Weltcup Hyères: Kröger und Kroker mit Gold und Silber, 5 Boote im Medalrace

Abgetaucht

Die deutschen Olympia-Segler haben beim  Weltcup in Hyères große Probleme, an die Leistungen von Palma anzuknüpfen. Dafür feiert Paralympics-Vize Heiko Kröger einen großen Sieg.

Philipp Buhl

Philipp Buhl im Schwell vor Hyères. Im letzten Rennen zeigte er, was er kann. © Marina Könitzer

Die Kleinen machen es den Großen vor. Heiko Kröger hat mit seinem 2.4 eindrucksvoll Revanche genommen für die Paralympics Niederlage gegen die Britin Helena Lucas vor Weymouth. Mit fünf Rennsiegen in zehn Rennen dominierte er das Feld der besten Paralympics Segler und siegte mit 20 Punkten Vorsprung. Lasse Klötzig landete auf Rang sechs.

Im kleinen Feld der Sonar Klasse von sechs Booten gelang Jens Kroker/Robert Prem/Siegmund Mainka mit einem starken Finaltag und der Serie 1/2/1 noch der Sprung auf Rang zwei. Das Team musste sich nur dem Paralympics Vierten und Hochsee Profi Bruno Jourdren geschlagen geben, überholte aber noch den überlegenen Paralympics Sieger Udo Hessels, der schließlich auf Rang vier landete.

Vor dem Medalrace-Tag hinkt die deutsche Nationalmannschaft dagegen in den Olympiaklassen den Trop-Platzierungen von Palma hinterher. In Abwesenheit der deutschen Surfer, die vor Palma für Höhepunkte gesorgt hatten, wird die Nationalmannschaft in Hyères wohl nicht mit Podiumplätzen aufwarten können.

Bestes deutsches Team ist Tina Lutz und Susann Beucke im 49er FX, die nach einem Frühstart im letzten Rennen aber schon 19 Punkte Abstand zu Rang drei haben. Auch Leonie Meyer mit der französischen Ersatzvorschoterin Caroline Vandame schlägt sich gut auf Platz sieben.

Jurczok/Lorenz konnten nicht an die starke Anfangsphase anknüpfen und verpassen zehnte erneut knapp das Medalrace. Die 49er lassen jeweils nur acht Boote im Finale zu. Bei stärkerem Wind fehlt ihnen rund 15 Kilogramm Crewgewicht im Vergleich zu den Spitzenmannschaften.

Allerdings segeln die 49er jeweils drei Medalraces. Da können vielleicht auch Erik Heil und Thomas Plößel  noch etwas bewegen. “Wir hatten einen schlechten letzten Tag mit viel Ärger auf dem Kurs,” schreiben sie. Die Plätze 10/OCS (Frühstart)/13 ließen die überlegenen Sieger von Palma auf Rang sieben zurückrutschen. “Auch noch ein gutes Ergebnis mit Potenzial für Platz fünf.”

Im Medalrace sind auch die 470er Frauen Bochmann/Panuschka vertreten, die allerdings nach den Plätzen 17 und 19 noch auf Rang neun abrutschten. Sie verpassten damit die gute Chance, noch einmal ganz vorne anzugreifen.

Große Freude gab es dagegen bei den 470er Seglern Jasper Wagner und Dustin Baldewein, die sich im starken Feld um einen Punkt den Platz im Medalrace sicherten. Die Olympioniken Ferdinand Gerz und Patrick Follmann hatten die Goldgruppe der besten 32 verpasst aber immerhin die Silbergruppe mit drei Siegen dominiert.

Enttäuschend verlief auch der Weltcup für Philipp Buhl, der nur im letzten Rennen mit einem zweiten Platz seine Möglichkeiten zeigte und ansonsten bei der Finalserie mit 19/20/28/18/40 unter seinen Möglichkeiten blieb. Am Ende landete er auf Rang 17. An der Laser-Spitze hat sich vor den Medalraces tatsächlich der Altmeister Robert Scheidt platziert.

Ergebnisse Weltcup Hyeres 2013

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Weltcup Hyères: Kröger und Kroker mit Gold und Silber, 5 Boote im Medalrace“

  1. avatar Hobby-Regatteur sagt:

    Gab es nicht noch eine Bootsklasse, bei der drei deutsche Teams gestartet sind?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Ketzer sagt:

    Über die Nacra 17 Segler verliert Ihr kein Wort? Ist vielleicht auch besser so. 🙂

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    • avatar Oh, nass is sagt:

      Genau wie Finn. 🙂

      Moment, ich ergänz das mal kurz.

      Einen tollen Saisonauftakt lieferte im Finn Lennart Luttkus. In der härtesten Klasse der Welt, in welcher Deutschland es seit Jahren nicht schafft einen Athleten in die absolute Weltspitze zu bringen, belegte er einen respektablen 29. Platz und schlug den ehemaligen Europameister Skornyakov und seinen harten Konkurrenten im Juniorenbereich, den Juniorenweltmeister Kistanov. Das Erreichen des Goldfleets im ersten World Cup ist ein gelungener Einstand und zeigt, daß die Aufbauarbeit im Frühjahr bereits Früchte trägt.

      Auch “Segler des Jahres 2011” und Vizeweltmeister im Star Frithjof Kleen segelte dieses Wochenende auf seinem Heimatrevier im Finn. Er landete im 13 Boote starken Feld, welches keine Beteiligung nationaler Finngrößen aufwies, auf Rang 9, direkt hinter dem über 70-jährigen Manfred Tomaszewski, der aktuell 84. der deutschen Finnrangliste ist, aber mit seinem 17 Jahre alten Maderboot doch noch zu schnell für Kleen war. 🙂

      http://www.regatta-forum.com/finn-wannseepokal-mit-straboot-olympiateilnehmer-frithjof-kleen/

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 16

      • avatar Sportler sagt:

        Ohne die Leistung von Lennart schmälern zu wollen, bezweifle ich stark das Finn die härteste Klasse der Welt ist.

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 7

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