Volvo Ocean Race: Vestas Wind Dänen greifen mit Aussie Skipper an

Die Dänen kommen

Die Volvo Ocean Race Flotte ist auf sieben Teilnehmer angewachsen. Der letzte Neubau der 65 Fuß Einheitsyachten wird vom dänischen Team Vestas Wind unter dem australischen Skipper Chris Nicholson um die Welt segeln.

Volvo Vestas Wind

Der erfahrnen Aussie Skipper Chris Nicholson mit Peter Wibroe (l.) und Nicolas Sehested. © Volvo Ocean Race

Damit hat es Volvo Ocean Race Chef Knut Frostad noch in letzter Minute geschafft, eine sehr qualitätsreiche Regatta auf die Beine zu stellen, die am 4. Oktober in Alicante startet. Denn das dänische Team wird von keinem Geringeren als dem ehemaligen 49er Doppelweltmeister und zweimaligen Volvo Zweiten Chris Nicholson geskippert.

Der Australier wollte eigentlich wieder mit dem Team New Zealand um die Welt, für das er beim vergangenen Rennen in Kooperation mit der spanischen Camper Marke Platz zwei geholt hatte. Kiwi Chef Grant Dalton hatte mehrfach angekündigt, beim Volvo Race dabei sein zu wollen. Und Nicholson wäre sein Mann gewesen. Aber dann sagten die Neuseeländer doch ab. Die Verhandlungen mit den Spaniern waren gescheitert.

Frostad unter Druck

Volvo Vestas Wind

Das Branding des siebten Volvo Ocean Race Teilnehmers Vestas Wind. © Volvo Ocean Race

Für Spanien wurde spät ein eigenes Team benannt und Nicholson blieb außen vor. Er blieb aber mit Veranstalter Frostad in engem Kontakt, der seinerseits den Deal mit den Dänen einfädelte.

Bei dem späten Kontrakt mag eine ordentliche Preisreduktion schließlich den Windanlagen-Hersteller Vestas überzeugt haben,  Namen und Geld zu geben. Schließlich war Frostad mit zunehmendem Verlauf der Anmeldeperiode unter Druck geraten, das fertig gebaute siebte Schiff noch rechtzeitig an den Mann zu bringen. Aber mit dem neu eingeführten One Design Prinzip bei dieser Regatta ist es auch noch möglich kurzfristig einzusteigen.

Dennoch ist die Zeit wahrlich knapp, noch ein konkurrenzfähiges Team zusammenzuschweißen, auch wenn das Material für alle gleich ist. “Wir werden vor dem Start gerade einmal zwei Wochen segeln können”, sagt Nicholson. Denn das Schiff ist noch nicht endgültig fertig. “So eine Vorbereitung gab es wohl noch nie. Die meisten Teams werden vor dem Start wenigstens sechsmal so viele Meilen absolviert haben wie wir. ”

Volvo Vestas Wind

Kurz vor der Fertigstellung. Der dänische VO65. © Greenmarine

Aber nach zwei starken Vorstellungen beim Volvo Ocean Race kann ihm auch bei dieser Regatta noch viel zugetraut werden. Zuletzt hatte der Aussie 2012 mit seinem oft limitierten Botin Design noch einen starken Endspurt hingelegt. Auf diese Karte setzt er auch diesmal. “Wir müssen uns im Verlauf des Rennens entwickeln und können für die erste Etappe allenfalls eine mittlere Position anstreben.”

Zwei junge Match Race Dänen

Denn Niccholson wird bei seinem Vestas Team nicht alleine auf alte Mitstreiter zurückgreifen können. Zwei soll er dabei haben in der acht Mann Crew. Aber er muss auch zwei junge Dänen mit einbauen. Die beiden U 30 Spots die laut Regeln verpflichtend sind werden von Nicolas Sehested (24) und Peter Wibroe (28) besetzt. Sie haben noch kaum Erfahrung im Hochseesegeln sind aber erstklassige Segler.

Sehested ist zur Zeit als Steuermann die Nummer sechs in der Match Race Weltrangliste und Peter Wibroe war zu seiner besten Zeit 2008 die Nummer acht. Zuletzt segelten beide Segler gemeinsam auf der Match Race Tour aber auch bei dem dänischen Extreme Sailing Series Projekt des SAP Teams mit Steuermann Jes Gram Hansen.

Nicholson hat schon bei seinem vergangenen Volvo Ocean Race Projekt gezeigt, dass sich auch Match Racer für das Hochseesegeln eignen. Er nahm die ehemalige Nummer Eins Adam Minoprio mit. Der Neuseeländer ist inzwischen beim Luna Rossa America’s Cup Team angestellt.

Dass es möglich ist, mit viel Erfahrung und einem guten Team in kürzester Zeit schnell auf Betriebstemperatur zu kommen zeigt gerade Iker Martinez mit seinen Spaniern beim Round Britain Race. Er segelt Kopf an Kopf mit dem Abu Dhabi Team von Ian Walker, das sich mit am professionellsten auf das kommende Volvo Ocean Race vorbereitet hat. Die Chinesen, das US Jugendteam und die Frauen können bisher nicht Schritt halten.

Für den Windanlagen Hersteller Vestas ist der Schritt in den internationalen Segelsport nicht so weit, wie man denken mag. Vestas Sprecher Morten Albaek erinnert im Interview daran , dass sich seine Firma ja schon beim Speedrekord mit Paul Larsons Sailrocket sehr erfolgreich im Sport engagiert hat.

Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Vestas Wind Dänen greifen mit Aussie Skipper an“

  1. avatar Nils sagt:

    Ist Nicholson nicht Australier? Siehe: http://www.sailing.org/biog.php?memberid=31573

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  2. avatar Ikarus sagt:

    vestas war doch auch der spnsor von der sailrocket oder?

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