America’s Cup: 470er Champ Mathew Belcher führt australisches Team

Ungeplant zum Cup Skipper

Der ISAF Rolex World Sailor 2013 Mathew Belcher wird America’s Cup Skipper des australischen Challenger of Record. 

Belcher, Frederike, Olympiasieg

Mathew Belcher freut sich in Weymouth mit seiner Frau Frederike über den Olympiasieg. © Marina Könitzer

“Der America’s Cup war nie mein Ding,” hatte Mathew Belcher noch im ausführlichen SR-Porträt vor einem Jahr in Hamburg gesagt. Während seine australischen Teamkollegen Tom Slingsby (Laser) und Nathan Outteridge (49er) sich immer mehr zu den Big Playern des aktuellen America’s Cups entwickelten, bereitete sich Belcher auf den Master-Abschluss im Studiengang Sustainable Development (Nachhaltige Entwicklung), sein Leben als Familienvater und auf seine zweite Goldmedaille im 470er vor.

Nun ist der Plan über den Haufen geworfen. Der Mann, dem unglaubliche 18 Siege in Folge auf dem 470er Parcours gelangen, soll an der Spitze der neuen australischen America’s Cup Herausforderung stehen. Damit hat der Cup auch einen klitzekleinen deutschen Aspekt. Denn Belcher ist mit der Hamburgerin Frederike Belcher verheiratet, die Deutschland 2012 im 47oer bei Olympia vertrat. Und er ist Mitglied im NRV und dem Olympic Team.

Australien trainiert mit Oracle

Das Team Australia trainiert erstmals im AC45 mit Oracle. Mathew Belder sitzt am Steuer. © Team Australia

Wie das Leben so spielt. Belcher hat offensichtlich nicht auf eine America’s Cup Karriere hingearbeitet, aber plötzlich meldet sein Land für die prestigereiche Regatta und die australische Cup Elite ist bei anderen Teams verpflichtet. Da wurde er sehr bedrängt, die Herausforderung anzunehmen.

Dabei haben die Australier kaum Aussicht auf kurzfristigen Erfolg. Sie schicken ein unbedarftes Nachwuchsteam ins Rennen, das mit dem Skipper Seve Jarvin bei der Extreme Sailing Series in Singapur gerade abgeschlagen auf dem letzten Platz landete. Nun soll Belcher auch das australische Boot bei dieser Rennserie steuern.

Wichtiger ist aber der Auftritt mit dem AC45. Ein erstes Training mit Oracle in Australien wird gerade vorbereitet. Das deutet darauf hin, dass es wieder eine Rennserie mit AC45 geben wird. Möglicherweise sollen auch die kleineren Katamarane für den Foil-Modus adaptiert werden.

Die neuen Regeln für den 35. America’s Cup sind für den März angekündigt worden. Iain Murray, Chef des australischen Teams, betont in einer Pressemitteilung, dass die Regeln das Budget um 40 Prozent verringern sollen. Ob er das in den Verhandlungen mit Oracle wirklich geschafft hat, wird sich zeigen.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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4 Kommentare zu „America’s Cup: 470er Champ Mathew Belcher führt australisches Team“

  1. avatar Sven-Hamburg sagt:

    Eigentlich hat der Cup schon einen einen deutlich größeren deutschen Aspekt: große deutsche Firmen sind oder waren im Cup engagiert wie etwa Puma, BMW, SAP …
    Auch diverse Ingenieursleistungen für dei Cupboote werden von Deutschen erbracht.

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  2. avatar fan sagt:

    naja…. ich weiss ich ja nicht, ob man mat belcher, seve jarvin und die anderen als “unbedarftes nachwuchsteam” bezeichnen kann/sollte. die erfolge von ersterem sind ja bekannt und hier auch teilweise aufgezählt. und seve jarvin räumt gerade gnadenlos bei der 18footer wm ab. und da kommen bestimmt noch mehr leute aus der aussie skiff- und moth-szene dazu. und zwar segler UND designer. bin mal gespannt. so ganz “unbedarft” sind die mir aber nicht. 🙂

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  3. avatar andreas borrink sagt:

    Eine couragierte Entscheidung; in einigen, kleineren Details unterscheidet sich der 470er ja nun doch vom AC45. Ich wünsche dem sympathischen 470er Überflieger (passt doch!) viel Erfolg! Das wird bestimmt spannend.

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  4. avatar wooling sagt:

    Was soll denn das krampfhafte suchen nach “deutschen” AC Bestandteilen? Das ist doch nonsense. Im globalisierten Welthandel ist es schwer zu umgehen, irgendwo immer eine deutsche Firma zu finden.

    Solange kein deutsches AC Team am Start ist, ist Deutschland nicht dabei – ganz einfach.

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