World Sailing: Olympiaklassen sollen bestehen bleiben – IOC-Agenda wird ignoriert

Überraschung in Barcelona

Das ist eine Überraschung. Bei der aktuellen Versammlung des Weltsegler Verbandes empfiehlt das Präsidium, an den Olympiaklassen festzuhalten. Es könnte aber ein Schlupfloch für die drängenden Kiter geben.

Kitesurfen, Olympia

Die Kitesurfer waren schon fast in Rio olympisch dabei. Kann es nun 2020 werden?

Dieser Tage sehern junge, ambitionierte Segler mit großem Interesse und Bangen nach Barcelona, wo es unter anderem um die Zukunft der Olympiaklassen geht. So ist die Diskussion um die eigentlich feststehenden Disziplinen für 2020 neu entfacht, seit das IOC Druck macht und gerne die Kite-Foiler bei Olympia sehen würde. Wenn aber die Kiter kommen, müsste dafür eine andere Disziplin weichen. Deshalb droht wieder einmal eine völlige Neuordnung der Klassen.

Dabei haben natürlich die RS:X-Surfer große Angst, den Drachen-Sportlern weichen zu müssen. Aber auch die älteren Klassen 470er und Finn-Dinghy befürchten das plötzliche Aus.

Präsident gegen Wechsel

Nun heißt es allerdings nach einem Bericht der Windsurfer von den Verhandlungen in Barcelona, der inzwischen von World Sailing bestätigt wurde, dass sich der aktuelle Präsident und seine Präsidiumsmitglieder gegen einen Wechsel ausgesprochen haben. World Sailing wolle keine Veränderung, sondern lieber beim IOC eine elfte Disziplin (Kitesurfen) zu erwirken, ohne die absolute Zahl von 380 Athleten zu verändern.

Die Japaner hatten in einem Antrag auf den Beschluss von 2013 hingewiesen, der die Olympiaklassen über einen Zeitraum von sieben Jahren einfrieren sollte. Diese Spanne will man nun auf drei Jahre verkürzen.

Ob der Beschluss auch die von der Nacra17-Klasse beschlossene Umrüstung zum echten Foiler beinhaltet, ist noch nicht bekannt. Änderungen könnte es allerdings bei den Formaten und Flottengrößen geben, um auf die IOC-Agenda für 2020 reagieren zu können. Ob das dem IOC allerdings ausreichen wird und damit Segeln als Olympischer Sport unter noch stärkeren Druck gerät, muss sich noch zeigen.

Wie bindend die Empfehlung schließlich sein wird, ist noch nicht klar. In der Vergangenheit gab es bei diesen Beschlüssen des Weltverbandes immer wieder umwälzende Veränderungen durch die Abstimmungen der Gremien.

Aus deutscher Sicht werden sich insbesondere die jungen Finn Dinghy Segler freuen, die sich inzwischen in die Weltspitze vorgearbeitet haben. Auch im 470er gibt es aufstrebenden Nachwuchs. Bei den Surfern allerdings klafft dagegen nach dem Rücktritt von Toni Wilhelm ein tiefes Loch.

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Carsten Kemmling

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