zeitraum erfolgen kann.

Die in der Szene durchgesickerten Pläne weisen jetzt darauf hin, dass zurzeit eine komplett neue Bug-Sektion in der Form der italienischen Werft Persico entsteht, wo alle Volvo Ocean 65 Racer gebaut worden sind. Der Bug wird nach Auckland geflogen und mit dem Rumpf verbunden, der per Decksfracht nach Neuseeland gelangt.

Eine ähnliche aber noch umfangreichere Operation hat Persico beim  Volvo Ocean Race 2012/13 für Vestas Wind abgeschlossen, nachdem das Schiff auf ein Riff bei Mauritius aufgelaufen war.

Wenn Vestas bei der nächsten Etappe erneut keine Punkte holt, wird dieses Volvo Ocean Race mehr und mehr zu einem Zweikampf um den Sieg zwischen Mapfre und Dongfeng. Vestas könnte aber bei dann bei noch fünf ausstehenden Etappen noch um einen Platz auf dem Podium mitkämpfen.

 

 

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Vestas-Schaden größer als vermutet – Comeback kaum noch möglich“

  1. avatar Suedlicht sagt:

    Also das sind mal wieder keine Neuigkeiten, auf SA wurde schon vor Tagen ein Facebook Post gezeigt in dem klar zu lesen ist, dass Vestas nicht an der 6. Etappe teilnehmen wird. Und auch schon wieder die Mutmassung, dass eine Unachtsamkeit zum Ausscheiden geführt hat, allerdings ist die Ursache noch nicht klar…. Schlimmer geht immer

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  2. avatar christian sagt:

    Was ist mit der ehemaligen SCA als Ersatzschiff? Die sollte doch zur Verfügung stehen, oder?!

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  3. avatar Südlicht sagt:

    Mit einem Containerschiff dauert es zu lang, und per Flugzeug geht es nur in einer Antonov, das kostet Millionen, außerdem gehört sie nicht Volvo sondern SCA plus rebranding….

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    • avatar Sven 14Footer sagt:

      So weit ich das weiß, gehören alle VOR 65 der VOR S.L.U. und werden an die Teams verchartert.

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  4. avatar Südlicht sagt:

    Abu Dhabi und SCA wurden damals von den Teams gekauft, SCA wurde auch auf den Stand aller anderen Schiffe gebracht wird aber gerade von SCA verkauft, Abu Dhabi wurde zurück an Volvo verkauft und ist jetzt ich glaube scallywag. http://www.berthon.co.uk/wp-content/uploads/2017/11/volvo-ocean-65-1-main.jpg

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  5. avatar westlicht sagt:

    Der Schaden sieht nicht so aus als ob er nicht von ein paar guten Bootsbauern ziemlich schnelkl repariert werden könnte. Vielleicht ist das Boot nicht mehr 100% One-Design, aber fast.
    Das sind schon fettere Schäden in weniger Zeit an ungünstigeren Orten repariert worden.
    Ich glaube eher, das Vestas mittlerweile die Nase voll von Negativ Publicity hat und so die Motivation nicht überragend ist, wohl gemerkt nicht des Segelteams sondern des Sponsors.
    Zudem ist es sicher kompliziert das Boot einfach aus der Hongkong-Gerichtsbarkeit wegsegeln zu lassen ohne das alles geklärt ist. Das stelle ich mir schwierig vor.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 7

    • avatar Kauni sagt:

      Sponsor hat die Nase voll vom Sponsor???
      Falls du Checker Volvo meinst – die sind nicht Sponsor sondern Owner des Rennen
      Und ich frage mich was die falsch gemacht haben sollen

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  6. avatar Christoph sagt:

    Ich habe gestern gelesen dass das Boot wohl schon unterwegs auf einem Frachter nach Auckland ist, also das mit der Gerichtsbarkeit kann nicht der Grund für die späte Rückkehr sein. Wohl eher dass die one Design Regel es wahrscheinlich ausschließt den Bug besonders im Unterwasser Bereich einfach irgendwie zu remodelieren. Daher sind sie wohl auf ein Teil aus der Form angewiesen.

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  7. avatar Tom sagt:

    Naja eigentlich sieht der schaden nicht so dramatisch aus, aber wir sehen ja nicht wie es um die Struktur des Bugs aussieht. Deshalb könnte es durchaus nötig sein den Bug zu tauschen. Außerdem wird das Onedesign beim Vor sonst ja auch sehr genaugenommen. Deshalb können die vermutlich nicht einfach irgendwas da reinbasteln. Dadurch könnte das Boot schwerer werden und wäre unter Umständen nicht mehr Konkurrenzfähig.

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  8. avatar Jorgo sagt:

    Meint Ihr nicht dass es das Team vor Ort besser beurteilen kann als wir hier am Schreibtisch?
    Na gut, spekulieren macht Spaß…..!
    Weshalb wird denn der arme Carsten so gebasht? Das wird hier doch alles freiwillig gelesen, oder was?
    Ich bin dann mal weg. Viel Spaß noch in die Runde!

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