Der Hamburger Einhandsegler war auf dem Atlantik verschwunden

Wo ist Riechers?

Screenshot vom Race-Tracker. Jörg Riechers (rot) scheint nach dem Start der Mini6.50-Flotte in Horta nicht mithalten zu können. Gibt es ein Problem?

Erst war er weg, nun ist er wieder da. Der Hamburger Jörg Riechers schien mit seiner „Mare.de“ den Start der Rück-Etappe von den Azoren nach Les Sables verschlafen zu haben. Seine Kurslinie auf dem Internet-Tracker zeigt ohne jegliches Zucken stur geradeaus. Als sei der Autopilot eingefroren. Schlimmeres mochte man nicht denken. Und er fiel immer weiter zurück, bis er schließlich am Ende des Feldes auftauchte. Der Speed wurde mit 0,00 kn angegeben.

Eine Zeitlang war "Mare.de" ganz vom Bildschirm verschwunden. In dieser Position tauchte der Mini wieder auf. Die Kurslinie ist verdächtig gerade. Immer noch eingeschlafen?

Man durfte sich Sorgen machen. Im heutigen Technikzeitalter bedeuten solche Beobachtungen meist das erste Anzeichen für ein größeres Problem. Mastbruch, Kollision, Kenterung. Dann verschwand er plötzlich für einige Zeit ganz von der Bildfläche.

Da ist er wieder. Die Kurslinie zuckt, die Position im Norden vor dem Feld sieht exzellent aus. Die Rhumb-Line, der direkte Weg zum Ziel verläuft unten deutlich nach rechts. An ihr werden die Platzierungen gemessen. Im Norden geht aber die Post ab.

Nun ist er wieder da. Offenbar handelte es sich nur um ein GPS-Ortungs-Problem. Im Klassement um 8:00 Uhr wird er auf Platz 16 geführt mit einem Rückstand von gut 13 Meilen. Tatsächlich sieht seine Position aber viel besser aus. Denn in der Flaute um das Azorenhoch hat er sich deutlich im Norden des Feldes vor seinen gefährlichsten Verfolgern positionieren können.

Die Platzierung täuscht, weil sie am direkten Weg gen Osten nach Frankreich gemessen wird. In Wahrheit findet zur Zeit ein Rennen nach Norden statt, wo der deutlich stärkere Wind herrscht. Die Flotte nähert sich nach langen Stunden mit Geschwindigkeiten um zwei Knoten wieder der sechs Knoten Marke. Dabei werden die östlich positionierten Segler an der Spitze der Tabelle gezeigt.

Die Übersicht zeigt, warum alle nach Norden wollen. Die dicken grünen Windpfeile dort stehen für den Zug nach Osten, den alle erreichen wollen.

Der Start von “Mare.de” ist also doch gelungen. Weiterhin ist  einer der herausragendsten deutschen Erfolge im Hochseesegeln möglich.

Race Tracker

Video vom Start der zweiten Etappe

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Der Hamburger Einhandsegler war auf dem Atlantik verschwunden“

  1. avatar Fan sagt:

    Schon jetzt eine tolle Leistung. Endlich jemand, der neben Boris bei den Profis mithalten kann!

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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