Volvo Sailing Speed Challenge: IMOCA 60 schneller als Moth, Wind- und Kitesurfer

Kommt es doch auf die Größe an?

Teaser-Video:

Wer ist schneller? Ein Laser-Olympiasieger auf einer Foiler-Moth,  ein zweifacher Windsurf-Olympia-Teilnehmer  auf seinem Brett, ein Extrem-Kitesurfer oder ein Vendée-Globe-Drittplatzierter auf seiner IMOCA 60?

Die Volvo Sailing Speed Challenge während der Cowes Week wurde Montag am frühen Abend nach nervenaufreibender Warterei auf Wind dann doch gestartet. Die Bedingungen im Solent waren ausgesprochen schwierig oder „tricky“, wie die englischen Gentlemen sagen würden. Die Windstärken pendelten zwischen 10 und 15 kn bei zwei bis drei Knoten Strom und einer starken Tide aus Windrichtung.

Volvo Speed Challenge

Noch sind die drei Protagonisten zusammen © volvo

Der eher leichte Wind favorisierte die fliegende Kiste und den Windsurfer, doch die immer stärker aufbauende kabbelige Welle brachte wiederum der „straight through“ rauschenden IMOCA 60 mehr als nur ein Plus.

Um es kurz zu machen: Alex Thomson gewann den Vergleich, wenn auch denkbar knapp.

Unterm Strich handelte es sich nicht um einen reinen Speedvergleich, der etwa auf einer gerade Strecke ausgesegelt wurde, sondern um einen up- and down-Kurs, auf dem es auch auf das Näschen für den richtigen Wind ankam.

Und auf die Manöver. Deshalb hatte Thomson auch zwei Grinder dabei, die bis zum Umfallen kurbelten, um die Wenden und Halsen in rekordverdächtigen Zeiten hinzukriegen. „Eigentlich haben meine Grinder das Rennen gewonnen, nicht ich!“ sagte dann auch Thomsen gleich nach seinem Zieleinlauf. „Das war alles ganz schön nervenaufreibend!“

Kunststück, denn seine Konkurrenten können auch schnell segeln. Der Zweitplatzierte Nick Dempsey hielt sich zu Beginn des Laufes auf gleicher Höhe wie Laser-Champ Paul Goodison, der ausnahmsweise auf der schnellen Foiler-Moth unterwegs war. „Wir hatten eine exzellenten ersten Reach, waren sozusagen Schulter an Schulter unterwegs und kamen an die erste Boje zusammen, vor Thomson. Doch auf dem Rückweg hatte der Wind etwas gedreht und wir konnten keinen Anlieger mehr fahren,“ berichtete Dempsey später.

Volvo, thomsen, Hugo Boss

Wahrscheinlich hättte die Moth das Rennen gemacht, wäre da nicht diese maritime Flora gewesen © volvo

Paul Goodison hatte zudem ein „kleines Malheur“ auf seiner kibbeligen Moth zu verkraften: Er sammelte reichlich Seegras mit seinen Foils ein, fuhr so das eine oder andere haarsträubende Manöver und musste die Moth sogar kentern, um das Seegras loszuwerden. Logisch, dass man dabei keine Geschwindigkeitsvergleiche gewinnen kann!

Der Kitesurfer Sam Lutman-Pauc, eher auf langen Extrem-Kite-Kursen  zuhause, kam überhaupt nicht richtig in Fahrt und haderte mit dem kurzen Kurs und den Gezeiten.

Das Rennen der „Fantastic Four“ (zumindest aus britischer Sicht) wurde in England stark promotet und von Tausenden auf den Stränden beobachtet und live im Internet übertragen.

Tausend Pfund gewann Thomsen so für ein soziales Projekt. Aber es wurde ihm ein Fehdehandschuh vor die Füße geworfen: „Ich will eine Revanche im flacheren Wasser, ohne Flora,“ forderte Goodison. Angesichts der hohen Aufmerksamkeit und wahrer Begeisterungsstürmen unter den Fans, wird’s Volvo wohl bald schon möglich machen.

Ein Post-Race-Movie wird in Kürze erscheinen, auch hier bei SR, logisch!

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Volvo Sailing Speed Challenge: IMOCA 60 schneller als Moth, Wind- und Kitesurfer“

  1. avatar Olperer sagt:

    Rein vom Artikel lesen, Ich rate mal, dass Dempsey der Windsurfer ist ?

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

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