Abenteuer: Sebastien Roubinet ist besessen vom Segeln – in der Arktis

Zum Nordpol segeln

Teaser zur TV-Reportage in der französischen Sendung “Thalassa”

„Wenn nur das Eis auch glatt wäre“

Einen ersten Versuch unternahm er 2011 mit Rudolphe André, erneut auf „Babouche“. Diese Expedition scheiterte unter anderem wohl auch daran, dass die Eisverhältnissse nur sehr selten „zu besegeln waren“, wie Roubinet später berichtete .

Dem wurde mit dem Bau eines neuen Katamarans Rechnung getragen: Die „Babouchka“, ein leichter Voll-Karbon-Kat, ausgestattet mit Karbonmast, diversen Gennakern und weichen Solar-Pads für die Kommunikation, sollte Roubinet und seinen neuen Kollegen Vincent Berthet (Extremtaucher, Kayakfahrer/1.000 Seemeilen im Eismeer) von Point Barrow/Alaska über den Nordpol nach Spitzbergen bringen.

Nordpol, Katamaran, Eis, Segeln

Arbeit ohne Ende © roubinet

Die beiden starteten im Juli 2013 und kamen zunächst sehr gut „voran“. Wochenlang waren ihnen die Wettergötter größtenteils gnädig gestimmt; lange, offene Passagen auf dem Eismeer ließen sich hervorragend segeln und die leichte „Babouchka“ zeigt auch auf dem Eis ihr ganzes Können. Doch nach zwei Monaten, ca. 100 Seemeilen vom Nordpol entfernt, machte ihnen eine Wetterkapriole und frühzeitig auftretende Kälte und nur schlecht berechenbare Strömungen einen „Strich durch die Rechnung“.

Die Meteorologen waren davon ausgegangen, dass sich das Eismeer erst zwei bis drei Wochen später vollständig schließen würde; die nun teils aufgetürmten Eisplatten stellten sich als unüberwindbare Hindernisse für „Babouchka“ und die beiden Abenteurer heraus.

„Aussichtslos!“

Am 3. September baten die beiden um Hilfe, wenige Tage später holte sie ein russischer Eisbrecher aus ihrer misslichen Lage und brachte Mannschaft und Schiff in Sicherheit. Am 8.September erreichten die Drei den Hafen von Pevet, wo glücklicherweise gerade das Expeditionsschiff „Tara“ (siehe oben) lag und die beiden Segler aufnahm. „Babouchka“ musste jedoch schweren Herzens in den Händen der dortigen Fischer bleiben – die von dem „seltsamen Schlittenboot“ jedoch regen Gebrauch machen.

Merke: Was schön aussieht, ist nicht immer einfach zu machen © roubinet

Merke: Was schön aussieht, ist nicht immer einfach zu machen © roubinet

Die  letzte Meldung vom Eis, mit der Roubinet und Berthet den Abbruch ihrer Expedition bekannt gaben, schrieben die beiden tief verzweifelt:

„Heute morgen haben wir es nochmals versucht, aber die Eisschicht auf dem Wasser bremst uns zu sehr ab, wir schafften in vier Stunden nur 0,8 sm! Also haben wir uns zum x-ten mal beraten, nochmals die Karten und den Wetterbericht studiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass unsere Expedition nach zwei Monaten Plackerei und härtester Arbeit, ca. 100 Seemeilen vor dem Nordpol, hier endet. Es ist ein Jammer, aber wir wollen nicht unser Leben riskieren. Es ist aussichtslos!“

Derzeit ist Sebastien Roubinet hauptsächlich in Buchhandlungen und bei Talkshows anzutreffen, wo er seinen neuesten Fotobildband über die beiden gescheiterten Nordpol-Expeditionen vorstellt.

Ende eines Traums: Im Hintergrund wartet der Eisbrecher, der Mast ist gelegt © roubinet

Ende eines Traums: Im Hintergrund wartet der Eisbrecher, der Mast ist gelegt © roubinet

Und am 7.März sendet das französische TV in der Sendung „Thalassa“ eine lange Reportage über die beiden Expeditionen, ein Dokumentarstreifen in Spielfilmlänge für ausgewählte Programmkinos steht kurz vor der Vollendung.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit und des Geldes sein, bis Roubinet und seine „Babouchka“ wieder auf dem Eis und den Eismeeren des Hohen Nordens unterwegs sein werden.

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Michael Kunst

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6 Kommentare zu „Abenteuer: Sebastien Roubinet ist besessen vom Segeln – in der Arktis“

  1. avatar dubblebubble sagt:

    Die NW-Passage haben weit vorher, glaube Anfang 80er, schon zwei Amis mit einem Hobie 18 gepackt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

  2. avatar Girdler-Sulfid-Prozess sagt:

    Steuer doch bitte mal Fakten bei, anstatt zu glauben.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 18

  3. avatar Alexander Lang sagt:

    ist zwar ein bisschen off topic, aber egal: warum habt ihr eigentlich euren eigenen videoplayer? in der vergangenheit war es nur nervig, dass ich z.b. bei youtube videos de qualität nicht verstellen konnte. jetzt geht er gar nicht mehr (kommt nur der spinner) und ich muss mir die youtube url aus dem html popeln.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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