World Match Race Tour: Altmeister nähern sich der Million – Williams (38) besiegt Wallen (55)

Zweikampf auf zwei Rümpfen

Die Höhepunkte:

Der Brite Ian Williams hat mit seinem Team sensationell die erste Etappe auf dem Weg zur Million gewonnen. Der sechsmalige Match Race Weltmeister profitierte vom dramatischen Fehler seines Halbfinal-Gegners.

World Match Race Tour

Luvmanöver in der Startbox. © WMRT

Ian Williams schien der große Verlierer der Entscheidung zu sein, das Format der Match Race Weltmeisterschaft den Vorgaben des America’s Cups anzupassen und auf Katamaranen zu segeln. Denn der Kielboot-Spezialist konnte bei seinen sporadischen Einsätzen auf zwei Rümpfen noch nicht glänzen. 2011 wurde er mit seinem GAC Pindar Team gar Letzter bei der Extreme Sailing Series im Oman.

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Der sechsmalige Match Race Weltmeister Ian Williams freut sich über seinen überraschenden Kat-Sieg. © WMRT

Er schien die Katamaran-Segelei nur mit halbem Herzen zu verfolgen. Aber das hat sich nun definitiv verändert, seit die neuen schwedischen Besitzer der World Match Racing Tour so viel Geld in die Rennserie pumpen, dass sich die Athleten guten Gewissens Profis nennen können.

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Ordentlich Preisgeld. Die World Match Race Tour ist die zurzeit professionellste Segelveranstaltung. © WMRT

Eine Million Dollar Preisgeld winkt nach fünf Veranstaltungen dem Gesamtsieger. Da macht es Sinn, sich dieser Disziplin mit Haut und Haaren zu verschreiben. Denn in dieser Saison gibt es keine festgeschriebene Hackordnung. Niemand weiß, wer mit den Katamaranen am besten im Zweikampf-Modus zurecht kommt.

Und so sagte auch Williams zur Halbzeit der Veranstaltung, dass die aktuellen Ergebnisse noch überhaupt nichts aussagen. “Die Flotte verbessert sich so schnell, dass alles nur eine Momentaufnahme ist. Morgen sind wir vielleicht schon nicht mehr gut genug.”

Doch diese Skepsis bestätigte sich nicht für das GAC Pindar-Team mit Mark Bulkeley, Garth Ellingham und Brad Farrand auf dem Trampolin. Am Ende verloren die Crew nur eines von 13 Match Race Duellen.

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Die M32 Kats im Zweikampf. © WMRT

Der große Favorit Taylor Canfield wurde dagegen schon im Viertel-Finale von Nicolai Sehested eliminiert. Der junge Däne, der lange beim Volvo Ocean Race Desaster von Vestas im Fokus stand, zeigte auch im Halbfinale gegen Williams eine überzeugende Leistung, und er verlor nur durch eine zweifelhafte Frühstart Entscheidung und eine Kenterung.

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Ordentlich Spritzwasser bei der Katamaran-Action. © WMRT

Die große Überraschung war der Durchmarsch des 55-Jährigen schwedischen Altmeisters Hans Wallen, der vor 20 Jahren Star-Silber in Atlanta gewonnen hat. Er schaltete den Franzosen Yann Guichard im Halbfinale aus, der den größten Spagat aller Segler vom Weltrekord Versuch mit Spindrift zur World Match Race Tour sehr erfolgreich bewältigte.

Enttäuschend verlief die Premiere für das Magenta Frauen Team von Sally Barkow und ihrem ehemaligen Volvo Ocean Race Team. Sie schaffte es bei dem sehr starken Wind nicht unter die Top 16.

Ergebnisse World Match Race Tour 2016 Fremantle

1. Ian Williams (GBR) GAC Pindar  $US 33,000
2. Hans Wallén (SWE) Walleén Racing $US 23,000
3. Yann Guichard (FRA) Spindrift Racing $US 18,000
4. Nicolai Sehested (DEN) Trefor Match Racing $US 18,000
5. Matt Jerwood (AUS) Redline Racing $US 12,000
6. Murray Jones (AUS) Full Bants Racing $US 12,000
7. Taylor Canfield (ISV) US One $US 12,000
8. Mattias Rahm (SWE) Rahm Racing $US 12,000
9. Phil Robertson (NZL) Waka Racing  $US 5,000
10. Evan Walker (AUS) KA Match/ CYCA $US 5,000
11. Steven Thomas (AUS) Royal Perth YC $US 5,000
12. Keith Swinton (AUS) Black Swan Racing $US 5,000
13. Eric Monnin (SUI) Albert Riele Swiss Team $US 5,000
14. Sam Gilmour (AUS) Neptune Racing $US 5,000
15. Chris Steele (NZL) 36 Below Racing $US 5,000
16. Nicklas Dackhammar (SWE) Dackhammer Racing $US 5,000
17. Sally Barkow (USA) Team Magenta 32 $US 5,000
18. Brett Burvill (AUS) Edge Racing Team NYC $US 5,000
19. Joachim Aschenbrenner (DEN) Royal Danish YC $US 5,000
20. Mark Whittington (AUS) South of Perth YC $US 5,000

Live Replay:

Sehestd (DEN) rutscht beim Halbfinale gegen Williams in der Halse aus und kentert:

Prestart Williams (GBR) Wallen (SWE) im Finale:

Penalty für Wallen (SWE) im Finale:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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