Knarrblog: Aus im Halbfinale der Virtual Skipper Team Race WM

Aus die Maus. Das war´s

Es wird nix mit dem VSK-Teamrace-WM-Titel für Deutschland/Holland! Die Nation wird es verschmerzen können, aber unter den Kopfhörern des ExtraDry Teams herrschte gestern abend lange Zeit betretene Funkstille.

Drittes Rennen: Am Start ist noch alles im Lot. Ich habe eine ordentliche Position am Startschiff. “Checkmate” beherrscht die linke Seite und unser Holländer “Vriend” ist nach einem gewonnen Zweikampf mit “Hula” noch gut dabei…

Selbst Holland-Harmen, der Arjen Robben des virtuellen Segelsports und einer der teuersten Einkäufe der Szene, konnte seine prinzipiell positive Einstellung kurzzeitig nicht mehr über den Äther vermitteln. Das norwegischdeutsche Team Union of 2005 fertigte uns mit 0:3 ab.

Dabei gab es vorher Ärger, weil die Jungs aus dem Norden an diesem Abend nur maximal drei Rennen segeln wollten. Nun ja, wer konnte ahnen, dass die best-of-five Serie damit schon beendet sein würde.

Vielleich waren wir zu sehr euphorisiert, weil am Tag zuvor alle Proteste aus dem Viertelfinale in unserem Sinne entschieden wurden. Besonders die Entscheidung im fünften Rennen dürfte ein Meilenstein in der Segelrechtsprechung sein. Es wurden offenbar jede Menge Regeln gebrochen: “Alloverboard” breaks RRS 11 but is exonerated under RRS 64.1(c). “Nessie” breaks RRS 11 and RRS 15 but is exonerated from her infringement of RRS 15 under RRS 64.1(c). “JuniorMalta” breaks RRS 19.2(b). Protest is upheld. Nessie shall be scored +6 points in race 5. JuniorMalta shall be scored +6 points in race 5. Noch Fragen? Also beide rausgeflogen. Unser Team gewinnt aber, weil wir im Ziel vorne lagen.

Aber das ist alles Vergangenheit nach den unerklärlichen Rennen gestern. Die “Union” hatte zwar die Russen rausgeworfen, aber nicht besonders überzeugend gesegelt. Nicht so wie wir! Mit Harald Sørensen kämpft da zwar ein echter norwegischer Umpire an Maus und Tastatur, aber in Ehrfurcht wollten wir nicht erstarren.

Dass es dann so schnell geht…Die ersten beiden Rennen sind schon am Start verloren. Da ist nichts mehr zu machen. Aber das dritte Rennen nervt gewaltig. Da nehmen wir an der ersten Tonne den Umpire in die Zange, liegen dann auf 1/3/4 und machen den Sack nicht zu. Ich dachte, es sei eine gute Idee, den Schiri durch ein Luvmanöver ganz aus dem Rennen zu nehmen und die Kollegen sicher auf eins und zwei zu bringen. Das ist immer die einfachste Kombination.

Aber die deutsche Ergänzung im Wikinger-Team “Nuuk” rast mit einer virtuellen Böe auf der rechten Seite real von fünf auf zwei. Diese Böen spürt man logischerweise nicht am Rechner, obwohl das eine schöne Verbesserung der Software wäre. Man kann sie aber sehen. Der Computer färbt das Wasser dunkel und schiebt die Boote an. Nun, wir sehen es nicht.

Auch danach kommen noch zahlreiche Chancen – und ebenso vergeben wir sie. Höhepunkt ist wohl der Penalty an der letzten Marke. An letzter Stelle liegend knalle ich einem Wikinger ins Heck und liege nach dem fälligen Strafkreis dann endgültig hinten. Was soll man sagen….

Vermutlich hat Kollege “Bimbo” Recht als er nach den Rennen über Headset verkündet: “Nun Leute, lasst mal über was Wichtiges reden. Wer kauft das Bier ein für unsere Tour?” Im Juni will die virtuelle ExtraDry-Truppe ein ganz reales Rennen rund Rügen mit einem richten Segelboot bestreiten. Die meisten Teammitglieder haben sich noch nie gesehen. Wird bestimmt lustig! Stay tuned…

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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