Wechselspiele in der Starbootklasse

Starboot-Stanjek sucht neuen Partner

Die Brüder Robert (l.) und Philipp Stanjek gehen seglerisch getrennte Wege. © Stanjek

In der Starboot-Klasse geht das Bäumchen-wechsle-dich-Spiel auch in der entscheidenden Olympiaqualifikations-Saison weiter. Nun hat sich das deutsche Spitzen-Starbootteam Robert und Philipp Stanjek getrennt, das zurzeit auf Platz zehn der Weltrangliste steht. Die Brüder hatten sich erst Ende September 2009 für eine Olympiakampagne zusammengefunden.

Damals war Markus Koy aus Stanjeks Boot zu Johannes Polgar gewechselt, und die Segel-Liaison mit Tim Kröger endete. Nun deutet viel darauf hin, dass sich Stanjek wieder mit seinem ehemaligen Vorschoter Fridthjof Kleen vereint.

Fridtjof Kleen segelt erfolgreich mit dem Amerikaner George Szabo. © Kleen

Kleen hatte sich zur Mitte des vergangenen Jahres von Spitzensegler Alexander Schlonski getrennt und avancierte  seitdem an der Vorschot verschiedener internationaler Spitzensegler zum zurzeit erfolgreichsten deutschen Olympiasegler. Er siegte mit dem Iren Peter O´Leary sensationell beim Weltcup in Weymouth und mit dem Amerikaner George Szabo bei der US-Meisterschaft. Danach wurde er mit dem brasilianischen Doppelolympiasieger Robert Scheidt zweiter bei der Eastern Hemisphere Meisterschaft in Boltenhagen und In der vergangenen Woche gewann er mit Szabo auch ein hochkarätiges Rennen in Miami.

Stanjek in typischer Ausreithaltung auf seinem Starboot © privat

Aber eine neuerliche Partnerschaft zwischen Stanjek und Kleen ist brisant, weil das Team schon einmal olympische Pläne hatte. Im März 2007 trennten sich Stanjek und Kleen wegen “unüberbrückbarer persönlicher Differenzen” und beide verpassten die Qualifikation im Anschluss mit anderen Partnern.

Auch diesmal wird der Weg zum Olympiaticket hart. Zurzeit bewerben sich drei weitere starke Mannschaften um das Olympiaticket im Starboot. Polgar/Koy, Babendererde/Jacobs und Schlonski/Bohn bilden eine funktionierende Trainingsgruppe und glänzen mit guten Leistungen.

Stanjek schreibt auf seiner Homepage zu der Trennung: „Zwischen Brüdern klappt es entweder richtig gut oder gar nicht! Das ist das, was man oft hört. Es ist ein bisschen zu schwarz-weiß. Wir haben tolle Resultate ersegelt, in denen wir unwahrscheinlich kräftig zusammen waren.  Natürlich gibt es unter Brüdern auch Meinungsverschiedenheiten. Letztendlich erfolgte die Trennung aus einer solchen.“ sagt Steuermann Robert Stanjek.

Es waren aber hauptsächlich äußere Umstände, die in der Summe nicht sonderlich positiv einwirkten. „Nachdem wir uns Ende Februar von unserm Privattrainer trennen mussten, war es schwer, wieder einen festen Platz in der Nationalmannschaft zu bekommen.

Auch finanziell waren wir nicht so stark aufgestellt, wie unsere nationale Konkurrenz. Das übte zusätzlichen Druck aus.“  Die Trennung erfolgte im Einverständnis. Robert wird versuchen mit einem neuen Vorschotmann im olympischen Wettkampf zu bleiben. Philipp hat ein abgeschlossenes Informatikstudium und bereitet seinen Einstieg in die Wirtschaft vor.

In den 15 Monaten segelten sie vier World Cups, drei Kontinentalmeisterschaften und eine Weltmeisterschaft. Ihren größten gemeinsamen Erfolg erreichten sie bei der Eastern Hemisphere Championship 2010 mit einem Podiumsplatz.  Das Team Stanjek wird derzeit auf Platz 10 der ISAF Weltrangliste geführt.”

Die Partnerfindung der Starbootsegler ist kein rein deutsches Problem. In jüngster Zeit durchmischt sich besonders die traditionell starke US-Flotte. Sieben Crews sind in den vergangenen Monaten auseinander gegangen. Die vorolympischen Saison liegen die Nerven vieler Segler blank. Es gehört schon viel dazu, als erfolgreiches Team zusammen zu bleiben.

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Wechselspiele in der Starbootklasse“

  1. avatar Marina sagt:

    Lieber Carsten,
    Robert steht LINKS (nicht re) im Bild!
    Doppeldeutig: Tja, Profis machen eben auch mal Fehler 😉
    Gruß von Marina

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  2. avatar wilfried sagt:

    Bitte keine politischen Witze. Sonst platzt auch dieser Thread 😉

    Gruß Wilfried

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  3. avatar Fred sagt:

    Da hat der Stanjek ja einen guten Fang gemacht.
    Die Ergebnisse sprechen ja eine deutliche Sprache. Haben die beiden nicht zusammen schon gute Ergebnisse gehabt?
    Wahrscheinlich die beste deutsche Star-Mannschaft 2011.
    Viel Erfolg aber auch allen anderen.
    Fred

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